Aktuelles zum Zeitgeschehen

 

 

Das eine steht in unserer Macht, das andere nicht.

In unserer Macht stehen:

Annehmen und Auffassen, Handeln und Wollen, Begehren und Ablehnen

– alles, was wir selbst in Gang setzen und zu verantworten haben.

Nicht in unserer Macht stehen:

unser Körper, unser Besitz, unser gesellschaftliches Ansehen, unsere Stellung

– kurz: alles, was wir selbst nicht in Gang setzen und zu verantworten haben.

 

Epiktet

 

Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen,

die ich nicht ändern kann,

den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,

und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

 

Oetinger

 

Wenn Freiheit überhaupt einen Sinn haben soll,

dann ist es die, den Leuten zu sagen, was sie nicht hören wollen.

 

George Orwell

 


 

 

Doc Caro am 11. Oktober um 05:59 ·

 

Ich bin sauer. 24h Notaufnahme, keinen Schlaf, fast stündlich Covid Patienten..

 

... Und es gibt immer noch Corona Leugner?..

 

Liebe Corona Verschwörungstheoretiker, Maskenverweigerer, Systemkritiker, Nicht-an-die-Auflagen-Halter:

 

Dies könnte bald eure Lunge sein.

 

Und ich werde trotzdem da sein. Mit FFP Maske, Faceshield, Kittel und Handschuhen. Rund um die Uhr. Damit auch ihr behandelt werden könnt, obwohl ihr mit dafür verantwortlich seid, dass meine Arbeitsbedingungen erschwert werden, die Belastung wächst, meine Kinder bald wieder nicht mehr in die Schule kommen, der nächste Lock Down naht.

Die 2.Welle kommt nicht. Sie ist da.

 

Wenn es Corona doch nicht gibt? Was sehe ich dann eigentlich den ganzen Tag in der Notaufnahme?! Und was ist das dann für ein CT?

 

Wenn ihr mir schon nicht glaubt: Bilder lügen nicht. Und die Angst zu ersticken auch nicht.

 

#COVID19

 

++++ Haltet euch an die Regeln ++++

 

Gesundes Gewebe ist schwarz. Ziemlich weiße Lunge, oder???!!!!!

 

Diskussionen sind ausdrücklich erwünscht, aber mit Regeln des konstruktiven Austauschs. Beleidigung o.ä. werden gelöscht. Also seid nett zu einander.

 

Warum setze ich mich freiwillig einem Corona-Shitstorm und, wenn ich die ganzen Kommentare lese, auch persönlichen Angriffen aus? Weil ich diese Patienten leibhaftig sehe und behandle. Wir sind als Uniklinik erste Anlaufstelle und nehmen alle Patienten aus dem Umfeld an. Und ich bin weder Virologe, der dies ausschließlich wissenschaftlich betrachtet und keine Patienten behandelt, noch Politiker, der analysiert. Ich bin vor Ort. Live. Und jeder Covid Patient, der schlimm erkrankt ist, ist einer zu viel. So wie jeder anders erkrankte Mensch auch. Aber Covid wird oft nicht ernst genommen. Wenn Abstand und Maske z.B. vor einem Herzinfarkt schützen würde, würden wir es auch ernst nehmen. Denn beim Herzinfarkt weiss jeder, dass er gefährlich ist. Wieso glaubt ihr dann Ärzten nicht, die LIVE diese Patienten behandeln, dass auch Covid gefährlich sein kann.

 

Genauso wie andere Erkrankungen auch!!!

 

Es geht nicht darum, wie viele Patienten wie und ob an Corona erkrankt sind oder intensivpflichtig werden, sondern, daß das Virus da ist und schwer krank machen kann.

 

Meine Kollegen und ich sind auch Menschen und setzen uns jeden Tag auch selbst Infektionen aus. Und es macht mich deshalb zu recht sauer, wenn oft so lapidar damit umgegangen wird.

 

+++ haltet euch an die Regeln +++

 

P. S. Trotz allem behalten wir unsere gute Laune. Die lassen wir uns nicht nehmen ❤️

 

https://www.doccaro.de/

 


 

Covid-19 ist viel tödlicher als die Grippe

 

Das Risiko, an einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus zu sterben, steigt mit zunehmendem Alter dramatisch. Dies zeigt eine neue Metaanalyse aus den USA. Und verglichen mit einer saisonalen Grippe erweist sich Covid-19 als zehnmal tödlicher.

