Kritischer Realismus

 

 

Der Idealist, der Realist und der Elefant

 

Ein Realist und ein Idealist überqueren eine etwas abschüssige Straße. Als plötzlich von oben ein Elefant angerannt kommt, warnt der Realist: "Vorsicht, da kommt eine Elefant!" Daraufhin meint der Idealist mit einer etwas hochmütigen Geste der geistigen Überlegenheit: "Ach was, der Elefant ist auch nur eine Erscheinung in meinem Bewußtsein."

Etwas skeptisch fragt ihn der Realist: "Aber weiß das auch der Elefant?"

 

 

Jesuit und Pastor

 

Ein Jesuit und ein evangelischer Pastor disputieren miteinander über die Vorzüge ihrer Bekenntnisse. Nach einiger Zeit sagt der Jesuit: " Lassen wir doch diesen unnützen Streit. Schließlich arbeiten wir doch beide für denselben Herrn, Sie auf Ihre Art und ich auf seine."

 

 


 

 

Kritischer Realismus

 

Der kritische Realismus ist eine bestimmte philosophische und wissenschaftstheoretische Position und als solche eine besondere Form von Realismus. Alle Formen oder Varianten von Realismus, widersprechen allen Formen oder Varianten des Idealismus oder des Konstruktivismus.

 

Idealistische Philosophen behaupten auf die eine oder andere Weise, dass es keine von meinem bzw. unserem menschlichen Bewusstsein und Geist unabhängige Wirklichkeit gibt. Dabei muss man jedoch zwischen verschiedenen starken und schwachen Varianten des Idealismus unterscheiden. Die starken Varianten, wie z.B. von Platon, Descartes, Berkeley oder Fichte gelten in der gegenwärtigen (europäischen und amerikanischen) Philosophie als nur noch historisch relevante Positionen und nur noch ganz wenige Philosophen nach Kant und Brentano, Nicolai Hartmann und Karl Jaspers vertreten und verteidigen noch idealistischen Positionen mit allen ihren Konsequenzen.


Realistische Philosophen behaupten auf die eine oder andere Weise, dass es eine vom eigenen individuellen sowie kollektiven menschlichen Bewusstsein und Geist unabhängige Wirklichkeit gibt, die bestimmte eigenständige Strukturen des Seienden (Ereignisse und Prozesse, Sachverhalte und Situationen, Substanzen, Attribute und Relationen, Arten von Pflanzen und Tieren, Gegenstände und Personen, etc.) aufweist, die man teilweise wahrnehmen kann, teilweise jedoch erschließen muss, aber damit erforschen und entdecken kann. Dabei muss man jedoch auch zwischen bestimmten Varianten des Realismus unterscheiden, die sich in erkenntnistheoretischer Hinsicht unterscheiden.

 

Der naive, direkte oder empirische Realismus geht davon aus, dass ich die Realität so wahrnehmen kann, wie sie ist. Ich sehe einen Baum in unserem Garten, also steht dort ein Baum. Das Beispiel ist zwar trivial, aber nicht verkehrt, denn meine sinnliche Wahrnehmung ist im Alltag gewöhnlich zuverlässig genug, um von der sinnlichen Wahrnehmung eines äußeren Gegenstandes auf das Vorhandensein dieses Gegenstandes zu schließen. Da ich mich daran erinnern kann, dass der Baum seit Jahren an ein und derselben Stelle steht und dort gewachsen ist, habe ich auch keinen Grund an der von mir unabhängigen Existenz dieses Baumes zu zweifeln. Unhabhängig ist sie nämlich von meiner aktuellen Wahrnehmiung, von meinem momentanen Bewusstseinszustand und von meinem sprachlichen Gedanken und Reflexionen. Bäume existieren auch dann, wenn sie von keinem Menschen und von keinem Tier wahrgenommen werden. In den weiten Wäldern Kanadas gibt es vermutlich eine große Menge von Bäumen, die noch kein Mensch (bewusst) wahrgenommen hat. Und in der schier unendlichen Weite des Universums gibt es vermutlich unzählige Sonnen und Planeten, die noch kein Mensch beobachtet oder entdeckt hat.

