Evangelium

 

 

Das Evangelium ist die zentrale Botschaft des Christentums: die gute Nachricht von Gottes Rettung durch seinen einzigen Sohn Jesus Christus. Im Detail bedeutet das Evangelium (vom griechischen euangelion = „gute Nachricht“) die frohe Botschaft, dass Gott die Welt durch seinen Sohn Jesus Christus von der Verstrickung in die Sünde der verlorenen persönlichen Beziehung zu Gott befreit hat.

 

Das Evangelium ist anders als der Dekalog des Alten Testamentes bzw. des hebräischen Tanach keine bloße Sammlung von Gottes offenbarten Geboten und Verboten, sondern eine Einladung zu einer das Leben bereichernden Beziehung zu Gott und zur Hoffnung auf ein ewiges Leben.

 

Die Kernaussagen des Evangeliums sind:  

  • Gott liebt seine Schöpfung und seine Geschöpfe und möchte mit den Menschen in Gemeinschaft leben.
  • Jesus Christus ist Gottes Sohn, der in Israel auf die Erde kam, um die Menschen zu retten.
  • Durch seinen Tod am Kreuz und seine Auferstehung hat Jesus die Macht der Sünde und des Todes besiegt.
  • Wer an ihn glaubt, empfängt Vergebung, neues Leben und die Hoffnung auf eine ewige Zukunft in Gottes Reich. 

Die Schriften des Evangeliums in der Bibel umfassen im Kern die vier Evangelien und die Briefe des Apostels Paulus: 

 

Die vier Evangelien im Neuen Testament – Markus, Matthäus, Lukas und Johannes – erzählen Teile des Lebens, die wichtigsten Lehren, den freiwilligen Tod am Kreuz und die leibliche Auferstehung Jesu. Der Apostel Paulus beschreibt das Evangelium in seinen Briefen als „ eine Kraft Gottes zur Rettung für jeden, der glaubt“, ganz gleich ob er von den Juden oder von den Heiden (Nicht-Juden) abstammt (Römer 1,16). Nicht die ethnische Herkunft ist dabei entscheidend, sondern der lebendige Glaube durch eine persönliche Beziehung zu Gott durch Jesus Christus. 

 

Bedeutung des Evangeliums für Christen

 

Das Evangelium ist Grundlage des christlichen Glaubens und der christlichen Hoffnung.

 

Es wird durch Predigten, gelebte Nächstenliebe und persönliche Zeugnisse in Gemeinden weitergegeben.

 

Es ruft zur Buße und Umkehr, zum Vertrauen auf Gott und zur Nachfolge Jesu auf.

 





 

 In evangelikalen Kreisen kursiert die biblisch nicht belegbare Vorstellung von einer Übergabe des eigenen Lebens an Jesus Christus, die oft durch ein ritualisiertes Übergabegebet vollzogen werden soll. Damit entkommt man der Last der Verantwortung für sein Leben mit allen Höhen und Tiefen und unterwirft sich de facto den jeweiligen Gemeindeleitern bzw. der Autorität der Gemeinde mit ihrer jeweiligen Tradition und verlässt sich nicht auf die eigene ganz persönliche Beziehung zu Gott.

 

In den Evangelien wird jedoch nur zu einer persönlichen Hingabe an Jesus Christus, einem Vertrauen auf Jesus Christus, einer Aufnahme Christi (in das eigene Herz) und einer Nachfolge die Rede.  

  • Matthäus 16,24: „Da sprach Jesus zu seinen Jüngern: Will jemand mir nachfolgen, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir.“ 

  • Johannes 1,12: „Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, denen, die an seinen Namen glauben.“ 

  • Lukas 9,23: „Wenn jemand mir nachkommen will, verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich täglich und folge mir.“ 

  • Johannes 3,16: „Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben.“ 

  • Markus 8,34–35: „Wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen und um des Evangeliums willen, der wird es retten.“ 

Das bedeutet nicht, dass man keine eigenen, mutigen und oft schwierigen Entscheidungen mehr treffen müsste, die sich als falsch oder unklug herausstellen können. Zwar ist in der Bibel manchmal davon die Rede, dass Gott einen Plan für unser Leben hätte. Aber da wir diesen Plan kaum kennen (können), müssen wir unsere Entscheidungen wohl oder übel selbst treffen. Selbstverständlich ist es erwünscht und von Vorteil, wenn wir dabei auf Gott bzw. Jesus Christus vertrauen und dabei in unserer lebendigen persönlichen Beziehung zu ihm bleiben.