 

Do. 01. Oktober 2020

 

Mehr als eine Millionen Menschen sind weltweit inzwischen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Diese düstere Bilanz zieht die Johns Hopkins University in Baltimore nach weniger als neun Monaten, seit der erste durch das Coronavirus verursachte Todesfall von den chinesischen Behörden in der Stadt Wuhan bestätigt wurde. Weltweit sind mehr als 33 Millionen Infektionen bestätigt.

 

Die hohe Todesrate nahmen Wissenschaftler um Professor Dr. Andrew T. Levin vom Dartmouth College in den USA zum Anlass, systematisch das altersabhängige Risiko zu bestimmen, an Covid-19 zu versterben. Die Studie wurde auf dem Preprintserver "MedRxiv" veröffentlicht. Um zu beurteilen, wie tödlich Covid-19 ist, haben die Forscher die Infektions-todesrate (infection fatality rate; IFR) verwendet, die das Verhältnis von Todesfällen zu Infektionen beschreibt. Die Beurteilung der IFR für Covid-19 ist allerdings schwierig, da immer wieder große Variationen zwischen verschiedenen Standorten berichtet werden. Sie reicht von 0,5 Prozent in Salt Lake City und Genf über 1 Prozent in New York, 1,5 Prozent in England bis 2,7 Prozent in Italien. Levin und seine Kollegen gehen davon aus, dass die beobachteten Unterschiede zwischen verschiedenen Ländern und Städten auf die Altersstruktur der Infizierten zurückgeht. Das bedeutet: Wenn mehr alte Menschen in der Region leben und erkranken, fällt die IFR höher aus.

 

Ihre These haben die Forscher in einer Metaanalyse mit 46 Studien geprüft, die sich nach Durchsicht von 962 Studien als geeignet erwiesen. Letztlich flossen IFR-Daten von 26 internationalen Standorten in die Analyse ein.

 

Es zeigte sich, dass die IFR für Covid-19 mit dem Alter steigt. Die Werte liegen für Kinder und jüngere Erwachsene bei nahe Null, erreichen jedoch 0,4 Prozent für 55-jährige Patienten, 1,3 Prozent für 65-jährige Patienten, 4,2 Prozent für 75-jährige Patienten und 14 Prozent für 85-jährige Patienten.

 

Todesrate: Das Alter ist entscheidend

 

Die Ergebnisse zeigen auch, dass Covid-19 weitaus tödlicher ist als die saisonale Grippe. Auf die gesamte USA betrachtet liegt die IFR der Grippe beispielsweise um das 16-fache niedriger als die von Covid-19, berichtet der Virologe Professor Dr. Christian Drosten, der die Metaanalyse in seinem NDR-Podcast vorstellte. "Für jeden Influenzatoten gibt es 16 Covid-19-Tote in den USA", konkretisiert der Experte.

 

Die Studienautoren kommen zu dem Schluss, dass das Alter der Bevölkerung fast alle Unterschiede der IFR-Werte für Covid-19 erklärt. Deutlich macht die Studie auch, dass man keine einfache Gesamt-Todesrate für Covid-19 definieren kann. Das Risiko, an der Erkrankung zu versterben, ist extrem altersabhängig. Durch Maßnahmen, die Coronavirus-Infektionen bei älteren Erwachsenen minimieren, lassen sich die Todesfälle durch eine Infektion mir SARS-CoV-2 erheblich senken. td/PZ/NK

 

Quelle: DOI 10.1101/2020.07.23.20160895

 


 

New: Historian and Theologian N.T. Wright:  https://www.youtube.com/watch?v=Xfnqw3bnXfg&feature=emb_logo

 

New: John Anderson, Former Prime Minister of Australia: Don't take Western freedoms for granted!

