Empfehlung

 

 

 

 

 

 

Wer schlechte Bücher liest, gleicht einem Menschen,

der sein Leben in schlechter Gesellschaft zubringt.

 

Charles de Montesquieu

 


 

Manfred Kühn, Kant. Eine Biographie

 

Aus dem Englischen von Martin Pfeiffer

640 S. mit 27 Abbildungen.

C.H.Beck, 5. Auflage 2004, gebunden, 29,90 €

Deutscher Taschenbuch Verlag, 2007, broschiert, 15,00 €

 

Zum 200. Todestag Immanuel Kants (1724– 1804) erzählt Manfred Kühn in der ersten umfassenden Biographie des großen Denkers seit über zwei Jahrzehnten Kants Leben und stellt sein philosophisches Werk vor. Heinrich Heine hat gespottet, von Immanuel Kant könne niemand eine Lebensgeschichte schreiben, denn Kant habe weder ein Leben noch eine Geschichte gehabt. Manfred Kühn räumt mit der Legende von Kants ereignislosem Professorenleben gründlich auf und zeichnet das Bild eines eleganten und geistreichen Gentleman, der eine wichtige Rolle im gesellschaftlichen Leben seiner Heimatstadt Königsberg spielte. Man nannte Kant den „eleganten Magister“. Er war ein ungemein beliebter Universitätslehrer, charmant und kontaktfreudig, von Freunden umgeben, gern auf Gesellschaften. Die bis zur Karikatur verzerrten Klischees vom pedantischen Leben Kants treffen allenfalls seine späten Jahre. Neben dem Portrait von Kants Leben und der Einführung in seine Schriften macht Manfred Kühns Biographie deutlich, wie sehr das Denken des großen Philosophen von den wichtigen politischen, kulturellen und intellektuellen Ereignissen seiner Zeit inspiriert wurde, vom Geniekult des Sturm und Drang, den Schriften David Humes und Rousseaus bis zu den Ideen der Französischen Revolution. Sie stellt Kollegen und Freunde Kants vor, Gegner und Konkurrenten, und natürlich auch den Diener Martin Lampe. Manfred Kühn bietet ein differenziertes Bild von Kants Leben, seinem Denken und seiner Zeit.

 

Manfred Kühn, geboren 1947, war viele Jahre Professor für Philosophie an der Purdue University in den USA. Er ist jetzt Philosophieprofessor in Marburg. Neben vielen Arbeiten über Kant hat er auch Bücher und Aufsätze über David Hume, Thomas Payne und die Aufklärung in Schottland, Frankreich und Deutschland veröffentlicht.

 


 

Otfried Höffe, Immanuel Kant

 

München: C.H.Beck 2007; 7. Auflage, überarbeitete Ausgabe

 

Immanuel Kant gehört zu den bedeutendsten Philosophen des Abendlandes. Klar und verständlich beschreibt Höffe Kants philosophische Entwicklung und Wirkungsgeschichte und entfaltet die Grundgedanken Kants von der Kritik der reinen Vernunft über die Ethik, Rechts- und Geschichtsphilosophie bis zur Philosophie der Religion und der Kunst. In kritischer Auseinandersetzung zeigt Höffe, warum Kants Denkentwurf auch heute noch herausfordert.

 

Otfried Höffe ist o. Professor für Philosophie und Leiter der Forschungsstelle Politische Philosophie an der Universität Tübingen. Er ist Herausgeber der Reihe 'Denker' in der 'beck'schen reihe'.

 


 

Otfried Höffe, Kants Kritik der reinen Vernunft. Die Grundlegung der modernen Philosophie

 

München: C.H.Beck 2011

 

Otfried Höffe führt in diesem Buch Schritt für Schritt durch Kants Kritik der reinen Vernunft. Die einzelnen Kapitel stellen zunächst Kants Gedanken vor, interpretieren sie und enden mit einer kritischen Auseinandersetzung. Ein Wegweiser zu einem Schlüsseltext der modernen Philosophie.


Unter den Werken der modernen Philosophie ragt Kants Kritik der reinen Vernunft so weit heraus, dass es als die Grundlegung bezeichnet werden kann. Nach einem Wort Arthur Schopenhauers ist es das „wichtigste Buch, das jemals in Europa geschrieben worden“ ist. Fast sämtliche Felder der theoretischen und viele der praktischen Philosophie werden mit diesem Buch auf revolutionäre Weise neu bestellt, und die Landschaft des abendländischen Denkens erhält ihr modernes Gesicht.

 

Otfried Höffe unternimmt es, Kants Kritik der reinen Vernunft neu zu lesen, sie historisch und systematisch auszudeuten und sie auf gegenwärtige philosophische Fragestellungen hin zu beziehen. Nach einer Erläuterung, warum Kants wichtigstes Buch überhaupt als die Grundlegung der modernen Philosophie zu betrachten ist, und nach einem Überblick über die häufigsten Verkürzungen und Missverständnisse, denen Kant ausgesetzt ist, führt Höffe nacheinander durch das Programm der reinen Vernunft, die „Ästhetik“, die „Analytik“, die „Dialektik“ und die „Methodenlehre“ der Kritik und zieht zum Schluß eine Gesamtbilanz. Otfried Höffe hilft dem Leser, eines der bedeutendsten Werke der Philosophie besser zu verstehen.

