Rolle der USA

 

 

Welche Rolle spielen die USA?

 

Russland hat den Krieg begonnen, doch die USA haben dazu beigetragen, diesen Konflikt in einen potenziellen Weltenbrand zu verwandeln, analysiert Christopher Caldwell in der New York Times. Der Autor mehrerer Bücher zur Geschichte Amerikas fürchtet, dass Europa unter Führung der USA in einen Weltkrieg „schlafwandeln“ könnte. Und er fragt: Haben die USA überhaupt ein Interesse, den Krieg schnell zu beenden?

 

Christopher Caldwell in der Emma vom 3. Juni 2022  

 

In der Pariser Tageszeitung Le Figaro warnte Henri Guaino, ein Top-Berater von Nicolas Sarkozy während dessen Amtszeit als französischer Präsident, dass die europäischen Länder unter der Führung der Vereinigten Staaten in

einen Krieg mit Russland "schlafwandeln" würden. Guaino lehnte sich dabei an eine Metapher an, die der Historiker Christopher Clark verwendet hat, um die Entstehung des Ersten Weltkriegs zu beschreiben.

 

Natürlich weiß Guaino, dass Russland die Hauptschuld am derzeitigen Konflikt in der Ukraine trägt. Es war Russland,

das im letzten Herbst und Winter seine Truppen an der Grenze aufmarschieren ließ und - nachdem es von der NATO eine Reihe von Sicherheitsgarantien in Bezug auf die Ukraine gefordert hatte, die diese ablehnte - am 24. Februar mit dem Beschuss und dem Töten begann.

 

Die Vereinigten Staaten haben jedoch dazu beigetragen, diesen tragischen lokalen Konflikt in einen potenziellen Weltenbrand zu verwandeln. Indem der Westen - angeführt von der Regierung Biden - die Logik des Krieges miss-verstanden hat, so Guaino, hat er dem Konflikt eine Dynamik verliehen, die möglicherweise nicht mehr zu stoppen ist. Damit hat er Recht.

 

Die USA unterstützten 2014 den Aufstand gegen den pro-russischen Präsidenten

 

Im Jahr 2014 unterstützten die Vereinigten Staaten einen Aufstand - in seiner letzten Phase einen gewaltsamen Aufstand - gegen die rechtmäßig gewählte ukrainische Regierung von Viktor Janukowitsch, die pro-russisch war. (Die Korruption der Regierung Janukowitsch wurde von den Befürwortern des Aufstandes häufig angeführt, aber Korruption ist auch heute noch ein ständiges Problem in der Ukraine). Im Gegenzug annektierte Russland die Krim, einen historisch russischsprachigen Teil der Ukraine, der seit dem 18. Jahrhundert Standort der russischen Schwarzmeerflotte ist.

Über die russischen Ansprüche auf die Krim kann man streiten, aber die Russen nehmen sie ernst. Hunderttausende russische und sowjetische Kämpfer starben bei der Verteidigung der Krimstadt Sewastopol gegen europäische Truppen während zweier Belagerungen - einer während des Krimkriegs und einer während des Zweiten Weltkriegs. In den letzten Jahren schien die russische Kontrolle über die Krim ein stabiles regionales Arrangement zu bieten: Zumindest

die europäischen Nachbarn Russlands haben schlafende Hunde ruhen lassen.

 

Doch die Vereinigten Staaten haben dieses Arrangement nie akzeptiert. Am 10. November 2021 unterzeichneten die USA und die Ukraine eine "Charta der strategischen Partnerschaft", in der sie den Beitritt der Ukraine zur NATO forderten, die "anhaltende russische Aggression" verurteilten und ein "unerschütterliches Engagement" für die Wiedereingliederung der Krim in die Ukraine bekräftigten. Diese Charta "überzeugte Russland davon, dass es

angreifen muss oder angegriffen wird", schrieb Guaino. "Es ist erschreckend genau der Prozess, der sich 1914 in

seiner Unausweichlichkeit abgespielt hat.“

 

2014 hatte die Ukraine kaum modernes Militär, dann begannen die USA mit der Bewaffnung

 

Dies entspricht der Darstellung des Krieges, den Präsident Wladimir Putin zu führen behauptet. "Es gab ständigen Nachschub an modernster militärischer Ausrüstung", sagte Putin bei der jährlichen russischen Siegesparade am 9. Mai und bezog sich dabei auf die Bewaffnung der Ukraine durch das Ausland. "Die Gefahr wuchs jeden Tag." Ob er sich zu Recht um die Sicherheit Russlands sorgte, hängt von der jeweiligen Perspektive ab. Der Westen neigt jedenfalls dazu, diese Sorge kleinzureden.

 

Der bisherige Verlauf des Krieges in der Ukraine rechtfertigt Putins Diagnose, wenn auch nicht sein Verhalten. Obwohl die ukrainische Rüstungsindustrie zu Sowjetzeiten wichtig war, verfügte das Land 2014 kaum noch über ein modernes Militär. Nicht der Staat, sondern Oligarchen bewaffneten und finanzierten einige der Milizen, die gegen die von Russland unterstützten Separatisten im Osten kämpfen sollten.