 

                                           https://www.youtube.com/channel/UCtnYSEGViOnb7k8ezUaWUww

 

Aktuell: Risikomanagement in Medizin, Wirtschaft und Politik: Risiko-Management

 


 

Aktuell: Zeit für ein Praktisches Christentum: Praktisches Christentum

 

Aktuell: Die Johanniter - Aus Liebe zum Leben:  https://www.johanniter.de/

 

Aktuell: Ärzte ohne Grenzen: https://www.aerzte-ohne-grenzen.de/

 


 

Aktuell: Covid-19: Evidenzbasierte Daten: Covid-19: Evidenzbasierte Daten

 

Aktuell: Ursprung des COVID-19 und politische Verantwortung für die Epidemie: Covid-19 im Kontext

 

Aktuell: Statistiken, Interpretationen und Bewertungen -- Praktische Konsequenzen: Coronavirus-Epidemie

 

Aktuell: 86 Prozent sterben direkt an Corona und verlieren zehn Jahre Lebenszeit

 

https://www.cicero.de/innenpolitik/pathologenverband-Klaus-Pueschel-Todesursache-Corona?

 


 

Aktuell: Die Corona-Krise offenbart auch eine Krise der Meinungsmacher (NZZ)

 

https://www.nzz.ch/feuilleton/die-corona-krise-ist-auch-eine-krise-der-intellektuellen-ld.1551336

 

Aktuell: "Alternative Fakten" zu Corona: Das braune Netzwerk der Verharmloser und Verschwörer

 

https://www1.wdr.de/daserste/monitor/videos/video-alternative-fakten-zu-corona-das-netzwerk-der-verharmloser-und-verschwoerer-100.html

 

Aktuell:  Thomas Arnold: Wenn schon kritisch, dann richtig (RNZ)

 

https://www.uni-heidelberg.de/md/philsem/personal/capturernz.png

 



 

Aktuell: Zensur: Christenverfolgung in China: https://www.youtube.com/watch?v=b7aH0SFWWWE

 

Aktuell: Warum China eine neue Seidenstrasse baut: https://www.youtube.com/watch?v=mQx3_TZZTcU

 

Aktuell: Digitale Diktatur - So überwacht China seine Bürger: https://www.youtube.com/watch?v=bKgYHbP4FVc
 

Aktuell: Neue Seidenstraße - Chinas liebstes Vorzeigeprojekt: https://www.youtube.com/watch?v=7i-QNuLwWbU

 

Aktuell: China: Die Uiguren – ein Volk in Gefahr: https://www.youtube.com/watch?v=6OTvyejwJXc

 


 

Neu: Politisch (In)Korrektes von Paul Münch (ca. 1930): Politisch (In)Korrektes

 

DHM: Die Weimarer Republik -- https://www.dhm.de/lemo/kapitel/weimarer-republik

 

Babylon Berlin - Diese Stadt macht süchtig: https://www.daserste.de/unterhaltung/serie/babylon-berlin/index.html

 

Dritte Staffel ab Sonntagabend 11.10. 2020 - Die "goldenen Zwanziger Jahre"- The Roaring Twenties in Berlin

 


 

Hannah Arendt und das 20. Jahrhundert

Deutsches Historisches Museum in Berlin

 

Das 20. Jahrhundert sei ohne Hannah Arendt gar nicht zu verstehen, meinte der Schriftsteller Amos Elon.

Arendt prägte maßgeblich zwei für die Beschreibung dieses Jahrhunderts zentrale Begriffe: „Totale Herrschaft“

und „Banalität des Bösen“. Dabei blieben ihre Urteile selten unwidersprochen.

 

Die Ausstellung „Hannah Arendt und das 20. Jahrhundert“ ermöglicht es, einem Blick auf das 20. Jahrhundert zu folgen und ein Leben – und Werk – kennenzulernen, in dem sich die Geschichte des 20. Jahrhunderts spiegelt: Totalitarismus, Antisemitismus, die Lage von Flüchtlingen, der Eichmann-Prozess, der Zionismus, das politische System und die Rassentrennung in den USA, Studentenproteste und Feminismus. Zu all diesen Themen äußerte Arendt dezidierte Meinungen und Urteile, die noch heute erhellend sind.

 

Angesichts einer wachsenden Pluralisierung unserer Lebenswelten, eines beschleunigten Werteverfalls und

eines darauf reagierenden Bedürfnisses nach populistischen Lösungen nimmt die Ausstellung die Ausbildung

der Urteilskraft in den Blick.

 


 

Selbstbestätigung statt Dialog im Internet

 

idowa, 16.08.2020

 

Nun sind ja Begleiterscheinungen wie Hetze, „Hate-Speech“, Sensationsgier und mangelndes Mitgefühl mittlerweile weit verbreitete Phänomene im Internet. Gab es das Ihrer Ansicht nach in Zeiten vor Social Media auch schon in diesem Ausmaß? Ich denke da beispielsweise an die obligatorischen Stammtischrunden im Wirtshaus, wie man sie früher ja noch kannte.

