Religionsphilosophie

 

 

Brennende Synagoge in Essen 1938
Brennende Synagoge in Essen 1938

 

 

 

 

Was die Götter angeht, so ist es mir unmöglich, zu wissen,

ob sie existieren oder nicht, noch, was ihre Gestalt sei.

Die Kräfte, die mich hindern, es zu wissen, sind zahlreich,

und auch ist die Frage verworren und das menschliche Leben kurz.

 

Protagoras

 

 

Entweder will Gott die Übel beseitigen und kann es nicht:

Dann ist Gott schwach, was auf ihn nicht zutrifft,

Oder er kann es und will es nicht:

Dann ist Gott missgünstig, was ihm fremd ist,

Oder er will es nicht und kann es nicht:

Dann ist er schwach und missgünstig zugleich, also nicht Gott,

Oder er will es und kann es, was allein für Gott ziemt:

Woher kommen dann die Übel und warum nimmt er sie nicht hinweg?

 

Epikur (nach Lactantius)

 


Jesus spricht zu ihr: Glaube mir, Frau, es kommt die Zeit, daß ihr weder auf diesem Berge noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet. Ihr wißt nicht, was ihr anbetet; wir wissen aber, was wir anbeten; denn das Heil kommt von den Juden. Aber es kommt die Zeit und ist schon jetzt, in der die wahren Anbeter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn auch der Vater will solche Anbeter haben. Gott ist Geist, und die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten.

 

Johannes 4, 20-24:

 

 

Denn das Schlechtere zu wollen, ist vielleicht ein Zeichen unserer Schwäche, daß aber jeder Verbrecher unter den Augen Gottes gegen die Unschuld vermag, was er plant, das ist ungeheuerlich. Daher fragte nicht mit Unrecht einer deiner Freunde: Wenn es einen Gott gibt, woher dann das Böse? Woher aber das Gute, wenn es keinen gibt?

 

Boethius, Trost der Philosophie

 

 

Wenn Gott gut wäre, könnte er besser sein.

 

Meister Eckhart

 

 

Der letzte Schritt der Vernunft ist die Erkenntnis, daß es eine Unendlichkeit von Dingen gibt, die sie übersteigen. Sie ist nur schwach, wenn sie nicht bis zu dieser Erkenntnis vordringt. - Es gibt nichts, was der Vernunft so sehr entspricht, wie diese Verleugnung der Vernunft.

 

Blaise Pascal, Pensees

 

 

Ein wenig Philosophie macht jemandem zum Atheisten.

Viel Philosophie führt zur Religion zurück.

 

Francis Bacon

 


Oh unglückselige Menschen, bejammernswerte Erde!
Unsinniger Leiden unaufhörliche Qual!
- Betrogene Philosophen. Ihr schreit: "Alles ist gut!"
Kommt her! Und seht die grässlichen Ruinen,
verstreute Glieder unter Marmortrümmern.
- Wie einen Gott sich denken, der, die Güte selbst,
den Kindern, die er liebt, die Gaben spendet,
und doch mit vollen Händen Übel auf sie gießt?

 

Voltaire, Gedicht über das Erdbeben von Lissabon (1755)

 

 

Täuschen Sie sich nicht darin, mein Herr! Es entsteht das Gegenteil

von dem, was Sie sich vornehmen. Dieser Optimismus, den Sie so

grausam finden, tröstet mich doch in eben dem Leiden, das Sie mir

als unerträglich darstellen.

 

Jean-Jacques Rousseau, Brief an Voltaire (1755)


 

Der Mensch ist nicht geboren, um auf der irdischen Schaubühne der Eitelkeit ewige Hütten zu erbauen.Alle diese Verheerungen scheinen uns zu erinnern, dass die Güter der Erde unserem Triebe zur Glückseligkeit keine Genugtuung verschaffen können.Der Mensch muss sich in die Natur schicken lernen - aber er will, dass sie sich in ihn schicken soll!

 

Immanuel Kant, Geschichte und Naturbeschreibung des Erdbebens

am Ende des 1755sten Jahres

 

 

Wenn Gott nicht existierte, müsste man ihn erfinden.

 

Voltaire, Épitre à l’auteur du livre des trois imposteurs (1770)

 

 

Ich musste das Wissen aufheben, um zum Glauben Platz zu bekommen.