 

Der kritische Realismus geht nun zwar auch davon aus, ich die Realität gewöhnlich so wahrnehmen kann, wie sie ist. Aber er verweist dennoch darauf, dass das nicht immer der Fall ist, (a.) weil es nun einmal Sinnestäuschungen gibt, wie z.B. wenn eine ins Wasser getauchte Angelschnur von der Seite gekrümmt zu sein scheint, (b.) weil der aktuelle Zustand meiner leiblichen Sinne den subjektiven Gehalt meiner Wahrnehmung verändern kann, wie z.B. wenn ich am Strand von der Sonne erhitzt ins Wasser gehe, das mir wegen des Temperaturunterschiedes besonders kalt zu sein scheint, (c.) weil es aktuelle Trübungen meines Bewusstseins durch Alkohol, Drogen oder Medikamente, etc. geben kann, wie z.B. wenn ich deswegen einen alten Bekannten nicht mehr klar wahrnehmen und erkennen kann, (d.) weil es Fehlinterpretationen dessen gibt, was ich wahrnehmen, wie z.B. wenn ich in meinem Garten versehentlich auf einen Schlauch trete und ihn im ersten Schreck kurz für eine Schlange halte, (e.) weil es Lichtverhältnisse gibt, in denen ein farbiger Gegenstand anders aussieht, als er unter Normalbedingungen bei Tageslicht, wie z.B. wenn eine gelbe Krawatte bei rotem Licht, orange zu sein scheint, (f.) weil es Vorurteile gibt, die meine Wahrnehmungsurteile beeinflussen, wie z.B. wenn jemand einen farbigen Radfahrer spontan für einen Asylanten hält, obwohl es sich auch um einen Studenten oder einen schon länger eingebürgerten Einwohner mit dunkler Hautfarbe handeln könnte, (g.) weil es Lichtstrahlen gibt, die ich mit meinen Augen nicht direkt wahrnehmen kann, wie z.B. ultraviolettes Licht, und schließlich (h.) weil es physikalische Realitäten gibt, die ich mit keinem meiner menschlichen Sinne direkt wahrnehmen kann, wie z.B. radioaktive Strahlung. 

 

Der kritische Realismus folgert aus solchen Bespielen, dass es eine natürliche (evolutionäre) Ausrichtung und bio-physiologische Einstellung unserer menschlichen Sinne auf bestimmte Aspekte der physikalisch-chemischen Wirklichkeit gibt, die den naiven oder direkten Realismus widerlegt. Aber daraus folgt keine generelle Unerkennbarkeit der Wirklichkeit, wie Skeptiker oder Subjektivisten meinen, da wir diese evolutionär entstandene Korrespondenz zwischen menschlicher Wahrnehmungsfähigkeit und physikalischer Wirklichkeit selbst wiederum objektiv erforschen und erkennen können.

 

Kants transzendentaler Idealismus ist trotz der irreführenden Terminologie - nicht nur nach Kant selbst - zugleich ein empirischer Realismus und damit zumindest ein Vorläufer des kritischen Realismus. Außer der bio-physiologischen Präfiguration der empirischen Gehalte der menschlichen Wahrnehmungen von Gegenständen, Ereignissen und Prozessen durch die menschliche Sinnlichkeit, gibt es nach Kant auch noch zwei erworbene und intersubjektive apriorische Formen der sinnlichen Anschauung von Gegenständen in Raum und Zeit: (1.) die Dreidimensionalität des realen lebensweltlichen Erfahrungsraumes und des idealen bzw. fiktiven Raumes der euklidischen Geometrie; (2.) die eindimensionale Linearität und Unumkehrbarkeit der realen lebensweltlichen Zeiterfahrung und der idealen bzw, fiktiven Zeit des Zählens in der Algebra. Kant glaubte jedoch auch, dass im Unterschied zu bloß subjektiven Wahrnehmungsurteilen ("Dieser Stein scheint warm zu sein.") objektive Erfahrungsurteile ("Die Sonne erwärmt den Stein.") über die konkret erfahrbaren Eigenschaften und kausal bedingten Veränderungen von raum-zeitlichen Gegenständen durch bestimmte apriorisch-logische und empirisch-rationale Kategorien des Denkens, Schließens und Urteilens geformt werden. Daher können wir gar nicht kontrafaktisch sagen, wie sich die Dinge an sich und unabhängig von diesen allgemeinen und intersubjektiven apriorischen Formen der sinnlichen Anschauung, des empirischen Verstandes und der logischen Vernunft verhielten. Menschen sind immer schon auf diese apriorischen Formen der sinnlichen Anschauung und apriorischen Formen des logisch korrekten Denkens und Urteilens angewiesen. Kants erkenntnistheoretische Position unterscheidet sich jedoch deutlich von einem allgemeinen Skeptizismus (Hume), von einem dogmatischen Idealismus (Berkeley), von einem problematischen Idealismus (Descartes), von einem egozentrischen Solipsismus (Fichte) und von einem transzendental-philosophischen Subjektivismus (Husserl). Insofern ist Kants transzendentaler Idealismus zugleich ein empirischer Realismus und damit ein Vorläufer des kritischen Realismus von Nicolai Hartmann ähnlich wie auch schon die epistemologischen und ontologischen Auffassungen des Aristoteles ein antiker Vorläufer des modernen kritischen Realismus waren.