 

Prof. Dr. Hirschfelder: Im analogen Zeitalter haben Menschen stärker miteinander gesprochen und der Stammtisch ist dabei im Idealfall eine Institution, wo Leute sich zwar über Inhalte streiten, aber eben nicht komplett zerstreiten. Wohingegen wir im Bereich Social Media häufig die Situation haben, dass sich dort Menschen bewegen, um Bestätigung für ihre Meinung zu bekommen. Sobald dort aber jemand anderer Meinung ist, löst das bei ihnen Aggressionen aus. Ich denke da zum Beispiel an Themen wie Tierhaltung oder Veganismus, wo kaum ein Dialog stattfindet, sondern hauptsächlich Anfeindungen.

 

Im Internet auf der Suche nach Selbstbestätigung

 

Demnach geht es primär eigentlich gar nicht mehr um einen Dialog?

 

Prof. Dr. Hirschfelder: Wenn man sich bestimmte Plattformen im Internet ansieht, dann merkt man, dass sich dort viele lediglich in ihren Meinungen bestärken wollen. Sie bilden eine Art Filterblase. Und als Resultat dieser permanenten Selbstbestätigungen werden die Menschen zunehmend weniger offen für einen Dialog.

 

Aber sind verschiedene Meinungen nicht eigentlich die Quintessenz einer funktionierenden Gesellschaft?

 

Prof. Dr. Hirschfelder: Unsere Gesellschaft lebt davon, dass wir mündige Bürger haben, die eigene Meinungen haben. Aber Meinung entsteht eben nur im Dialog. Und auf vielen Social Media-Plattformen findet kein Dialog statt, sondern meist nur noch ein Monolog.

 

Geht es dabei also vorwiegend um Selbstverwirklichung?

 

Prof. Dr. Hirschfelder: Naja, Äußerungen in Sozialen Netzwerken sind häufig auch soziale Markierungen der Menschen, die das grundsätzliche Bedürfnis haben, sich mitzuteilen. Das ist eine anthropologische Grundkonstante. In unserer Gegenwart haben wir aber immer weniger die Möglichkeit, uns mitzuteilen und die Corona-Krise verstärkt das sicherlich nochmal.

 

Inwiefern verstärkt das die Corona-Krise?

 

Prof. Dr. Hirschfelder: Weil etwa die Institution Wirtshaus an Bedeutung verliert, weil der Medienkonsum zunimmt und weil wir Menschenansammlungen meiden. Und wenn ich mich in einer Gesellschaft nicht mehr unterhalten kann, dann ziehe ich mich eben in einen vermeintlichen virtuellen Dialog zurück. In Wirklichkeit ist es aber kein Dialog, sondern ein Statement eines Einzelnen. Allerdings entsteht bei diesen Menschen der falsche Eindruck, sie hätten sich durch ihren Kommentar den Mitmenschen mitgeteilt.

 

Man ist also gar nicht mehr bereit, andere Meinungen zuzulassen? Geschweige denn, sich davon überzeugen zu lassen.

 

Prof. Dr. Hirschfelder: Ja, das beobachten wir zumindest in den Feldern, die ich in der Forschung überblicken kann.

 

https://www.idowa.de/inhalt.kulturwissenschaftler-im-interview-die-rassismus-debatte-geht-mir-zu-weit-page1.4014bd13-0302-4f71-99a9-dad0416dac67.html

 


 

Auf der Jagd nach Selbstbestätigung

 

Menschen brauchen soziale Anerkennung, sonst gehen sie ein. Genau dieses Bedürfnis bedienen soziale Netzwerke. Studien zeigen: Jugendliche schütten vor allem dann Dopamin aus, wenn jemand auf ihre Beiträge reagiert hat - egal, ob positiv oder negativ. Wer von heute auf morgen mit seiner Nutzung von sozialen Netzwerken aufhört, riskiert, unglücklich zu werden.

 

Sven Lüüs, SZ - 22. Februar 2019

 

Apps von Lieferservices bieten bis spät abends Speisen aus verschiedenen Restaurants an. Ob der Asiate, der die leckeren Nudeln mit Erdnusssoße macht, eine Straße weiter sein Restaurant hat oder am anderen Ende der Stadt - es spielt keine Rolle. Hauptsache, der hungrige Nutzer der Lieferapp, der momentan überhaupt nicht gut drauf ist, muss nicht vor die Tür gehen. Die Digitalisierung macht's möglich.

