Theodizee

 

 

Ein Versuch über die Theodizee

 

In der Theodizee geht es um die aus nur allzu verständlichen Zweifeln entstehende Frage "Wo bleibt Gott angesichts der Leiden der Menschen und Tiere?". Eine Theodizee versucht diese Frage zu beantworten, indem sie zeigt, dass und wie das Dasein und die Allmacht Gottes trotz des schrecklichen und unermesslichen Leidens am natürlichen Schlechten und moralisch Bösen in der Welt mit seiner Güte (Liebe, Gerechtigkeit und Barmherzigkeit) vereinbar sind.

 

Im Folgenden versuche ich im Anschluss an das epikureische Trilemma, den intelligiblen rationalen Kern der biblischen Erzählung von Hiob sowie an die spekulative Lehre von Leibniz und an die skeptische Auffassung von Kant zu zeigen, dass und wie auch heute noch zu Beginn des 21. Jahrhunderts eine rationale philosophische Theodizee auf der Grundlage eines modernen spekulativen Panentheismus der kontinuierlichen schöpferischen Evolution möglich ist.

 

Ich verteidige eine solche Theodizee gegen den naturalistischen, pragmatischen und skeptischen Zeitgeist und widerspreche damit vor allem moderaten und militanten Atheisten, die bereits das Dasein Gottes leugnen, und deswegen schon gar nicht mehr die nur allzu verständliche Zweifelsfrage vernehmen und verstehen, geschweige

denn seelsorgerisch behutsam beantworten können.

 

Dabei kommt es darauf an, den gesunden Menschenverstand zu bewahren und sich gedanklich weder in einer allzu abgehobenen philosophischen Spekulation noch in fundamentalistischer Buchstabentreue zu verlieren.

 

Ulrich W. Diehl, Heidelberg im August 2019 - Forthcoming