 

Der metaphysische Realismus (Augustinus, Anselm von Canterbury, D. von Hildebrand, u.a. ) hingegen geht anders als der empirische Realismus Kants fälschlich davon aus, dass die Dinge an sich trotz der transzendental gültigen apriorischen Voraussetzung einer klassischen zweiwertigen Logik (unter dem impliziten Axiom des Ausschlusses von Widersprüchen) und trotz der raumzeitlichen Bedingtheit der menschlichen Wahrnehmung, Erfahrung, Begriffe und Urteilsbildung zweifelsfrei objektiv erkannt werden können. Dabei wird (1.) die unaufhebbare Differenz zwischen Denken (Urteil) und Sein (Sachverhalt) bzw. Subjekt und Objekt aufgehoben, (2.) die Fallibilität aller kontingenten und bivalenten Urteile geleugnet, (3.) die bio-soziale und psycho-mentale Bedingtheit aller authentisch forschenden, erkennenden und Wissenden Menschen durch Sprache und Kultur, Religion und Konfession außer Acht gelassen und schließlich (4.) der prozessuale und kommunale Charakter von Erkenntnis und Wissen missachtet. Damit maßen sich metaphysische Realisten jedoch an, als zeitliche und sterbliche Menschen die Dinge vollständig so erkennen zu können, wie sie an sich sind und wie sie nur ein ewiger und unsterblicher, allmächtiger und allwissender Gott jenseits aller menschlichen Bedingtheiten (A View From Nowhere) erkennen könnte. Kants philosophische Bescheidenheit ("Kantian Humility") hingegen weist - wie der kritische Realismus - diese übermenschliche Anmaßung (Hybris des "Wie-Gott-sein-wollens") zurück und geht bescheidener davon aus, dass sterbliche Menschen nun einmal nur "Geschöpfe Gottes" sind, die zwar gewisse Aspekte der Gegenstände, Ereignisse und Prozesse perspektivisch wahrnehmen und zeitlich erfahren können, die sie jedoch auch annäherungsweise methodisch erforschen, rational erschließen, objektiv rekonstruieren und hypothetisch erkennen können. Die menschliche Bedingtheit der Subjekte schließt nicht die Erreichbarkeit von objektivem Erkennen und Wissen aus, sie schließt nur die übermenschliche Unfehlbarkeit aus.

 

Deswegen kommt der kritische Realismus zu der insgesamt zutreffenderen Auffassung: Objektives Erkennen und Wissen im Alltag, in Arbeit und Berufsleben sowie in den vielfältigen formalen, empirischen und historischen Wissenschaften ist zwar grundsätzlich möglich und immer wieder wirklich realisiert, aber immer nur unter individuellem und gemeinschaftlichem menschlichen Bemühen um ein objektives Erkennen mit Hilfe methodischer Skepsis und unter günstigen natürlichen, kulturellen, sozialen, psychologischen und mentalen Bedingungen.

 

P.S. Der Critical Realism von Roy Bhaskar ist wie der kritische Rationalismus von Karl Popper und Hans Albert eine Anwendung des kritischen Realismus auf die methodischen Natur- und Sozialwissenschaften. Der kritische Rationalismus hat dabei an den umfassenden kritischen Realismus von Nicolai Hartmann und Oswald Külpe angeknüpft. Der kanadische Jesuit Bernard Lonergan hat den kritischen Realismus auf die Ethik und christliche Theologie, die Wissenschaftstheorie und die Makroökonomie angewandt. Der britische Historiker und anglikanische Theologe N.T. Wright schließlich vertritt einen kritischen Realismus in der biblischen Hermeneutik und Theologie.

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Kritischer_Realismus_(Philosophie)

 


 

Critical Realism

 

Alexander M. Clark

 

Critical realism offers an ontology that can conceptualize reality, support theorizing, and guide empirical work in the natural and human sciences. It views reality as complex and recognizes the role of both agency and structural factors in influencing human behavior. It can be used with qualitative and/or quantitative research methods. There are strong links between critical realism and other theoretical approaches, such as complexity theory, social emergence, and systems theory, variations of which can be underpinned by a critical realist ontology.

 

Background

 

Critical realism (alternatively termed transcendental or complex realism) is most closely associated with the early works of the philosopher Roy Bhaskar. It has been developed mostly in the social and health sciences, evaluation, and economics. Critical realism is one of a range of postpositivist approaches positioned between positivism/objectivism and constructivism/relativism.