 

Immanuel Kant, Kritik der reinen Vernunft (1781)

 

 

Es ist eben so notwendig, das Dasein Gottes anzunehmen,

als die Gültigkeit des moralischen Gesetzes anzuerkennen ...

 

Immanuel Kant, Kritik der Urteilskraft (1799)

 

 

Religion und Politik haben unter einer Decke gespielt. Jene hat gelehrt, was der Despotismus wollte: Verachtung des Menschengeschlechts, Unfähigkeit desselben zu irgendeinem Guten, durch sich selbst etwas zu sein. Mit der Verbreitung der Idee, wie alles sein soll, wird die Indolenz der gesetzten Leute, ewig alles zu nehmen, wie es ist, verschwinden.“

Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Brief an Schelling vom 16.4.1795

 

 

Pantheismus - eine höfliche Form des Atheismus.

 

Johann Wolfgang von Goethe

 

 

Wenn es Gott nicht gibt, dann können wir die Vernunft vergessen.

Dann gibt es nur das freie Spiel der Machtwillen.

 

Friedrich Nietzsche

 

 

Ich glaube nur dadurch, daß ich zweifle, ob ich glaube.

 

Karl Jaspers

 

 

So glauben wir an Gott trotz des Bösen ...


Paul Ricoeur

 

 

Solange die modernen Theologen vor der Anstrengung einer rationalen Gotteserkenntnis in die Bequemlichkeit irrationaler Entscheidungen ausweichen, verzichten sie bewußt auf die Arbeit an einem Weg, der aus der Sackgasse des neuzeitlichen Nihilismus herausführen könnte.

 

Karl Heinz Haag

 

 



 

 

Was ist Religionsphilosophie?
 

Die größte Herausforderung für die gegenwärtige Religionsphilosophie ist der Atheismus der modernen Industriegesellschaften. Zwar hat es Atheisten auch schon früher in der europäischen Philosophie gegeben, aber sie waren immer eine verschwindend geringe Minderheit und niemals die Mehrheit. Vor dem 20. Jahrhundert hat es in Europa noch nie ganze Völker und Nationen gegeben, in denen der weltanschauliche und philosophische Atheismus so weit verbreitet und anerkannt gewesen ist wie in den zeitgenössischen Industriegesellschaften. Dabei ist Europa und insbesondere Nord- und Mitteleuropa im weltweiten Vergleich eine religionssoziologische Ausnahme, von der sich auch Nord- und Südamerika im Westen sowie Russland, Indien, Japan, China, Taiwan und Südkorea im Osten immer noch stark unterscheiden. Mit Ausnahme von Kuba und Nordkorea sind nirgendwo sonst in der Welt Atheisten in eine kulturell und politische Mehrheitsposition gelangt, wie z.B. in Tschechien und Ostdeutschland.

 

Atheistische Mehrheitskulturen sind geschichtlich betrachtet relativ neue soziale Experimente mit offenem Ausgang: ein experimentum mundi, wie Ernst Bloch sagen würde, aber eines ohne den Hoffnung bergenden Vorschein einer besseren Welt. Was dies für die Zukunft bedeutet, wissen wir noch nicht. Aber das gerade erst vergangene 20. Jahrhundert verheißt nichts Gutes. Denn selbst Karl Marx sah in der Religion nicht nur das "Opium des Volkes", sondern auch den "Schrei einer bedrängten Kreatur". Wenn die Religionen der Menschheit verschwinden würden, ginge nicht nur deren Trost verloren, sondern auch deren Schrei nach Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit und Solidarität. Das müssen sich Atheisten sagen lassen - vor allem, wenn sie sich fälschlich in einer überlegenen Position dünken.

Religionen und Konfessionen haben nicht nur in der europäischen Kultur- und Ideengeschichte, sondern auch überhaupt in der bisherigen Geschichte der Menschheit eine wesentliche Rolle bei der Entstehung, Entwicklung und Entfaltung der verschiedenen Kulturen gespielt. Auch in den wissenschaftlich aufgeklärten Kulturen und Nationen der westlichen Moderne spielen Religionen und Konfessionen immer noch eine wichtige Rolle für die Erhaltung der kulturellen Identität, das sittliche Zusammenleben der Menschen sowie für die soziale Legitimation sittlicher Institutionen. Bei dieser kulturellen Rolle der Religionen und Konfessionen handelt es sich um historische und soziale Tatsachen, die kaum sinnvoll zu leugnen sind. Historische und soziale Tatsachen lassen sich jedoch auch auf verschiedene Art und Weise darstellen und beschreiben, interpretieren und bewerten. So verhält es sich auch mit den historischen und sozialen Tatsachen des kulturellen Einflusses der Religionen und Konfessionen.


