Tagungen


 

XXV. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Philosophie

 

geplant: 6. – 9. September 2020 - Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

verschoben auf: Sonntag, 5. September 2021, bis Mittwoch, 8. September 2021.

 

Der Kongress beschäftigt sich mit dem Wahren, Guten und Schönen in zweifacher Weise: zum einen mit den Überschneidungen und zum anderen mit deren Einheit.

 

Das Wahre, Gute und Schöne – Überschneidungen

 

Die Philosophie wird heute zumeist in einen „theoretischen“ und einen „praktischen“ Bereich eingeteilt. Während es der theoretischen Philosophie um das Sein, den Geist, Erkenntnis, Sprache, Logik etc. geht, beschäftigt sich die praktische Philosophie mit dem guten Leben, der Moral, der Gerechtigkeit von Institutionen u.a. So jedenfalls wird es in den Ein-führungsveranstaltungen vielfach gelehrt. Tatsächlich verstellt diese Einteilung der Philosophie jedoch den Blick auf philosophische Fragen, die in den letzten Jahren immer größeres Interesse finden, Fragen nach der Natur von – theo-retischen und praktischen – Überzeugungen, Tatsachen, Erkenntnissen, Aussagen, Gründen, Werten, Normen etc. Ist beispielsweise die Frage, was wir glauben sollen, eine Frage der theoretischen Philosophie (weil es um das Glauben geht) oder der praktischen Philosophie (weil es um ein Sollen geht)? Ist die Frage nach der Objektivität von Werten eine Frage der theoretischen Philosophie (weil es um Objektivität geht) oder der praktischen Philosophie (weil es um Werte) geht? Der Kongress „Das Wahre, Gute und Schöne“ möchte die philosophischen Fragen in den Mittelpunkt stellen, welche an der Schnittstelle zwischen theoretischer und praktischer Philosophie – und damit vielleicht im Zentrum der Philosophie überhaupt – liegen.

 

Es wird folglich insbesondere darum gehen, die vielfältigen Beziehungen zwischen dem Wahren, Guten und Schönen zu beleuchten: Wie verhalten sich Wahrheit und das Gute beispielsweise zueinander, wenn es darum geht, Überzeugungen zu bilden? Sollen wir möglichst glauben, was der Fall (also wahr) ist? Oder sollen wir glauben, was uns gut tut – egal, ob es der Fall ist oder nicht? Und gibt es Wahrheit in Bezug auf das Gute (und Gesollte)? Gibt es also beispielsweise (objektiv) wahre Werturteile (sowie objektiv gültige moralische Ver- und Gebote)? Wenn ja, was heißt in Bezug auf das Gute hier „Wahrheit“? Ebenso: Wie verhalten sich das Gute und Schöne zueinander? Ist das gute Leben etwa an ästhe-tischen Idealen auszurichten? Und zielt künstlerische Tätigkeit auf Schönheit? Oder auf moralische Erziehung? Wie hängt beides miteinander zusammen? Schließlich: Wie verhält sich Wahrheit zu Schönheit? Gibt es Wahrheit in Bezug auf Schönheit? Und, wenn ja: was für eine Wahrheit? Ist das vielleicht eine „relative Wahrheit“? Geht es der Kunst um Wahrheit? Und spielt Schönheit vielleicht eine zentrale Rolle in der Wissenschaft?

 

Das Wahre, Gute und Schöne – Einheit

 

Die Fragen nach dem Wahren, Guten und Schönen liegen im Zentrum der Philosophie. Sie sind zugleich von großer Bedeutung außerhalb der Philosophie: im wissenschaftlichen Kontext, aber vor allem auch für all diejenigen, die sich von der Philosophie eine Orientierung im Leben erwarten. Im wissenschaftlichen Kontext ist die Klärung der Ziele – Wahrheit, Verstehen, Nutzen, Moral, Schönheit – ganz zentral. Woran sollen sich WissenschaftlerInnen orientieren? Sollen sie wahre Theorien finden? Oder vielleicht schöne? Gibt es moralische Beschränkungen ihrer Forschung, wird also die Wahrheitssuche durch andere Werte beschränkt? Was ist der Wert der Wahrheit und wie muss er zu anderen Werten in Beziehung gesetzt werden? Für die Gesellschaft – sowohl für Institutionen als auch für Individuen – ist es andererseits ganz entscheidend, ein umfassendes und integriertes Bild der Welt zu bekommen. Letztlich sollte die Philosophie auf oberster Ebene Orientierung für ein gutes Leben bieten. Die drei Kernbegriffe des Kongresses bezeich-nen gerade die Ziele des Menschen als vernünftiges Lebewesen: Als denkende Wesen sind wir auf Wahrheit hin orien-tiert, als fühlende Wesen auf Schönheit (beziehungsweise generell auf das Angenehme) und als handelnde Wesen auf das Gute. Die Beantwortung der Fragen nach dem Wahren, Guten und Schönen, ist entscheidend, wenn es darum geht, generelle Orientierung im Leben zu geben.

 

Mit seiner Themenstellung zielt der Kongress also einerseits auf aktuelle Themen im Zentrum der Philosophie. Zugleich widmet er sich den größeren Aufgaben der Philosophie für Wissenschaft und Gesellschaft. Diese doppelte Zielsetzung spiegelt sich in den verschiedenen Bestandteilen des Programms wieder. In 15 Kolloquien werden ca. 50 international prominente FachvertreterInnen eingeladene Vorträge, insbesondere zu Themen an der Schnittstelle zwischen dem Wahren, Guten und Schönen, halten; in 4 Foren werden mit ausgewiesenen ExpertenInnen fachpolitische Themen zur Sprache kommen; in 40 Sektionen werden ca. 250 (über einen Call for Papers eingeworbene) Fachvorträge zu allen Bereichen und Epochen der Philosophie zu hören sein; abgerundet wird das Programm durch Veranstaltungen, die sich auch an eine größere Öffentlichkeit richten: zwei Podiumsdiskussionen, eine Fotoausstellung, einen Eröffnungsund einen Schlussvortrag sowie ein philosophisches Kabarett.