 

Die Vereinigten Staaten begannen mit der Bewaffnung und Ausbildung des ukrainischen Militärs, zunächst zögerlich unter Präsident Barack Obama. Unter der Trump-Administration begann jedoch der Zustrom moderner Waffen, und heute ist das Land bis an die Zähne bewaffnet. Seit 2018 hat die Ukraine in den USA hergestellte Javelin-Panzerabwehr-raketen, tschechische Artillerie, türkische Bayraktar-Drohnen und andere NATO-kompatible Waffen erhalten. Die Vereinigten Staaten und Kanada haben in letzter Zeit moderne Haubitzen des Typs M777 britischer Bauart geliefert,

die GPS-gesteuerte Excalibur-Granaten abfeuern. Präsident Biden hat gerade ein Militärhilfepaket im Wert von 40 Milliarden Dollar unterzeichnet.

 

Henri Guaino hat Recht, wenn er den Westen der "Schlafwandelei" bezichtigt

 

Vor diesem Hintergrund ist der Spott über Russlands Leistungen auf dem Schlachtfeld unangebracht. Russland wird nicht von einem mutigen Agrarland in die Schranken gewiesen, sondern es behauptet sich, zumindest im Moment, gegen die modernen Wirtschafts-, Cyber- und Gefechtsfeldwaffen der NATO.

 

Und hier hat Guaino Recht, wenn er den Westen der Schlafwandelei bezichtigt. Die Vereinigten Staaten versuchen die Fiktion aufrechtzuerhalten, dass die Bewaffnung ihrer Verbündeten nicht dasselbe ist wie die Teilnahme an einem Kampf.

 

Im Informationszeitalter wird diese Unterscheidung immer künstlicher. Die Vereinigten Staaten haben Geheimdienst-informationen geliefert, die zur Tötung russischer Generäle verwendet wurden. Sie lieferten Zielinformationen, die

dazu beitrugen, den russischen Schwarzmeer-Raketenkreuzer Moskva zu versenken, bei dem etwa 40 Seeleute getötet wurden.

 

Und die Vereinigten Staaten spielen möglicherweise eine noch direktere Rolle. Es gibt Tausende von ausländischen Kämpfern in der Ukraine. Ein Freiwilliger sprach im Mai gegenüber der Canadian Broadcasting Corporation davon, dass er an der Seite von "Freunden" kämpft, die "von den Marines und aus den USA kommen". So wie es leicht ist, die Grenze zwischen Waffenlieferanten und Kämpfern zu überschreiten, ist es auch leicht, die Grenze zwischen einem Stellvertreter-krieg und einem geheimen Krieg (Secret War) zu überschreiten.

 

Wenn größere Waffen nicht abschrecken, dann führen sie zu größeren Kriegen

 

Ein Land, das versucht, einen solchen Krieg zu führen, läuft Gefahr, von einer teilweisen in eine vollständige Beteiligung hineingezogen zu werden. Vielleicht rechtfertigen amerikanische Kräfte den Waffenexport mit dem Argument: Sie sind so mächtig, dass sie abschreckend wirken. Das Geld ist gut angelegt, denn es kauft Frieden. Wenn größere Waffen jedoch nicht abschrecken, führen sie zu größeren Kriegen.

 

Bei der russischen Übernahme der Krim im Jahr 2014 starben eine Handvoll Menschen. Doch diesmal ist Russland waffentechnisch ebenbürtig - und in einigen Fällen sogar überlegen - und hat sich auf einen Bombenkrieg verlegt,

der eher an den Zweiten Weltkrieg erinnert.

 

Selbst wenn wir Putins Behauptung nicht akzeptieren, dass Amerikas Aufrüstung der Ukraine der Grund dafür sei,  

dass es überhaupt zum Krieg gekommen ist, so ist sie doch mit Sicherheit der Grund dafür, dass der Krieg die Form angenommen hat, die er hat.

 

Unsere Rolle dabei ist nicht passiv oder zufällig. Wir haben den Ukrainern Grund zu der Annahme gegeben, dass sie sich in einem Krieg der Eskalation durchsetzen können. Tausende von Ukrainern sind gestorben, was wahrscheinlich nicht passiert wäre, wenn die Vereinigten Staaten sich zurückgehalten hätten. Das kann natürlich bei den amerikanischen Entscheidungsträgern ein Gefühl der moralischen und politischen Verpflichtung hervorrufen, den Kurs beizubehalten, den Konflikt zu eskalieren.

 

Die USA haben gezeigt, dass sie die Tendenz haben, Konflikte zu eskalieren

 

Die Vereinigten Staaten haben gezeigt, dass sie die Tendenz zur Eskalation haben. Im März schwor Biden auf Gott,

bevor er darauf bestand, dass Putin "nicht an der Macht bleiben kann". Im April erklärte Verteidigungsminister Lloyd Austin, dass die Vereinigten Staaten "Russland geschwächt sehen" wollen.