 

Critical realism simultaneously recognizes the existence of knowledge independent of humans, but also the socially embedded and fallible nature of scientific inquiry. Among other criticisms, positivism is viewed as failing to acknowledge the inherent social nature of knowledge development, the influence of underlying unobservable factors/powers, and the meaning - centered nature of humans. However, constructivist philosophies are also criticized for overprivileging these human perspectives and attendant problematic variations of relativism that cannot adequately resolve competing claims to knowledge or account for knowledge development.

 

To resolve these epistemological issues, the early work of Bhaskar conceived the existence of three realms of reality: the actual, the real, and the empirical. The actual domain refers to events and outcomes that occur in the world. The real domain refers to underlying relations, structures, and tendencies that have the power to cause changes in the actual realm. Most often these causal influences remain latent; however, under the right circumstances, factors in the real domain can act together to generate causal changes in the actual domain. These causal changes are neither uniform nor chaotic but are somewhat patterned. The empirical dimension refers to human perspectives on the world (i.e., of the actual and real domains). This could be perspectives of an individual or, in a wider sense, of scientific inquiry. The real and actual domains can be perceived only fallibly. Hence, this ontology advocates the existence of an objective reality formed of both events and underlying causes, and although these dimensions of reality have objective existence, they are not knowable with certainty.

 

Other tenets of critical realism tend to emerge from this ontological basis. A strong focus in theorizing and research informed by critical realism is placed on understanding causality and explaining events in the actual domain. This movement from events to their causes, known as abduction, is contrasted with other common goals of research to describe, predict, correlate, and intervene.

 

Critical realism attempts to respond to and understand reality as it exists in the actual and real domains. Hence, being led by the nature of that reality is of overriding importance and takes precedence over disciplinary, methodological, or ideological predisposition because each of these could distort perceptions of reality. This results in a postdisciplinary vent that seeks to be led by reality in all its complexity and to avoid simplification, narrowness, and distortion.

 

In the realm of the real, critical realism views behavior as being influenced by both agency and structural factors. Although humans have a degree of agency, this is always constrained by wider structural factors that are viewed as surrounding the individual. Although culture can be conceived as being dependent on and created only through the existence of humans, critical realism argues that culture exists independent of individuals. Likewise, social phenomena are made possible by the presence of humans, but are deemed to be external to individuals and have existence and the power to constrain whether this is recognized by individuals or not.

 

Suitability of Critical Realism for Qualitative Research

 

The strengths of critical realism for qualitative research lie in its desire to render complexity intelligible, its explanatory focus, its reconciliation of agency and structural factors, and its ability to recognize the existence of wider knowledge while respecting the importance of social meaning to humans. Critical realism is particularly well suited to exploring research questions that relate to understanding complexity. Rather than controlling for or simplifying complexity artificially, the approach advocates that complexity must be embraced and explored. Although other research methods, such as the randomized trial, have control and artificiality as defining characteristics, critical realism advocates that phenomena must be understood in the real world. Understanding phenomena in this natural realm means that findings do not need to endure problematic generalizations from unnatural to natural settings.

 

Critical realism is also well suited to questions that seek to explain outcomes. A huge volume of research (mostly quantitative) describes outcomes in the natural world. The demographics of death and disease, educational achievement, and health care are monitored systematically in many countries. Moreover, researchers often use trial interventions or programs in an effort to find out what approaches work best so as to improve outcomes in different populations. However, in both instances, little work is carried out to explain th e patterns identified or understand the underlying phenomena. As a result, there is often difficulty in accounting for why trends exist or why programs perform as they do. There is nothing inherent in critical realism that directs researchers to theoretical, qualitative, or quantitative methods. The tenets of critical realism place overriding importance on understanding reality. Methodological decisions are secondary to this aim. Some critical realists advocate greater reliance on qualitative work; however, these arguments are based mostly on the assumption that qualitative methods are better suited to understanding complexity in the real domain.

 

Critical realism is also compatible with critical social science because it views individuals as having the potential for emancipation. Critical realism recognizes that humans can actively shape and change wider social phenomena through channels such as collective action, the arts, and research.

 

Applications of Critical Realism in Qualitative Research

 

Critical realism has been applied in qualitative research in a variety of ways. Its ontology may underpin empirical work irrespective of whether this is overtly recognized or acknowledged. Much qualitative research seeks to understand the causes of social phenomena through recourse to both individual and contextual factors. How closely authors of such research ascribe to or identify with the tenets of critical realism is open to debate. Arguably, a wealth of research that has come to be labeled as interpretive descriptive is underpinned with principles that are not dissimilar to critical realism. However, investigators are often reticent or unable to draw comment on the philosophies underlying their work.