 

So wie es Lieferservices erleichtern, den Hunger bequem zu stillen, stillen soziale Netzwerke auch das Grundbedürfnis nach sozialer Anerkennung. Bestätigung von anderen sei "elementar fürs Menschsein", sagt Sozialpsychologe Hans-Jürgen Wirth von der Universität Frankfurt. Man werde nur durch einen sozialen Austausch mit anderen zum Menschen. Wenn Menschen keine Selbstbestätigung bekommen, gehen sie ein. Wäre das nicht so, wären auch soziale Netzwerke wie Facebook, Instagram oder Twitter nicht so erfolgreich. Sie sorgen dafür, dass ihre Nutzer Glückshormone ausschütten.

 

"Die Menschen, die soziale Netzwerke entwickeln, wissen das", sagt Psychiater Joachim Bauer von der internationalen Universität für Psychoanalyse in Berlin. Soziale Netzwerke würden schon entsprechend entwickelt, um diesen Hunger nach Anerkennung zu bedienen.

 

Die Befriedigung dieses Bedürfnisses, für das eigene Leben von anderen Nutzern digital Zustimmung zu bekommen, nimmt mittlerweile teils bizarre Ausmaße an. Auf Instagram werden vor allem Fotos miteinander geteilt. Nun vermietet ein Unternehmen aus Moskau Privatjets an Instagram-Poser, damit diese im Jet Fotos schießen können. Für zwei Stunden kann man den Jet mieten. Tatsächlich steht der dann nur herum; auf den Fotos, die natürlich im Inneren des Flugzeugs entstehen, macht es aber keinen Unterschied, ob der Jet auch fliegt. Wichtig ist dann nur die Champagner-flasche im Bild.

 

Studien, in denen die Hirnaktivitäten von Jugendlichen gemessen wurden, haben auch gezeigt, dass Nutzer das stimulierende Glückshormon Dopamin schon von dem Zeitpunkt an ausschütten, zu dem sie sich im sozialen Netzwerk anmelden. Die Gehirne der getesteten Jugendlichen reagieren also nach dem Motto: "Das Spiel beginnt!". Wenn später andere Nutzer signalisieren, dass ihnen gefällt, was die Person in den sozialen Netzwerken teilt, werden weitere Glückshormone ausgeschüttet. Die spornen an, noch mehr zu posten: "Das ist wie bei Fixern", sagt Bauer. Und es sei wie in einen Raum zu kommen, in dem man von allen gemocht wird.

 

Auch negative Rückmeldungen der anderen Nutzer regen das Gehirn dazu an, weiterzumachen. Man wolle die schlechten Rückmeldungen dann mit guten wieder ausgleichen. Der Nutzer braucht also nur Reaktionen, egal was für welche.

 

Kalter Entzug kann Angst auslösen

 

Wer von heute auf morgen mit seiner Nutzung von sozialen Netzwerken aufhört, riskiert, unglücklich zu werden, zumindest kurz nach dem Ausstieg. Auch das ist laut Bauer wie bei Fixern: Auf den Entzug von sozialen Netzwerken könnten Angst und Aggressionen folgen.

 

Aber warum abonnieren so viele Menschen das, was andere aus ihrem Leben teilen? Das sei Gruppenbildung, sagt Bauer. Wer eine Person oder eine Marke auf Instagram abonniert hat, sieht, wer das auch getan hat. Dieses Abonnieren wird auf Facebook auch als "gefällt mir" bezeichnet. Die gleichen Interessen zu haben, dass anderen das Gleiche gefällt wie dem jeweiligen Nutzer selbst, gibt dem Nutzer ein wohliges Zugehörigkeitsgefühl. Auch das aktiviere das Belohnungssystem im Gehirn und mache glücklich, sagt Bauer.

 

Die Instagram-Nutzer geizen auch nicht mit Bestätigung für andere: Mehr als eine Milliarde Menschen nutzen das soziale Netzwerk. In ihren öffentlichen Kommentaren haben sie mehr als 14 Milliarden mal Posts von anderen mit einem Herz-Symbol kommentiert.