Die Herausforderung durch den modernen Atheismus

Atheisten bewerten diese Tatsachen gewöhnlich anders als die mehr oder weniger gläubigen, aufgeklärten und gebildeten Anhänger der Religionen und Konfessionen. Atheisten neigen in der Regel dazu, die Rolle der Religionen und Konfessionen für die kulturelle und politische Geschichte der Menschheit negativ zu bewerten, um sich selbst zu rechtfertigen und ihre Mitverantwortung für soziale und kulturelle Mißstände abzustreiten. Manche Atheisten geben jedoch auch die seit der Neuzeit vorwiegend positiven Auswirkungen auf die Ideen- und Kulturgeschichte zu. Meistens behaupten sie jedoch, dass die Wissenschaften seit der Epoche der Aufklärung den bisherigen Einfluss zurecht abgeschwächt habe. Oftmals wünschen sie sich eher eine geringeren Einfluss der Religionen und Konfessionen auf die Entwicklung ihrer eigenen Kultur und Gesellschaft. Von daher plädieren die meisten Atheisten für eine weitere Säkularisierung von Bildung und Kultur, Gesellschaft und Staat. Meistens erhoffen sie sich davon einen gewissen Fortschritt in den gesellschaftlichen Bereichen von Bildung und Wissenschaft, Recht und Politik.

Atheisten übersehen dabei jedoch meistens, dass die weitgehend säkularisierten Gesellschaften des 20. Jahrhunderts eine ganze Reihe von inhumanen totalitären Ideologien und schrecklichen politischen Massenbewegungen hervorgebracht haben, in deren Folge einige Millionen von Menschen grausam ermordet wurden. Die Enstehung und Wirkungsmacht von archaischen Mythologien, inhumanen Ideologien, totalitären Bewegungen und heidnischen Führerkulten (Hitler, Mussolini, Lenin, Mao Dse Dong, etc.) im 20. Jahrhunderts wirft jedoch einen dunklen Schatten auf die auch von vielen Atheisten unkritisch glorifizierte Aufklärung und Moderne. Diesen geschichtlichen Zusammenhang zwischen der Säkularisierung der Gesellschaft und dem politischen Totalitarismus wollen die meisten Atheisten nicht zugeben. Zu groß ist das Grauen der Shoah, das Atheisten eher als ein Indiz für die Inexistenz Gottes interpretieren, aber nicht als ein Zeichen für die wachsende Macht des Bösen in den vom Glauben an Gott abgefallenen modernen Industriegesellschaften.

Um solche Selbsttäuschungen zu überwinden, muss sich heute an die Dialektik der Aufklärung (Adorno/Horkheimer) eine Dialektik der Säkularisierung in der Moderne anschließen, die auf die immensen Gefahren einer vollständig säkularisierten Gesellschaft hinweist, in denen andere dunkle Mächte in das spirituelle Vakuum im Bewußtsein der Menschen einfallen. Diese dunklen Mächte sind vor allem solche der ökonomischen und politischen Herrschaft, die sich zunehmend von moralischen und rechtlichen Institutionen sowie von kulturellen und religiösen Traditionen emanzipiert. Gerade die demokratischen Gesellschaften der westlichen Moderne nutzen die in ihnen weitgehend unbefriedigten religiösen Bedürfnisse der Menschen, indem sie Waren zu Fetischen machen und Menschen zu Idolen erheben. Karl Marx war der erste Philosoph, der den Warenfetischismus in den kapitalistischen Industrienationen bemerkt und untersucht hatte.