 

Noam Chomsky warnte in einem Interview im April vor den paradoxen Anreizen, die von solchen "heroischen Äuße-rungen" ausgehen. "Sie mögen sich wie Winston Churchill-Imitationen anfühlen, sehr aufregend", sagte er. "Aber was

sie bedeuten, ist: Zerstörung der Ukraine."

 

Die Lage auf dem Schlachtfeld in der Ukraine ist jetzt in einem gefährlichen Stadium. Sowohl Russland als auch die Ukraine haben schwere Verluste erlitten. Aber beide haben auch Gewinne gemacht. Russland hat eine Landbrücke zur Krim und die Kontrolle über einige der fruchtbarsten landwirtschaftlichen Flächen und Energievorkommen der Ukraine, in den letzten Tagen hat es die Oberhand auf dem Schlachtfeld gewonnen. Die Ukraine kann nach der Verteidigung ihrer Städte mit weiterer Unterstützung, Know-how und Waffen der NATO rechnen - ein starker Anreiz, den Krieg nicht so bald zu beenden.

 

Keine Zugeständnisse an Russland zu machen, hieße, sich dem Wahnsinn zu beugen

 

Aber wenn der Krieg nicht bald beendet wird, werden die Gefahren zunehmen. "Die Verhandlungen müssen in den nächsten zwei Monaten beginnen", warnte der ehemalige US-Außenminister Henry Kissinger letzte Woche, "bevor es z

u Verwerfungen und Spannungen kommt, die kaum noch zu überwinden sind." Er forderte eine Rückkehr zum Status quo ante bellum und fügte hinzu: "Wenn der Krieg über diesen Punkt hinaus fortgesetzt würde, ginge es nicht um die Freiheit der Ukraine, sondern um einen neuen Krieg gegen Russland selbst."

 

In diesem Punkt ist Kissinger auf derselben Seite wie Guaino. "Zugeständnisse an Russland zu machen, hieße, sich

einer Aggression zu beugen", warnte Guaino. "Keine Zugeständnisse zu machen, hieße, sich dem Wahnsinn zu beugen.“

Die Vereinigten Staaten machen keine Zugeständnisse. Das würde bedeuten, das Gesicht zu verlieren. Es stehen Wahlen an. Die Regierung versperrt also die Verhandlungswege und arbeitet an der Verschärfung des Krieges. Wir sind dabei, um ihn zu gewinnen. Mit der Zeit könnte die enorme Einfuhr tödlicher Waffen, einschließlich derer aus den neu bewilligten 40 Milliarden Dollar, den Krieg auf eine andere Ebene bringen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selensky warnte im Mai in einer Rede vor Studenten, dass die blutigsten Tage des Krieges noch bevorstünden.

 

CHRiSTOPHER CALDWELL

 

Der Autor ist Journalist und Verfasser der Bücher "The Age of Entitlement: America Since the Sixties" und "Reflections on the Revolution in Europe: Immigration, Islam and the West". Sein Text erschien zuerst in der New York Times.

 

https://www.emma.de/artikel/ukraine-krieg-welche-rolle-spielen-die-usa-339533

 


 

USA betreiben offenbar geheime Kommando-Struktur in der Ukraine -

nach Vorbild aus Afghanistan

 

Felix Durach im Merkur.de am 22.07.2022, aktualisiert am 16.09.2022

 

Nato und USA beteiligen sich offiziell nicht direkt am Krieg in der Ukraine. Dennoch befinden sich offenbar CIA-Agenten vor Ort und unterstützen die ukrainischen Streitkräfte.

 

Kiew – Die Nato steht im andauernden Ukraine-Konflikt geschlossen hinter der Ukraine. Diese Position bekräftigten die Vertreter des Militärbündnisses in den vergangenen Monaten immer wieder. Auf dem Nato-Gipfel Ende Juni kündigte US-Präsident Joe Biden an, man werde die Ukraine „so lange unterstützen, wie es nötig ist.“ Ein deutliches Statement auch deshalb, weil Generalsekretär Jens Stoltenberg zuvor befürchtet hatte, der Krieg zwischen Russland und der Ukraine könne noch „Jahre dauern“.

 

Die Nato-Mitglieder betonten jedoch immer wieder, man sei keine aktive Partei im Krieg gegen Russland. Das Militär-bündnis setzt in seiner Unterstützung für Kiew vor allem auf finanzielle Unterstützung und die Lieferung von schweren Waffen in das Kriegsgebiet. Die Präsenz von Nato-Soldaten auf ukrainischem Boden wird abgelehnt. Zu hoch ist die Gefahr einer Eskalation des Konflikts mit der Atommacht Russland. Wie ein Bericht der New York Times nun aufdeckt, befinden sich offenbar sehr wohl Nato-Einheiten und US-Agenten in der Ukraine.