 


 

Otfried Höffe, Kants Kritik der praktischen Vernunft. Eine Philosophie der Freiheit

 

München: C.H.Beck 2012


Otfried Höffe führt in diesem Buch Schritt für Schritt durch Kants praktische Philosophie.

 

Der erste Teil stellt die vier Antriebskräfte vor, die Kant zu seiner praktischen Philosophie motivierten und die bis heute aktuell sind: Aufklärung, Kritik, Moral und Kosmopolitismus. Dann zeigt Höffe im zweiten Teil, inwiefern Kant die Moralphilosophie revolutionierte, und erläutert im dritten Teil die Provokationen, die in Kants praktischer Philosophie liegen. Die weiteren Teile befassen sich mit der Politischen Philosophie, der Geschichtsphilosophie und Kants Denken über Religion und über Erziehung.

 

Verfasst von einem der besten Kenner, führt das Buch systematisch in einen der wichtigsten Bereiche von Kants Philosophie ein und setzt deren Grundgedanken in Beziehung zu den heutigen Debatten.

 


 

Otfried Höffe, Kategorische Rechtsprinzipien. Ein Kontrapunkt der Moderne

 

Frankfurt a. M.: Suhrkamp ²1994

 

Die Moderne Rechtskultur bewegt sich in einer eigentümlichen Spannung, fast einem Widerspruch: mehr und mehr wird sie von einem empirischen, überdies pragmatischen Denken bestimmt. Trotzdem erkennt sie moralische Prinzipien an, die wie die Menschenrechte sich durch eine kategorische Verbindlichkeit auszeichnen und die sich gerade deshalb dem empirisch-pragmatischen Denken nicht beugen. Die Menschenrechte haben die Bedeutung von kategorischen Rechtsprinzipien und bilden als diese einen Kontrapunkt in der modernen Rechtskultur.

 


 

Reinhard Brandt: Immanuel Kant - Die Bestimmung des Menschen bei Kant, Felix Meiner Verlag, Hamburg 2007.

 

Nach Kant liegt der Zweck der menschlichen Existenz in der Moral und damit der Freiheit, auf sie richtet sich unser gesamtes Vernunftinteresse. Aus diesem gut bezeugten Zentrum werden in der vorliegenden Untersuchung die kopernikanische Wende, die Geschichtsphilosophie und vor allem die drei Kritiken interpretiert; dass die Kritik der reinen Vernunft sich als republikanischer Gerichtshof artikuliert, ist in der Leitidee der moralischen Bestimmung des Menschen begründet. Kants Wirkung beruhte auf dem Freiheitspathos, mit dem er sich gegen die Bevormundung durch die Despoten und eine scholastisch verwaltete Metaphysik stellte. Im letzten Kapitel, "Die Vierte Kritik", werden Äußerungen untersucht, gemäß denen eine neue Kritik der reinen Vernunft die drei Kritiken der Vernunft bzw. des Verstandes (1781), der Urteilskraft (1790) und der praktischen Vernunft (1788) in ihrer Vollständigkeit begründen sollte; es wird gezeigt, dass dieses Projekt Kant notwendig schien, aber zugleich nicht durchführbar war.

 


 

Reinhard Brandt: Immanuel Kant - Was bleibt?, Felix Meiner Verlag, Hamburg 2010.

 

Das Frage-Buch von Reinhard Brandt beginnt mit einer fulminanten Entdeckung: Die Raum-Zeit-Lehre der Kritik der reinen Vernunft enthält als Subtext einen Gottesbeweis. Welche Rolle spielt die Theologie in der Grundlage der kritischen Philosophie? Rettet sie die Anwendung der euklidischen Geometrie auf den Raum der reinen Anschauung? - Der zweistufige kategorische Imperativ ist konzipiert auf der Folie der Stufung von "status naturalis" der Maximen und "status civilis" der autonomen Gesetzgebung, er zielt auf keine Verallgemeinerung oder Universalisierung der Maxime (wozu auch?), sondern auf die Freiheit unter der eigenen Gesetzgebung. Ist jedoch die Gleichsetzung von sittlicher Freiheit und Gesetzgebung haltbar, oder gibt es in Extremsituationen eine Erlaubnis und gar eine Pflicht zu lügen? -

Ist Kants Definition eines empirischen Naturprodukts in der "Kritik der teleologischen Urteilskraft" möglich, gemäß der alles in ihm Mittel und Zweck ist? - Kann der Vertrag in der "Rechtslehre" als Besitz der Willkür eines anderen gefaßt werden oder scheitert Kants Innovation an inneren Widersprüchen? Ist das Kantische Ehe- und Strafrecht zu retten? Unhinterschreitbar sind die Prinzipien der Aufklärung und der Würde des Menschen. Wie sind sie genau begründet?