Es gibt zahlreiche Objekte der modernen Warenwelt, wie vor allem Automobile und andere Transportmittel (z.B. Motorräder, Boote, Yachten, Flugzeuge, etc.), aber auch Kommunikationsmittel (z.B. Handys, Notebooks, Computer, Fernsehgeräte und Stereoanlagen) sowie Kleidungsstücke (z.B. Armbanduhren, Schuhe, Schmuck, Assecoires, etc.), die zu kultischen Statussymbolen werden, mit denen sich reiche und mächtige Menschen identifizieren, um daraus ein gesteigertes Selbstbewußtsein im Spiegel der Blicke der Anderen zu erreichen. Es sind vor allem Sportler, Film- und Popstars sowie einige charismatische Politiker, die bei den ungebildeten Habenichtsen der Völker und Nationen eine geradezu kultische Verehrung genießen und damit schon auf Kinder und Jugendliche eine fragwürdigen Einfluss nehmen. Das Bedürfnis vieler ungebildeter Menschen ohne religiöse Orientierung, sich solche Idole zu wählen und neue  Götzenbilder zu errichten, die sie anhimmeln und verehren können, ist nach wie vor ungebrochen und kehrt gerade in den modernen säkularisierten Industriegesellschaften auf eine dramatische Weise wieder.

 

Anders als in früheren Stammeskulturen handelt es sich bei diesen Fetischismen und Idolatrien jedoch nicht um gemeinsame religiöse Kulte, die eine Stammesgemeinschaft als Ganze stabilisieren, sondern um politisch nicht regulierbare Massenphänomene, die die Gesellschaft als Ganze partikularisieren und destabilisieren. Denn schon in unseren Schulen fangen Kinder und Jugendliche an, sich im Streben nach Selbststeigerung und Überlegenheit über ihre Mitschüler durch den Besitz von Statussymbolen hervorzutun und andere herabsetzen zu können. Diese kulturelle Regression zu archaischen Idolatrien und Fetischismen, die sich sogar in der modernen Kunst gezeigt hat, spricht nicht gerade dafür, dass sich moderne Demokratien unbeschadet der zivilisierenden Funktion der monotheistischen Hochreligionen entledigen können, ohne dadurch schweren sittlichen Schaden zu erleiden.

Unter den Atheisten gibt es sowohl moderate als auch engagierte oder militante Atheisten. Moderate Atheisten respektieren in aller Regel den günstigen Einfluss der Religionen und Konfessionen auf die Menschen und Bürger, Sitten und Kulturen, obwohl sie selbst nicht glauben, dass es den einen Gott der monotheistischen Weltreligionen von Judentum, Christentum und Islam wirklich gibt. Moderate Atheisten sind zwar persönlich von der Wahrheit des Atheismus überzeugt, aber sie neigen nicht dazu, gläubige Menschen davon zu überzeugen, dass ihr Glaube nur eine lebensdienliche Illusion darstellt, die zwar gewisse religiöse Bedürfnisse erfüllt und aufgrund der mit ihnen verbundenen sittlichen Ideale, Prinzipien, Normen und Werte auch in der weitgehend säkularisierten Gesellschaft der modernen Demokratien immer noch einen gewissen sozialen Zusammenhalt stiftet. Moderate Atheisten sind gewöhnlich jedoch auch davon überzeugt, dass es sich bei den Glaubensinhalten der Religionen und Konfessionen nur um Glaubensüberzeugungen handelt, die man weder wissenschaftlich nachweisen noch philosophisch beweisen kann.

Engagierte oder militante Atheisten hingegen bekennen sich nicht nur persönlich zum Atheismus, sondern setzen sich auch offen für die Verbreitung des Atheismus ein, weil sie ihn nicht nur für die wahre und richtige Weltanschauung halten, sondern auch als eine vorteilhafte Weltanschauung, die den Fortschritt und das allgemeine Wohlergehen der Menschen in Gesellschaft, Bildungswesen, Rechtsstaat und politischer Kultur befördert. Diese engagierten oder militanten Atheisten ziehen deswegen hin und wieder mit ihren atheistischen Überzeugungen gegen die Anhänger der Religionen und Konfessionen zu Felde. Diese Atheisten sind nämlich in der Regel auch der Auffassung, dass ihre areligiöse Weltanschauung ohne einen Glauben an Gott richtiger und nützlicher ist als eine jede religiöse Weltanschaung, die einen Glauben an Gott voraussetzt oder einschließt. Deswegen versuchen sie auch anders als die moderaten Atheisten, andere Menschen für ihren Atheismus zu gewinnen. Für engagierte und militante Atheisten ist dies auch nur konsequent, für moderate Atheisten jedoch nicht. Engagierte oder militante Atheisten wollen und müssen (wenn sie konsistent und konsequent sein wollen) Gläubige von der Falschheit oder Irrationalität ihres Glaubens überzeugen, denn sie meinen nicht nur, dass man Gott weder erkennen noch beweisen kann, wie Agnostiker, sondern auch, dass der Glaube an Gott falsch und irrational, unproduktiv und schädlich ist.