 

Ukraine-Krieg: Vorbild Afghanistan - US-Spezialeinheit errichtet Kommando-Netzwerk

 

Wie die renommierte Zeitung berichtet, unterstützt ein geheimes Netzwerk an Kommandos und Agenten die Ukraine

im Krieg gegen Russland von Europa aus. Die Spezialeinheiten seien vor allem für Aufklärung, die Bereitstellung von Waffen und die Ausbildung ukrainischer Soldaten verantwortlich. Der Großteil der Arbeit findet dabei außerhalb der Ukraine auf US-Stützpunkten in Deutschland, Frankreich und Großbritannien statt. Doch wie der Bericht mit Verweis auf US-Offizielle vermeldet, befinden sich auch Angehörige des US-amerikanischen Auslandsgeheimdienstes CIA in der Ukraine. Von der Hauptstadt Kiew aus sollen sie die Aufklärungsarbeit koordinieren.

 

Die 10. Special Forces Group der US-Army hatte nach der russischen Invasion in die Ukraine Ende Februar zunächst eine Planungszelle in Deutschland eingerichtet, um die Unterstützung für die Ukraine zu koordinieren, wie die New York Times berichtete. Dieser haben sich mittlerweile 19 weitere Nationen angeschlossen. Eine offizielle Bestätigung der Arbeit gibt es auch aus der US-Regierung. Die Organisation orientiere sich dabei an einem ähnlichen Modell, welche das US-Militär während des Kriegs in Afghanistan eingerichtet hatte. Christine Wormuth, Secretaty of the Army in der Biden-Regierung, sprach bereits im vergangenen Monat über die Aufgaben der Zelle.

 

Ukraine-News: US-Regierung über Einsätze im Kriegsgebiet - „Koordinierung von Waffenströmen“

 

Deren Hauptaufgabe sei die Koordinierung von Waffen- und Ausrüstungsströmen in das Kriegsgebiet. „Die Ukrainer versuchen die Waffen und Ausrüstung zu transportieren und dabei den russischen Truppen auszuweichen, welche die Konvois ins Visier nehmen. Wir versuchen bei der Koordination und dem Transport der verschiedenen Ladungen zu helfen“, so Wormuth. „Ein weiterer Punkt, in dem wir helfen können, ist die, Aufklärung darüber, wo die Gefahren für diese Konvois sich befinden.“

 

Ukraine-News: CIA unterstützt Kiew wohl bei Aufklärung - auch diverse Nato-Kommandos vor Ort

 

Teile der Aufklärung werden auch direkt in der Ukraine koordiniert. CIA-Agenten sollen hierfür vor allem von Kiew aus agieren, jedoch auch an anderen Positionen im Westen des Landes vertreten sein. Auskünfte zu den Auslandseinsätzen des Geheimdienstes erteilt die US-Regierung grundsätzlich nicht. Die Präsenz der CIA vor Ort gilt jedoch international als offenes Geheimnis und soll auch von Russland registriert worden sein.

 

Darüber hinaus sollen sich auch ein paar Dutzend Kommandos von anderen Nato-Mitgliedern in der Ukraine befinden und zu dem Netzwerk zählen. Dazu zählen Großbritannien, Frankreich, Kanada und Litauen. Die Staaten hatten ent-weder bereits vor dem Kriegsbeginn Truppen in der Ukraine, oder haben sie in den vergangenen Monaten hinzu-gezogen. Die USA hingegen hatten vor der russischen Invasion alle 150 militärische Ausbilder aus der Ukraine abgezogen.

 

Ukraine-News: USA und Nato vor Ort - Auswirkungen bereits auf dem Schlachtfeld sichtbar

 

Über die weiteren Einsatzgebiete der CIA und der Kommandos sei aktuell nur wenig bekannt. Die New York Times ordnet die Präsenz der Agenten als Zeichen für die Reichweite der US-Unterstützung in der Ukraine ein. Sie würde auch darauf hinweisen, welche Risiken die US-Regierung und ihre Verbündeten in der aktuellen Lage ergreifen würde.

 

Die Auswirkungen dieser Unterstützung lassen sich auch auf dem Schlachtfeld beobachten. Diverse untergeordnete ukrainische Kommandeure hatten sich zuletzt bei der US-Regierung für die bereitgestellten Satellitenbilder zur Aufklärung bedankt. Die Bilder können über ein Tablet abgerufen werden und geben Aufschluss über die Position der russischen Truppen. In der Stadt Bakhmut in der umkämpften Region Donbas, sollen Soldaten darüber hinaus sogar US-amerikanische Patches auf ihren Ausrüstungen getragen haben.

 

Wenige Wochen später warnt ein ranghoher Bundeswehr-General vor Putin – und erntet harsche Kritik aus dem Ausland, speziell den USA. Auch die Verwunderung über Olaf Scholz‘ Regierung wächst mancherorts.