 

https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/instagram-facebook-psychologie-1.4341194

 


 

Der Lehrer-Mord in Frankreich muss uns auch in Berlin interessieren

 

Die Auswirkungen der Enthauptung reichen bis zu uns. Dennoch gab es keine Reaktion von offizieller Seite. Das ist bedauerlich und ein großer Fehler, meint Gunnar Schupelius in der Berliner Zeitung vom 18. Oktober 2020

 

Am Freitag wurde in der Nähe von Paris ein 47 Jahre alter Geschichtslehrer auf offener Straße mit einem Fleischer-messer enthauptet. Der Mörder ist ein 18-jähriger Tschetschene, der im März als Flüchtling anerkannt wurde. Der

Lehrer hatte im Unterricht Mohammed-Karikaturen aus der Satire-Zeitschrift „Charlie Hebdo“ diskutiert. Er wollte mit seinen Schülern über Meinungs- und Pressefreiheit reden.

 

Der Vater eines muslimischen Schülers brachte daraufhin im Internet eine Hass-Kampagne gegen den Lehrer in Gang, veröffentlichte dessen Adresse und forderte seine Entlassung. Der Tschetschene wurde über diese Agitation zum Mord angestiftet. In Frankreich hat der islamistische Terror damit eine neue Dimension erreicht. Bisher waren Juden, Polizisten und Journalisten die Zielscheibe, jetzt also auch Lehrer. Die Auswirkungen reichen weit über Frankreich hinaus.

 

In Berlin gab es keine offiziellen Reaktionen auf die Enthauptung. Das ist bedauerlich und ein großer Fehler.

Aus vier Gründen hätte sie es geben müssen.

 

Erstens ist Paris unsere Partnerstadt. Der Tatort liegt ganz in der Nähe von Paris. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller hätte allein schon deshalb Worte der Anteilnahme finden müssen.

 

Zweitens wirkt dieser Mord natürlich auch auf die Lehrer in Berlin. Wer wird es jetzt noch wagen, über Meinungsfreiheit zu diskutieren und dabei Mohammed-Karikaturen einzubeziehen?

 

Drittens ist auch in Berlin der radikale Islam ein großes Problem, aus dem jederzeit Gewalt droht.

 

Und viertens haben auch wir es mit der Einwanderung von jungen muslimischen Männern zu tun, von denen wir nicht wissen, ob sie anfällig für islamistische Propaganda sind.

 

Es geht um die Freiheit der Presse, der Meinung und des Denkens, die durch den islamistischen Terror immer stärker bedroht sind. Die Täter müssen benannt werden und das Umfeld, aus dem sie stammen. Das fällt uns schwer. So verurteilt zum Beispiel Aiman Mazyek, der Vorsitzende des Zentralrates der Muslime in Deutschland, den Mord in Paris als „Terror“, der „eine Gefahr für uns alle“ sei. Er belässt es bei der allgemeinen Formulierung, das Motiv des Täters aber erwähnt er nicht. Der Tschetschene fühlte sich aber ganz offensichtlich als Muslim von der Propaganda im Internet angesprochen und mordete anscheinend aus einem falsch verstandenen Glauben heraus. Darüber müssen wir reden.

 

Reden müssen wir auch über den 21-jährigen syrischen Asylbewerber, der am 3. Oktober in Köln-Deutz einen mit Nägeln präparierten Sprengsatz in der Toilette eines Regionalzuges deponierte. Die Bombe wurde rechtzeitig entdeckt, sie hätte viele Menschen umgebracht oder verstümmelt. Wie kam der junge syrische Mann auf seine mörderische Idee? Mit wem stand er in Kontakt? Wie viele andere planen ähnliche Grausamkeiten?

 

Wir ignorieren eine furchtbare Gefahr, die auch in unserem Land und unserer Stadt schlummert.

 

https://www.bz-berlin.de/berlin/kolumne/der-lehrer-mord-in-frankreich-muss-uns-auch-in-berlin-interessieren

 



 

Ni liberté, ni egalité, ni fraternité en Allemagne!

 

Am Sonntagmorgen wurde in der Frankfurter Paulskirche dem aus Indien stammenden Ökonomen Amartya Sen von der Harvard Universität in Boston (USA) der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels verliehen. Ob er ihn verdient hat, darüber dürfen Philosophen und Ökonomen trefflich streiten. An seinen bereits verstorbenen Lehrer John Rawls reicht er gewiß nicht heran und zum Begriff der politischen Gerechtigkeit hat hierzulande Otfried Höffe auch einige lesens-werte Bücher publiziert, wenn auch keine populären Bestseller aus dem "Land der unbegrenzten Möglichkeiten".