Juden, Christen und Muslime bewerten die Rolle der Religionen und Konfessionen in der Geschichte hingegen gewöhnlich positiv, auch wenn sie viele Schattenseiten nicht leugnen können, wie z.B. die Kreuzzüge im Mittelalter, die Konfessionskriege der Reformationszeit, die Hexenverfolgungen in der Neuzeit, etc. Jedenfalls neigen sie nicht wie die Atheisten dazu, die Schattenseiten der Aufklärung und der Säkularisierung schön zu reden und zu verharmlosen. Insbesondere leiden deutsche und andere europäische Christen bis heute an der schrecklichen Tatsache, dass Juden und Christen die Shoa nicht verhindern konnten und dass Gott und ihr Glaube an Gott dieses größte Verbrechen an den Juden und anderen Menschen nicht verhindert hat. Bei der Erinnerung an die Shoah gerät jedoch manchmal in Vergessenheit, dass es gerade nicht an Gott glaubende Christen waren, sondern heidnische Nazis, die den Massenmord an den Juden propagierten und durchführten. Vielmehr wurden von den Nazis auch viele Christen verfolgt, wie z.B. der evangelische Theologe Dietrich Bonhoeffer oder der katholische Philosoph Dietrich von Hildebrand, die tapfer gegen die Nazis gekämpft haben. Außerdem waren Hitler und seine Nazischergen nicht nur den Juden, sondern auch allen Christen Feind, die sich ihnen in den Weg stellten und sich für die Rechte der Juden ausgesprochen hatten. Der heidnische Antisemit und erklärte Antichrist Adolf Hitler wollte nach dem Judentum auch das Christentum ausrotten, um seinen heidnischen Führerkult in Berlin, dem neuen "Germania", zu etablieren.

Es gibt keinen guten Grund dafür, die kulturelle Säkularisierung Deutschlands und Europas als einen zivilisatorischen Fortschritt zu feiern. Denn auch die Säkularisierung des Rechtsstaates und der religiöse neutralen demokratischen Institutionen der modernen Demokratien, können sich dann und nur dann erhalten, wenn sie durch einen religiösen Pluralismus gestützt werden. Das von den engagierten und militanten Atheisten propagierte kulturpolitische Ziel einer weiteren Säkularisierung der Kultur- und Bildungseinrichtungen Deutschlands und Europas mit dem Ziel einer atheistischen Mehrheitsgesellschaft ist durchaus gefährlich. Sie richtet sich nicht nur gegen das Christentum, sondern auch gegen das Judentum und den Islam, die wie keine andere große Weltreligion die stoische Idee der Humanität aufgegriffen und weiter entwickelt haben. Deswegen gilt es heute, im Namen der Humanität und der religiösen Toleranz den religiösen Pluralismus der großen Weltreligionen gegen die geschichts-vergessene Propaganda engagierter und militanter Atheisten zu verteidigen.
 

Humanität und Toleranz durch Religionsphilosophie

Der religiöse Pluralismus ist heute in Europa eine soziale und kulturelle Tatsache, die man nur um den hohen Preis eines Rückfalls in religiösen Fundamentalismus und religiöse Intoleranz leugnen oder bekämpfen kann. Wo der religiöse Pluralismus angefochten wird, geschieht das gewöhnlich von zwei entgegen gesetzten Seiten: entweder von Seiten eines engagierten oder militanten Atheismus, der aufgrund seiner existenzieller Verunsicherung durch die Gläubigen der Religionen und Konfessionen ein tief sitzendes Ressentiment gegen den Glauben an Gott hegt; oder aber von Seiten eines religiösen Fundamentalismus, der in seiner Glaubensweise durch die bloße Existenz von Gläubigen anderer Religionen und Konfessionen verunsichert wird. Dieser religiöse Fundamentalismus kann sowohl protestantischer Bibelfundamentalismus sein, wie er vor allem in den USA, oder aber römisch-katholischer Traditionsfundamentalismus, wie z.B. in Form der Pius-Brüder und anderer vorkonziliarer Bewegungen. Beide Gegner des religiösen Pluralismus sind bei genauerem Hinsehen eigentlich pathologische Phänomene, die sich jedoch gegenseitig bis zu einem gewissen Grad neutralisieren.