In seinem neuen Buch geht es Reinhard Brandt nicht um die Bewahrung des Kantischen Erbes, sondern um das, was – mit Kant und im Anschluß an ihn – auch heute noch zu denken bleibt! Der Fragen-Traktat folgt also einer Tradition, die mit der Publikation der »Kritiken« beginnt und in die Zukunft weiter gereicht wird. Im Gegensatz zu poetischen Werken wird in philosophischen Abhandlungen etwas Theoretisches behauptet und begründet, und mit der Begründung wird der Leser aufgefordert, der Argumentation kritisch zu folgen und sie zu akzeptieren oder sie mit Gründen abzulehnen. Eben dies wird in diesem Traktat bei einigen ausgewählten Lehrstücken Kants versucht und damit nichts anderes getan, als die Rolle zu spielen, die der Autor seinem philosophisch interessierten Leser zuweist.

 

Rezension von Michael Pawlik, Wer hätte gedacht, dass man über Kant so schreiben kann? FAZ vom 13.08.2010

 

https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/rezensionen/sachbuch/reinhard-brandt-immanuel-kant-was-bleibt-wer-haette-gedacht-dass-man-ueber-kant-so-schreiben-kann-1999141.html

 


 

Constantin Rauer,

 

Wahn und Wahrheit. Kants Auseinandersetzung mit dem Irrationalen

 

Berlin: Akademie Verlag 2007

 

Die Untersuchung stellt die Psychologie und Psychiatrie des jungen Kant vor, die im Rahmen seiner Auseinandersetzung mit dem schwedischen Gelehrten, Mystiker und Geisterseher Emanuel von Swedenborg entstanden ist. Hieraus ging Kants Wahnkritik hervor, in der er die drei Aspekte der Schizophrenie - die Projektion, die Ich-Spaltung sowie die Paranoia - analysiert. Constantin Rauer zeigt, dass und wie Kant seine frühe Wahnkritik in die spätere Vernunftkritik übertragen hat, und wie sich durch diese Anwendung der Psychologie auf die Logik das vollzog, was später Kants 'kritische Wende' genannt wurde. Damit vollzieht der Autor erstmals Kants 'Revolution der Denkungsart' und mit dieser die Genese seiner 'Kritik der reinen Vernunft' systematisch nach. So führt seine Untersuchung zu einem neuen Kant-Verständnis, indem sie zeigt, dass Kants Vernunftkritik auch als eine Anti-Wahnkritik zu verstehen ist. Mit seiner Kritik des Wahns aber zielt Kant auf die verborgene Irrationalität der Moderne: auf den erkenntnistheoretischen Wahn des Empirismus, den ethischen Wahn des Sozialdarwinismus sowie den religiösen Wahn im Kulturrelativismus.

 

'Die Arbeit ist klar und überzeugend aufgebaut. Überdies ist sie sehr gut lesbar geschrieben: klar, zupackend, argumentativ, immer wieder von erhellenden Bildern durchsetzt; und die Verbindung einer wohldurchdachten Interpretation und Argumentation mit einer neuartigen These führt zu einem philosophisch geradezu spannenden Text. ... Hier findet eine hochentwickelte internationale Kantforschung einen grundlegend neuen Blick.'      Otfried Höffe

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

William Blake, Newton (1795)


 

Im Brennpunkt: Kants Philosophie der Mathematik

 

Enskat, Rainer, Kants Theorie des geometrischen Gegenstandes. Untersuchung über die Voraussetzungen der Entdeckbarkeit geometrischer Gegenstände bei Kant, Berlin: De Gruyter 1978

 

Iseli, Rebecca, Kants Philosophie der Mathematik, Bern / Stuttgart / Wien: Haupt 2001

 

Koriako, Darius, Kants Philosophie der Mathematik. Grundlagen - Voraussetzungen - Probleme,

Kant-Forschungen Band 11, Hamburg: Meiner 1999

 

Wille, Matthias, Die Mathematik und das synthetische Apriori: Erkenntnistheoretische Untersuchungen über den Geltungsstatus mathematischer Axiome, Paderborn: mentis 2007

 

Winterbourne, Anthony T., The Ideal and the Real. Kant's Theory of Space, Time and Mathematical Construction,

Dordrecht: Kluwer 1988 / Suffolk: arima ² 2007

 

Wolff-Metternich, Brigitta-Sophie von, Die Überwindung des mathematischen Erkenntnisideals.

Kants Grenzbestimmung von Mathematik und Philosophie, Berlin: de Gruyter 1995

 


Download
Castañeda, H.-N., "7 + 5 = 12" As a Synthetic Proposition
Philosophy and Phenomenological Research,
Vol. 21, No. 2 (Dec., 1960), pp. 141-158;
Published by: International Phenomenological Society
Stable URL: http://www.jstor.org/stable/2104319
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Download
Constantin Rauer, Die Kritik des Wahns als Schlüssel zu Kants kritischer Wende
https://independent.academia.edu/ConstantinRauer
Rauer, Die Kritik des Wahns.pdf
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