 

https://dgphil2020.fau.de/

 


 

Justice, Peace, and Cosmopolitan Values

 

IX Multilateral Kant Colloquium University of Lisbon, Portugal, September 22-24, 2021

 

Presentation

 

The Multilateral Kant Colloquia constitute a long series of international and multilingual scientific events devoted to the study of Kantian philosophy. Around these events a growing international network of Kant scholars has been formed and is expected to keep expanding itself, giving rise to new joint ventures and partnerships for research projects and collective publications. So far eight different events have taken place since 2008 in six different countries, namely:

 

 “Kant Today”, Verona and Padua, Italy, 2008

“What is Man? – Was ist der Mensch?”, Lisbon, Portugal, 2009

“Kant and Antinomical Thinking”, Mainz, Germany, 2011

“Kant and the Metaphors of Reason”, Tiradentes, Brazil, 2013

“Kant’s Short Writings – Kleine Schriften”, Madrid, Spain, 2014

“Kant on Violence, Revolution, and Progress”, Hempstead, NY, USA, 2016

“Kant and His Critics”, Halle, Germany, 2017

“Kant and the Contemporary World: Philosophy, Science, Politics”, Catania, Italy, 2018.

 

The next event of the series of Multilateral Kant Colloquia will be, depending on the Covid-19 restrictions, either a fully virtual conference or a hybrid conference (i.e., some people attending in-person and other people attending through a video conferencing system). The event will be hosted by the School of Arts and Humanities of the University of Lisbon, on September 22-24, 2021.

 

Although the event welcomes papers and panels dealing with any Kantian topics, the Organization provides a general thematic issue that can inspire a large number of participants, namely the Kantian views on “Justice, Peace and Cosmopolitan Values”. This general issue comprises also more specific subjects, such as:

 

1. Universalism and Cosmopolitanism in Kant’s Practical Philosophy

2. Kantian and Modern Philosophy of International and Cosmopolitan Right

3. Kantian and Modern Philosophy of History and Society

4. Contemporary Legacy of Kantian Political and Legal Philosophy

5. Just War Theories and Critical Pacifism

6. Global Justice and Social Justice: Gender, Race and Socioeconomic Equality

7. Human Rights and Minority Rights NEKIA

8. Migrations, Refugees, and Cosmopolitan Hospitality as well as Cosmopolitan Citizenship

9. Political Challenges to Cosmopolitanism: Nationalism, Colonialism and Imperialism

10. Ecology and Environmental Ethics/Politics

11. International Relations: Cooperation and Competition

12. Enlightenment, Religion and Secularization

13. Anthropology and the Future of Mankind

14. The History of the Ideal of Perpetual Peace

 

Call for papers

 

All Kantian scholars are invited to submit proposals of individual papers or panels (i.e., sets of 3 or 4 papers with thematic cohesion). Every submission should include title, abstract (300-500 words per paper), and (5) keywords until April 30th, 2021.

 

Submissions in German and English must be sent to Fernando Silva (fernandomsilva@campus.ul.pt). Submissions in Portuguese, Spanish, Italian and French must be sent to Paulo Jesus (paulorenatus@campus.ul.pt). Notifications of acceptance will be sent via email until May 31st .

 

In order to enhance broader understanding, participants whose papers are accepted in any language other than German, French or English, are kindly encouraged to share a written version of their text in one of these languages.

 

Every participant will have 25 minutes to read their paper. Every paper session is expected to include up to 4 papers and a moment of discussion. Both participation and attendance are totally free of charge.

 

Organizing Committee:

 

Chairs: Fernando Silva (CFUL) & Paulo Jesus (CFUL) Diogo Sardinha (CFUL) João Lemos (IFILNOVA) Núria Sánchez Madrid (UCM) Soraya Nour Sckell (CFUL / CEDIS) Tamara Caraus (CFUL)

 

Scientific Committee: Adriana Serrão (FLUL) Alessandro Pinzani (UFSC) António Marques (IFILNOVA) Giorgia Cecchinato (UFMG) Heiner Klemme (U. Halle) Jacinto Rivera de Rosales (UNED) NEKIA Leonel Santos (Emeritus FLUL) Luigi Caranti (U. Catania) Maria Borges (UFSC) Margit Ruffing (U. Mainz) Pablo Muchnik (Emerson College) Patrícia Kauark-Leite (UFMG) Robert Louden (U. S. Maine) Roberto R. Aramayo (IFS-CSIC, Madrid) Ubirajara Marques (UNESP) Virgínia Figueiredo (UFMG)

 

Organizing institutions: CFUL, Centro de Filosofia, Faculdade de Letras, Universidade de Lisboa CEDIS, Nova School of Law RIKEPS, Red Iberoamericana Kant: Ética, Política y Sociedad IFILNOVA, Nova Institute of Philosophy Justice, democracy and citizenship without borders (PTDC/FER-FIL/30686/2017) KANTINSA, Kant in South America (Marie-Curie RISE, 777786)

 


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Justice, Peace, and Cosmopolitan Values
IX Multilateral Kant Colloquium University of Lisbon, Portugal, September 22-24, 2021
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