 

Ukraine-News: US-Unterstützung für Kiew - Ukrainer brauchen jetzt „klassisches Militär-Training“

 

Der ehemalige CIA-Mitarbeiter Douglas Wise bezweifelt gegenüber der New York Times jedoch, ob die Präsenz der Agenten ausreichend für eine Unterstützung der Ukraine sei. Die CIA sei auf Aufstandsbekämpfung und Anti-Terrorismus-Operationen spezialisiert. Themenfelder, die nur bedingt im aktuellen Krieg benötigt werden. „Was die Ukrainer jetzt brauchen, ist klassisches Militär-Training“, so Wise. Im Fokus steh dabei vor allem die Ausbildung in der Nutzung des Mehrfachraketenwerfers Himars.

 

Vier dieser Systeme hat die US-Regierung bereits an die Ukraine geliefert, vier weitere seien bereits auf dem Weg. US-Soldaten erhalten in der Regel eine sechs- bis achtwöchige Ausbildung in der Bedingung der Raketenwerfer. Aufgrund des Zeitmangels in der aktuellen Situation bekommen ukrainische Soldaten ein zweiwöchiges Kurzprogramm der Ausbildung - aktuell noch von US-Einheiten in Deutschland. „Diese Systeme kann man nicht einfach auf das Schlachtfeld werfen“, erklärte US-General Mark A. Milley zuletzt. Die Raktenwerfer spielen aktuell auch bei der ukrainischen Gegenoffensive im Süden des Landes eine entscheidende Rolle.

 

Ukraine-News: Kiews Militär verliert „100 Soldaten am Tag“ - Probleme bei medizinischer Versorgung

 

Darüber hinaus beklagen US-Beamte auch die mangelhafte Ausbildung der ukrainischen Truppen bei der Versorgung und dem Transport von Verwundeten. „Sie verlieren 100 Soldaten am Tag. Das ist fast so hoch, wie unsere Verluste im Vietnam-Krieg. Es ist furchtbar“, sagte ein ehemaliger Beamter der Trump-Regierung. Auch hier könnten US-Truppen weitere Trainings anbieten, wie man ein Netzwerk aus mobilen Krankenhäusern in Frontnähe aufbaut und Verwundete schneller versorgen kann.

 

Dabei besteht jedoch die Gefahr, dass die Präsenz von mehr US-amerikanischen Ausbildern in der Ukraine eine weitere Eskalation vonseiten Russlands auslösen könnte. Ex-CIA-Mitarbeiter Douglas Wise sagte dazu: „Würde eine Erweiterung des Trainings den Preis rechtfertigen, der für diese möglicherweise gezahlt werden müsste? Die Antwort ist: wahrschein-lich nicht.“ (fd)

 

https://www.merkur.de/politik/waffen-ausbildung-cia-militaer-nato-usa-ukraine-russland-news-krieg-91664785.html

 


 

Neuer Kriegsplan, neues Kommando

 

Russlands Kriegsplan war von Anfang an fehlerhaft. Nachdem selbst ein enger Verbündeter Putins dessen Strategie öffentlich kritisierte, hat der russische Präsident den zuständigen Militärbefehlshaber durch General Sergej Surowikin ersetzt. Doch das neue Kommando und der neue Kriegsplan ändern nichts daran, dass die USA die Kontrolle über den Verlauf des Ukraine-Krieges haben.

 

VON GEORGE FRIEDMAN am 12. Oktober 2022 in CICERO ONLINE

 

Vor einigen Tagen beschloss der russische Präsident Wladimir Putin, den für den Ukraine-Krieg zuständigen Militär-befehlshaber durch General Sergej Surowikin zu ersetzen – und damit die militärische Kultur des Konflikts selbst zu verändern. Das war ein wichtiger Schritt, aber nicht unbedingt aus den Gründen, die von den meisten Medien genannt wurden. Er erfolgte, nachdem die Ukraine, die in erster Linie von den Vereinigten Staaten bewaffnet wurde, die Initiative auf dem ukrainischen Schlachtfeld ergriffen hatte. Putins Glaubwürdigkeit stand auf dem Spiel, und zwar selbst bei den vermeintlichen Kriegsbefürwortern, die nun begannen, seine Leistung zu kritisieren.

 

Der Ursprung der Kritik ist wichtig. Einer der lautesten Kritiker der russischen Strategie in der Ukraine ist Ramsan Ka-dyrow, Putins langjähriger Funktionär, der auf dessen Geheiß mit äußerster Brutalität den Aufstand in Tschetschenien unter Kontrolle hielt. Sowohl Kadyrow als auch Putin waren bestrebt, die Zersplitterung Russlands aufzuhalten und das zurückzugewinnen, was noch zu retten war.