Religionsphilosophie, die nur in einer freien Atmosphäre des gemeinsamen Willens zur Wahrheitsfindung mit Hilfe einer um die gemeinsame Vernunft bemühte philosophische Diskussion gedeihen kann, aber nicht in der Obhut einer bestimmten religiösen Institution, die aufgrund ihrer geistigen Fundamente bereits an bestimmten philosophischen Resultaten interessiert ist, ist aufgrund ihrer besonderen Realisierungsbedingungen ebenso selten wie schwer zu realisieren. Denn natürlich müssen alle Teilnehmer an solchen religionsphilosophischen Diskussionen immer schon über ein hohes Maß an religiöser Sozialisation und Bildung verfügen, wie man das von den Teilnehmern an einem ästhetischen Diskurs über moderne Kunst ebenfalls erwarten würde. Nun fehlt es jedoch den meisten engagierten und militanten Atheisten an einer hinreichenden religionsphilosophischen bzw. theologischen Bildung, da sie zumeist von den Naturwissenschaften herkommen und mehr oder weniger unreflektierte Naturalisten oder technokratische Szientisten sind. Aber auch den meisten religiösen Fundamentalisten fehlt es oftmals an geisteswissenschaftlicher und philosophischer Bildung, d.h. an einer reflektierten Hermeneutik der eigenen und gemeinsamen Lektüre und Interpretation der Heiligen Schriften sowie an einer historischen und phänomenologischen Reflexion des religiösen Erlebens und Handelns, des Symbolischen und Rituellen, etc.

Ziel und Aufgabe der Religionsphilosophie ist aus diesen Gründen immer auch die Überwindung von Vorurteilen und Konflikten nicht nur zwischen den Religionen und Konfessionen, sondern auch zwischen Gläubigen und Ungläubigen, Theisten und Atheisten. Denn die meisten Menschen neigen natürlich dazu, das was sie kennen und lieben, das Eigene und Vertraute in einem günstigeren Licht zu betrachten als das Andere und Fremde. Dies mag zu Vorurteilen und Konflikten führen, aber dies ist nicht nur so mit den Religionen und Konfessionen, sondern auch mit unseren geschlechtlichen, ethnischen, sozialen und nationalen Zugehörigkeiten. Es liegt also nicht an den Religionen und Konfessionen, Weltanschauungen und Philosophien selbst, wenn Menschen das Eigene und Vertraute günstiger bewerten als das Andere und Fremde. Sowohl die Philosophie als auch die meisten Weltreligionen lehren im Gegensatz zu den totalitären politischen Ideologien, solche Vorurteile gegen das Andere und Fremde zu überwinden. Vorurteile hegen die Menschen meistens gegen die jeweils Andersgläubigen, aber nicht nur die Gläubigen gegen die Ungläubigen, sondern auch die Ungläubigen gegen die Gläubigen. So sind die meisten Menschen nun einmal. Bessere Menschen werden wir kaum finden.


Religionsphilosophie ist schon alleine deswegen ein wesentlicher Bestandteil der Philosophie, weil sich die historischen Tatsachen über die kulturelle und politische Relevanz der Religionen und Konfessionen in der europäischen Geschichte sowie in der Geschichte der Menschheit zumindest unter den Gebildeten einfach nicht leugnen lassen. Das müssen auch engagierte und militante Atheisten zugeben, die anders als die moderaten Atheisten die Religionsphilosophie lieber ad acta legen wollen. Doch sobald sie ihre Gründe für einen solchen Versuch einer Verabschiedung der Religionsphilosophie äußern, haben sie immer schon begonnen, religionsphilosophische Probleme zu erörtern und einen bestimmten religionsphilosophischen Standpunkt einzunehmen. Atheisten können sich also der Religionsphilosophie nicht wirklich entledigen, ohne bereits religionsphilosophische Thesen aufzustellen, die sie mit bestimmten Argumenten verteidigen. Auch der Atheismus selbst ist bereits eine religionsphilosohische Position. Atheisten stehen nolens volens immer schon im dialektischen Spannungsfeld der religionsphilosophischen Positionen, bevor sie bewusst in solche Diskussionen eintreten.