 

In terms of method, critical realism can be used to guide empirical work as part of recognized approaches. For example, interpretations of critical realism can underpin variations of ethnography and grounded theory. Alternatively, approaches that are presented as critical realist have been developed. Although there is no single critical realist method, these various approaches have some commonalities.

 

In common with many methodological approaches to qualitative research, critical realism places a strong importance on adequate conceptualization, rigorous description, and convincing explanation.

 

Given that reality is seen as independent of individuals, attaining an adequate conceptualization of phenomena being explored is very important. If researchers have an impoverished or incomplete conception of phenomena, the quality of the understanding likely to accrue from the research is compromised. Research must seek an accurate understanding of reality in all its complexities, but also must avoid the imposition of the researchers' preconceptions or ideology on reality. This rationale informs the argument for postdisciplinary research. From a strong conceptualization, rigorous description and adequate explanation should follow. Again, both of these aims stem from the assumption that reality is complex and external to the individual.

 

Explanation should be rich and deep, invoking both agency and structural factors in a complex way to account for patterns in data. In this way, results are not descriptive but should provide an explanation of patterns identified in data. Interactions between factors should be described, and a sense of complexity should be to the fore. Different types of data can be relied on to provide a case for explanation, including lay accounts from different key groups or document analysis. These qualitative data can also be linked to quantitative data for corroboration or further explanation. The rationale for this multiplicity is that each method or perspective can provide evidence of what is occurring in the world.

 

There is a place within this for research exclusively into lay accounts. This follows from the recognition that knowledge of the world exists and that social structures influence human behaviors in the recognition of hermeneutical dimensions. The beliefs, understandings, and meanings of humans do matter — not because they determine what objective reality is, but rather because they are likely to influence behavior. Although it is understandable that a patient with a fatal form of cancer might not believe he or she has cancer despite a range of biological indicators and symptoms that point to the contrary, the patient's beliefs do not determine objective reality; that is, they do not cause the cancer to disappear. It remains important to understand the cancer patient's perspective because this will have implications for his or her self-care, but the patient's views should always be framed as an account of reality rather than being taken to determine reality. Hence, critical realism can be used to guide research into lay beliefs, accounts, and discourse with the broad caveat that data produced in these inquiries relate to accounts of reality that may or may not be accurate, but do not determine reality. This is compatible with many forms of qualitative research, including phenomenology/lived experience research.

 

Sampling in qualitative research informed by critical realism retains the same concerns as do other methods, including saturation, typicality of sample, and purposive case selection. However, sampling should also be focused on using key groups to assist in the explanatory project. Careful selection of similar individuals with different outcomes can provide case - based comparisons that can illuminate factors in the real domain of prime importance. Sample sizes should be sufficiently large to allow meaningful comparisons to be made.

 

The Future of Critical Realism in Qualitative Research

 

In the rush to do research as a basis for intervention in policy and practice in health, education, and social services, solutions to well - established problems remain surprisingly a nd consistently illusive. Inequalities remain, performance is weak, and problematic patterns persist. All too often, the promising results of randomized trials or demonstration initiatives fail to be replicated in the real world or across different settings. Disturbingly consistent adverse patterns in health, education, and social well - being continue to be found internationally. After the initial faith that evidence - based practice could eradicate all such ills, more sophisticated and less reductionist appro aches such as critical realism are increasingly seen as being needed by governments and organizations.

 

Critical realism retains the axioms that knowledge of the underlying complexities of the world can be not only accrued but also applied for human benefit . However, it views having a deep understanding of why patterns exist as a prerequisite to effective action. As such, its future in guiding work to address intransigent real - world problems may be a particularly fruitful area for its continued application.

 

Further Readings

 

Archer, M. , ed. , Bhaskar, R. , ed. , Collier, A. , ed. , Lawson, T. , ed. , & Norrie, A. (Eds.). (1998). Critical realism: Essential readings. London: Routledge.

 

Cruickshank, J. (2003). Realism and sociology. London: Routledge.

 

Pawson, R. , & Tilley, N. (1997). Realistic evaluation. London: Sage.

 

Sayer, A. (2000). Realism and social science. London: Sage.

 

Entry Citation: Clark, Alexander M. "Critical Realism." The Sage Encyclopedia of Qualitative Research Methods. 2008. SAGE Publications. 7 Sep. 2011. http://www.sage-ereference.com/view/research/n87.xml

 

http://www.bahaistudies.net/asma/criticalrealism.pdf