 

Russlands Kriegsplan war fehlerhaft

 

Kadyrow unterstützte die Invasion in der Ukraine, war aber entsetzt über die Schwäche der russischen Armee, ins-besondere ihres Oberkommandos. Aus seiner Sicht war eine rücksichtslose Operation gegen die ukrainische Öffent-lichkeit und das ukrainische Militär erforderlich – mit anderen Worten: ein Krieg nach tschetschenischem Vorbild. Ein treuer Verbündeter Putins hat also öffentlich die Inkompetenz und Schwäche der russischen Armee angeprangert,

um dann einen neuen Kommandeur zu ernennen.

 

Kommandeure, die bei Übungen und Stabssitzungen gut aussehen, versagen manchmal im Kampf. Mitunter ist es entscheidend, einen Kommandeur zu ersetzen, egal unter welchen Umständen. Das kommt immer wieder vor. Es ist

seit einiger Zeit klar, dass Russlands Kriegsplan von Anfang an fehlerhaft war. Ein neuer Kriegsplan erfordert ein neues Kommando. Der neue Befehlshaber hat sofort ein Sperrfeuer von Raketen auf die Ukraine angeordnet.

 

Im Krieg geht es darum, den Widerstandswillen des Feindes zu brechen; ein rücksichtsloser Angriff, bei dem alles als mögliches Ziel angesehen wird, ist der erste Schritt. Der zweite Schritt besteht darin, den russischen Soldaten klar zu machen, dass sie extrem gefährdet sind, wenn sie auf dem Schlachtfeld versagen. Moral und Motivation sind wichtig, aber sie funktionieren nicht, wenn die Armee schlecht ausgerüstet ist oder die Soldaten schlecht ausgebildet sind.

Der Abschuss von Raketen ist also ein Signal für die Zukunft, aber die russischen Militärpläne werden nicht nur dann aufgehen, wenn die Truppen Angst vor ihren Befehlshabern haben. Sie setzen eine gute Ausbildung auf allen Ebenen voraus, mit geeigneten Waffen und anderen Instrumenten der modernen Kriegsführung. Beides aber braucht Zeit.

Ein rechtzeitiges Raketensperrfeuer kann in dieser Hinsicht ein bisschen helfen.

 

Grausamkeit als Grundlage für Einigung

 

Um mehr Zeit zu gewinnen, würde ein Angriff von der Peripherie aus noch mehr helfen. So gibt es Berichte über russische Streitkräfte in Weißrussland und Gerüchte, dass sich die weißrussische Armee auf den Krieg vorbereitet.

Sollte dies zutreffen, könnte ein Vorstoß von Weißrussland aus in Richtung Süden durchaus dabei helfen, Zeit zu gewinnen. Er würde die Ukraine dazu zwingen, sich an einer anderen Front zu verteidigen, und er würde die ukraini-

sche Versorgungslinie von Polen aus bedrohen. Das ist natürlich leichter gesagt als getan. Es ist unklar, ob Weiß-

russland in der Lage ist, einen Krieg mit hoher Intensität zu führen, und allein schon die Verlegung russischer

Truppen dorthin ist schwierig.

 

Ein Angriff an der Peripherie wäre vielleicht möglich gewesen, bevor die ukrainische Armee kampferprobt war und bevor die USA damit begannen, massenhaft Waffen an Kiew zu liefern. Auch ein Friedensvertrag wäre vielleicht mög-

lich gewesen – wenn jemand ernsthaft daran interessiert gewesen wäre. Nichts davon ist aber möglich, wenn Russland nach seinen eigenen Maßstäben schwach ist. Ein Raketenbeschuss in Verbindung mit dem wiederaufgebauten russi-schen Militär soll Russland wahrscheinlich ein Druckmittel in die Hand geben, das es vorher nicht hatte. Die einstu-

dierte Grausamkeit des neuen Befehlshabers könnte theoretisch eine Grundlage für eine Einigung schaffen.

 

Die USA dominieren

 

Letztlich haben die USA die Kontrolle über den Verlauf des Krieges in der Ukraine, und daher ist die Ukraine eine Geisel amerikanischer Interessen. Da für die Ukraine jedoch Menschenleben auf dem Spiel stehen, kann sie den Krieg nicht so lange und so intensiv führen. Das amerikanische Ziel ist es, die russischen Streitkräfte so weit wie möglich nach Osten und damit von der Nato fernzuhalten. Das russische Ziel ist es, die gesamte Ukraine zurückzuerobern. Ein Fortschritt in diesem Konflikt hängt also bis zu einem gewissen Grad davon ab, wie glaubwürdig die neue russische Militärführung

ist und wie sie die vorhandenen Truppen motivieren kann, während sie im Frühjahr eine neue Truppe aufbaut.