Religionsphilosophie ist auch in der Gegenwart immer noch ein unvermeidlicher und wesentlicher Bestandteil eines authentischen Philosophierens, obwohl sie von der akademischen Schulphilosophie weitgehend verdrängt und unterdrückt oder zumindest kritisiert und historisiert wird. Diese Intoleranz der akademischen Schulphilosophie ist jedoch unphilosophisch, da in der Geschichte der europäischen Philosophie die meisten der großen Philosophen in einem bestimmten Sinne immer auch philosophische Theologen oder Religionsphilosophen gewesen sind: Sokrates, Platon, Aristoteles, Epikur und die Stoiker, Augustinus und die zahlreichen christlichen Philosophen des Mittelalters, sämtliche jüdische und islamische Philosophen in Mittelalter, Renaissance und Neuzeit, die Rationalisten und Empiristen der Neuzeit, die Philosophen der Aufklärung, wie z.B. Kant, Lessing und Mendelssohn, und die Philosophen des 19. Jahrhunderts, wie z.B. Hegel und Schelling, Brentano und Lotze, Kierkegaard und Nietzsche.

Aber nicht nur in der Geschichte der europäischen Philosophie, sondern auch noch im 20. Jahrhundert, gab es einige Philosophen, die die Frage nach Gott und der jüdischen und christlichen Offenbarung ganz ernst genommen haben, wie z.B. Martin Heidegger und Karl Jaspers, Martin Buber und Franz Rosenzweig, Edith Stein und Dietrich von Hildebrand, Alfred North Whitehead und Jacques Maritain, Paul Ricoeur und Emmanuel Levinas, u.a. Alle diese Philosophen haben die Frage nach dem Dasein und Wesen Gottes philosophisch erörtert und dazu bestimmte Auffassungen vertreten, in denen sie sich nicht zuletzt auch mit der überlieferten Religionsphilosophie, mit dem von Nietzsche reklamierten "Todes Gottes" sowie mit der Bedeutung der Shoah für den Glauben der Juden und Christen auseinander gesetzt haben.

Außerdem sind anders als bei vielen akademischen Philosophen unter den meisten Menschen und Bürgern religionsphilosophische Themen und Probleme entweder unterschwellig oder bewußt virulent geblieben. Die Fragen nach der Wahrheit, Überzeugungskraft und Haltbarkeit der wesentlichen Überzeugungen des religiösen Glaubens, die akademische Philosophen lange beiseite geschoben haben, wurden in den Gymnasien, Volkshochschulen und kirchlichen Akademien, in den christlichen, jüdischen und islamischen Familien und Gemeinden nach wie vor als lebenswichtige Probleme der Philosophie und Theologie angesehen. Psychiater und Psychotherapeuten diagnostizieren nicht nur die Zunahme von Idolatrie, Fetischismen und pseudo-religiösen Sekten und Psycho-Kulten, sondern auch eine weit verbreitete Tabletten- und Drogenabhängigkeit sowie schweren Sinnkrisen, Angststörungen, Depressionen und Traumatisierungen, die früher im Rahmen von religiösen Institutionen und Heilswegen aufgefangen wurden. Nicht wenige von ihnen vermuten, wie Erich Fromm und Viktor Frankl, dass dies nicht zuletzt auch nur allzu gerne verdrängte, ambivalente Folgen der Säkularisierung und Merkantilisierung aller Kulturbereiche in den modernen Industrienationen sind.

Auch wenn die meisten Schulphilosophen die religionsphilosophischen Fragen ausgrenzen, bleiben die Probleme der Religionsphilosophie in den Herzen der meisten Menschen virulent. Nicht selten treten jedoch vage Lippenbekenntnisse zum Buddhismus als einer Religion ohne personalen Gott an die Stelle der tradierten Religionen von Judentum, Christentum und Islam. Meistens haben diese vagen Lippenbekenntnisse keine Konsequenzen für das Leben und erfüllen deswegen nur eine weltanschauliche und politische Alibifunktion. Denn solange jemand nicht, wie es im authentischen Buddhismus üblich ist, wirklich zu Buddha Zuflucht genommen hat, sich einer buddhistischen Gemeinschaft (Sangha) angeschlossen hat, regelmäßig Meditation praktiziert und buddhistische Schriften studiert, kann es sich nur um ein Lippenbekenntnis handeln, also um den modischen Pseudo-Buddhismus von Wellness-Trainern und Schaufensterdekorateuren, die gerne ein bisschen Buddha-Nippes verbreiten. Angesichts solcher pseudo-religiöser Ersatzhandlungen bleiben die religionsphilosophischen Probleme dann aber auch in den Herzen der Menschen in den merkantilistischen Industriegesellschaften bestehen, auch wenn sie gegenwärtig an den meisten Universitäten nicht mehr mit Interesse und Wohlwollen behandelt und diskutiert werden.