 

Ich bin der Auffassung, dass Sen sich hauptsächlich mit ein paar Bestsellern bekannt gemacht hat, die moralische Gemeinplätze von evidenten Wünschbarkeiten enthalten, wie z.B. die eines weltweiten Friedens, globaler Gerechtigkeit und einer Freiheit von Armut nicht nur in der sog. Dritten Welt. Freilich wäre das alles sehr wünschenswert, wenn sich das nur (schon bald) so einfach realisieren ließe! Die Frage an den Ökonomen ist nur, auf welchen politischen Wegen und mit welchen ökonomischen Mitteln das gelingen könnte. Und da darf man dann doch zweifeln, ob Sen zu diesen etwas schwierigeren ökonomischen Fragen viel beizutragen hat. Aber ich bin kein Ökonom und darüber darüber dürfen dann Philosophen und Ökonomen miteinander streiten. Immerhin hat er dafür auch schon den Nobelpreis für Ökonomie erhalten. Aber nicht nur der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, sondern auch Nobelpreise werden weit überschätzt, seitdem sie zum bloßen Instrument der politischen Wirksamkeit durch medienwirksame Publicity verkommen sind.

 

Die Laudatorin des Deutschen BuchhandeLs hatte wie der Laudator, ein unbekannter Ghostwriter unseres Herrn Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier u.a. die biographische Begebenheit erwähnt, dass Amartya Sen schon als 17-jähriger Jüngling vor fast 70 Jahren hautnah miterleben musste, wie ein Muslim aus seiner Nachbarschaft von einem fanatischen Hindu-Nationalisten mit einem Messerstich in der Rücken ermordet wurde. Tragisches Ereignis! Dass vor drei Tagen in der Nähe von Paris ein Lehrer von einem eingewanderten islamistischen Tschetschenen ähnlich grausam ermordet wurde, haben die beiden Laudatoren jedoch mit keinem Wort erwähnt. Der indische Muslim als Opfer wird erwähnt, obwohl das schon 70 Jahre zurückliegt und Indien sehr weit weg ist -- seit einigen Jahrzehnten auch für den amerikanischen Staatsbürger und arrivierten Harvard-Professor Amartya Sen. Der nach Frankreich eingewanderte tschetschenische Muslim als Täter bleibt unerwähnt, obwohl das erst vor drei Tagen geschehen ist und Paris sich von Frankfurt aus mit dem Zug in knapp 5 Stunden erreichen lässt. Womit wir wieder beim Wunschdenken wären! Realitätsverweigerung nennen das Psychoanalytiker!

 

Der islamistische Terror mit seiner konsequenten Einschüchterung der Bürger und Menschen in Europa scheint unterschwellig zu wirken. Man neigt zum vorauseilenden Gehorsam gegenüber dem Islam und wagt es nicht mehr, Muslimen einen berechtigten Vorwurf zu machen, wenn sie auch schweigen und sich nicht distanzieren. Zumindest in linksliberalen Kreisen! Selbst dann, wenn ein islamistischer Muslim bei Paris gesetzlos handelt und einen grausamen Mord auf offener Straße an einem Lehrer begeht, der im Unterricht mit Schülern über Meinungsfreiheit diskutiert hatte und dazu auch Mohammed-Karrikaturen als Anschauungsmaterial verwendet hatte. Die französischen Lehrer gehen auf die Straße und protestieren zusammen mit anderen Bürgern, die sich ebenfalls für ein freies Bildungswesen enga-gieren. Die deutschen Politiker, Lehrer und Bürger schweigen jedoch. 

 

Schlechte Nachrichten für die Juden in Deutschland! Heinrich Heine müsste wohl bald wieder nach Paris fliehen.

 

Je ne suis pas Charlie! Je suis juif! Et je suis prof!

 

UWD, Heidelberg, der 18.10. 2020

 


 

NACH ATTACKE AUF LEHRER:

Frankreich will gegen Radikalisierung kämpfen

 

https://www.stern.de/news/nach-attacke-auf-lehrer-frankreich-will-gegen-radikalisierung-kaempfen-9457608.html