 

Bis dahin müssen sie zeigen, dass die Soldaten, die bereits vor Ort sind, ernst zu nehmen sind, und dass noch Schlim-meres bevorstehen könnte. Sie müssen den Ukrainern und Amerikanern Angst einjagen. Nächstes Mal reicht die Kritik von jemandem wie Kadyrow vielleicht nicht mehr aus. Die Produktion von Waffen ist die Grundlage dieses Krieges,

und die USA dominieren die Produktion. Wenn Russland da nicht schnell mithalten kann, muss es einige Zugeständ-nisse machen, möglicherweise sogar große. Das ist das Problem, mit dem das neue Kommando sich auseinander-zusetzen hat. (In Kooperation mit GPF)

 

AUTORENINFO

 

George Friedman, 73, ist einer der bekanntesten geopolitischen Analysten der Vereinigten Staaten. Er leitet die von ihm ge-gründete Denkfabrik Geopolitical Futures (GPF) und ist Autor zahlreicher Bücher. Zuletzt erschien „Der Sturm vor der Ruhe: Amerikas Spaltung, die heraufziehende Krise und der folgende Triumph“ im Plassen-Verlag.

 

General Sergej Surowikin - Neuer Kriegsplan, neues Kommando | Cicero Online

 


 

Wird in der Ukraine wirklich "unsere Freiheit"  verteidigt?

 

In der Ukraine wird so wenig "unsere Freiheit" verteidigt wie zuvor am Hindukusch. Das ist nur eine ideologische Phrase und eine Flucht in die gerade in Berlin und Brüssel angesagte neoliberale politische Rhetorik. Die meisten US-ameri-kanischen Politiker lieben diese vereinfachende Freiheitsrhetorik und deutsche Politikerinnen wie Annalena Baerbock (Grüne), Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP) und Ursula von der Leyen (CDU) gefallen sich dabei, diese ideologi-schen Phrasen inihren Ämtern zu übernehmen und in die Talkshows hineinzutragen.

 

Die Ukrainer verteidigen vielmehr sich selbst, ihr Land und ihre Leute, ihre Städte und Dörfer, ihre Familien und ihre Nachbarn, ihr Leben und ihre Zukunft, ihre Selbstbestimmung und ihre ukrainische Identität. Sie verteidigen sie gegen einen ungerechtfertigten und zerstörerischen Angriffskrieg, der darauf abzielt, die Ukraine zu vernichten. Ist das denn nicht genug, sein Leben zu verteidigen und zu erhalten zu versuchen? Muss es denn immer eine praktische Idee oder ein eingängiges Wort sein, für das es sich zu kämpfen lohnt? Hat das Leben der Ukrainer selbst denn gar keinen Wert?

 

In der Ukraine geht es dem Kreml auch nicht primär um die Abwehr von Demokratie und Menschenrechten, sondern um die Erhaltung des hegemonialen Einflussbereiches von Russland. Der Kriegsverbrecher Putin mag von der Wieder-herstellung eines großrussischenn Reiches träumen und seinen brutalen Angriffskrieg propagandistisch mit solchen nationalistischen Großmachtsträumen  zu rechtfertigen versuchen. Auch mag er mit seiner Propagandamaschine verbreiten, mit seiner sog. "Spezialoperation" nur die angeblichen Faschisten in der Ukraine besiegen zu wollen.

 

Aber in Wahrheit geht es wie in jedem Krieg um Macht und um alle Mittel wie Land und Leute, Bodenschätze und Roh-stoffe, Infrastrukturen und Mentalitäten, die dieser Machterhaltung oder Machterweiterung dienen. Wenn es sich in Wahrheit so verhält, dann muss man jedoch die Frage stellen, wer an der Fortsetzung und Erhaltung des Krieges interessiert sein könnte und warum weder die deutsche Bundesregierung noch die Chefbürokraten in Brüssel noch die US-amerikanische Regierung alles daran setzen, dass dieser brutale Krieg mit schrecklichen Verlusten von Menschen-leben auf beiden Seiten und mit einem schrecklichen Elend und sinnlosem Leid für die Soldaten und ihre Familien, für Ukrainer und Russen, für Hungernde und Verängigste in vielen Ländern der Welt so schnell wie möglich beendet wird.

 

Könnte es sein, dass die Regierungen der USA seit etwa zwei Jahrzehnten ihren alten Erzfeind, die russische Regierung mit der NATO-Osterweiterung bewusst provoziert haben und auf Putins wiederhohlten Warnungen vor roten Linien nicht reagierten, obwohl auch Henry Kissinger davor um des Friedens willen gewarnt hatte? Könnte es nicht sein, dass die Regierungen der USA diesen Krieg in Europa wollten und immer noch wollen, um Russland in die Knie zu zwingen, um eine deutsch-russische Partnerschaft zu verhindern und um ganz Europa wirtschaftlich zu schwächen und militä-risch abhängig zu halten? Könnte es sein, dass die US-amerikanische Regierung für ihre außenpolitischen Ziele sogar

die Ukraine und die Ukrainer bewusst opfern, um von diesem Krieg in Europa als Hegemonialmacht zu profitieren?

 

Ist es denn bloß ein Zufall, dass die Regierung unter Joe Biden ausgerechnet jetzt ein Binnenwirtschaftsprogramm zur Stärkung des eigenen ökologischen Wirtschaftswandels auflegt? Das schadet dem momentan durch den Ukrainekrieg massiv geschwächten Europa und soll vermutlich verhindern, dass Europa auf diesem Gebiet weiter in Führung bleibt. Die USA sind harte wirtschaftliche Konkurrenten der Europäer und daher falsche Freunde und sie versuchen nicht nur durch diesen Wirtschaftskrieg, Deutschland, Frankreich und ganz Europa zu schwächen, sondern gehen dabei eiskalt das Risiko ein, dass dieser heiße Krieg in der Ukraine eskaliert, dass Deutschland und Europa hineingezogen werden, dass daraus ein Dritter Weltkrieg entsteht und dass Putins Regime dann entweder aus Verzweiflung oder aus Versehen dann doch noch Atomraketen auf Kiew und die Ukraine abwerfen. Von dem atomaren Ausfall wäre unter ungünstigen Umständen auch einige andere Länder in Europa betroffen, aber nicht die USA. 

 

Schließlich könnte bei einem Angriff der chinesischen Voksarmee auf Taiwan wegen der US-amerikanischen Sicherheits-garantien für die USA für Taiwan auch noch eine weitere Kriegsfront eröffnet werden. Dann wäre der Dritte Weltkrieg endgültig nicht mehr zu verhindern bis hin zu mehrfachen gegenseitigen Atomschlägen, die zum Untergang der Menschheit auf dieser Erde führen könnten. Dann würde die Unkultur des Todes endgültig über die Kultur des Lebens gesiegt haben.

 

UWD - 06. Dezember 2022

 


 

Die USA gibt offenbar „grünes Licht“: Greift die Ukraine bald vermehrt russisches Territorium an?

 

Artikel von Anna Lindemann • Berlin - Tagesspiegel am 11.12.2022

 

Berichten zu Folge hat das Pentagon einen Richtungswechsel eingeschlagen: Die US-Regierung rät Kiew nicht mehr von Angriffen auf Russland ab.

 

Nach Aussagen einer unbekannten Quelle aus dem US-Verteidigungsministerium gegenüber der „Times“, bestehe

das Pentagon nicht mehr darauf, dass die Ukraine keine militärischen Ziele in Russland angreift. Die Times deutete an, dass diese Entwicklung ein „grünes Licht“ für ukrainische Drohnenangriffe auf russisches Territorium sei. Es sei jetzt sogar damit zu rechnen, dass die USA Kiew mit Waffen von größerer Reichweite versorgen. „Nichts ist vom Tisch“, wird ein Militärbeamter in der Zeitung zitiert. Das wäre eine 180 Grad Wende in der Sichtweise der US-Regierung, die der Ukraine Berichten zu Folge noch vor wenigen Tagen von einem Angriff auf russisches Territorium abgeraten hat. Das berichtet unter anderem „Business Insider“.

 

Noch Anfang Dezember sagte ein Sprecher des US-Außenministeriums: „Wir ermöglichen es der Ukraine nicht, jenseits ihrer Grenzen zuzuschlagen - wir ermutigen die Ukraine nicht, jenseits ihrer Grenzen zuzuschlagen.“ Die USA habe die Ukraine nicht mit Waffen beliefert, die sie für den Beschuss Russlands einsetzen soll, heißt es weiter. „Wir haben sehr deutlich gemacht, dass es sich um Verteidigungsgüter handelt.“ Kurz zuvor kam es zu einer Reihe an Explosionen auf russischen Militärflughäfen, für die Moskau Kiew verantwortlich macht.

 

In der „Times“ heißt es von der Quelle nun allerdings: „Wir sagen nicht zu Kiew: ‘Schlagt die Russen nicht. Wir können ihnen nicht sagen, was sie tun sollen. Es liegt an ihnen, wie sie ihre Waffen einsetzen. Aber wenn sie die von uns gelieferten Waffen einsetzen, bestehen wir nur darauf, dass sich das ukrainische Militär an das internationale Kriegsrecht und die Genfer Konventionen hält.“

 

Aber vorher kommt dieser Richtungswechsel? Grund sei, dass die russischen Raketenangriffe auf die ukrainische zivile Infrastruktur in den letzten Monaten zugenommen hätten. Gleichzeitig schätze die Biden-Regierung das Risiko einer Eskalation inzwischen niedriger ein. Das schließt auch die nukleare Bedrohung von Russland und Angriffe auf andere NATO-Staaten ein. In den ukrainischen Verpflichtungen gegenüber den westlichen Partnern war zuvor festgelegt worden, dass die Ukraine das Recht habe, Gewalt anzuwenden, um ihr gesamtes Territorium zurückzuerobern, einschließlich des 2014 von Russland beschlagnahmten Territoriums. Völkerrechtlich ist es den ukrainischen Streitkräften erlaubt, legitime Ziele auch auf russischem Hoheitsgebiet anzugreifen.

 

Die USA gibt offenbar „grünes Licht“: Greift die Ukraine bald vermehrt russisches Territorium an? (msn.com)