Die wichtigsten religionsphilosophischen Fragen

Die wichtigsten religionsphilosophischen Fragen lassen sich jedoch nicht einfach mit solchen Schlichen des Geistes aus der Welt schaffen, da sie zum voll entfalteten Menschsein dazugehören und sogar in der Struktur der menschlichen Vernunft selbst verankert sind, wie Kant ganz richtig erkannt hatte:  

  • Gibt es Gott?
  • Wer oder was ist Gott?
  • Was ist das Wesen Gottes?
  • Welches sind die wesentlichen Eigenschaften Gottes?
  • Existiert Gott wirklich und unabhängig vom menschlichen Bewusstsein oder ist Gott eine regulative Idee oder ideelle Vorstellung des Menschen?
  • Wie können wir wissen, ob Gott wirklich und unabhängig vom menschlichen Bewusstsein existiert?
  • Können wir Menschen das Dasein und Wesen Gottes erkennen oder nur ahnen und glauben?
  • Können wir Menschen mit Hilfe von Wissenschaft und Philosophie wissen und beweisen, dass es Gott wirklich gibt?
  • Sind Menschen mit unserem religiösen Glauben ganz alleine auf die Offenbarung Gottes durch Propheten und Heilige Schriften angewiesen oder können sie Gott auch aus den Ordnungen und Schönheiten der Natur oder in der Begegnung mit gläubigen Menschen und echten Kunstwerken erkennen?
  • Was ist eine echte Offenbarung Gottes? Wie können wir wissen, ob und wie Gott sich und seinen Willen auf eine authentische Weise geoffenbart hat?
  • Welche Inhalte der Heiligen Schriften müssen wörtlich und welche im übertragenen Sinne (allegorisch, metaphorisch oder symbolisch) verstanden werden?
  • Können die wichtigsten Methoden des Philosophierens und die anerkannten Erkenntnisse der Philosophie mit den Inhalten des Glaubens einer Religion oder Konfession vereinbart werden?
  • Können die Methoden und Erkenntnisse der modernen Naturwissenschaften mit den Inhalten des Glaubens einer Religion oder Konfession vereinbart werden?
  • Wenn es Gott gibt und es verschiedene Quellen des Glaubens an Gott gibt, die sich jedoch teilweise widersprechen, wie können wir dann herausfinden, wie Gott wirklich und wesentlich beschaffen ist, um uns kein falsches und illusorisches Bild von Gott zu machen?
    Ist Gott denn wirklich und wesentlich gut oder ist er jenseits von Gut und Böse?
  • Ist Gott der Inbegriff alles Guten oder identisch mit dem allumfassenden Sein?
  • Ist Gott mit der Welt, mit dem Universum oder der Natur identisch oder ist er nicht vielmehr davon verschieden?
  • Ist Gott transzendent oder immanent?
  • Hat Gott nicht nur das Gute, sondern auch das Böse geschaffen?
  • Wenn Gott als "Schöpfer des Himmels und der Erde" alles geschaffen hat, hat er dann nicht auch den Menschen mit seinem freien Willen und dann auch mit seiner Fähigkeit zum Guten und Bösen geschaffen?
  • Wenn Gott den Menschen mit seinem freien Willen und seiner Fähigkeit zum Guten und Bösen geschaffen hat, ist Gott dann nicht indirekt auch für das Gute und Böse, das Rechte und das Schlechte, das Leben und den Tod, die Freude und das Leid, das Glück und das Elend der Menschen, das Heilige und die Sünde mitverantwortlich?
  • Wenn Gott als "Schöpfer des Himmels und der Erde"wirklich  allmächtig ist, wieso lässt Gott dann das natürliche Schlechte und moralische Böse, das ganze Leid und Elend der Menschen zu, obwohl es auch viele unschuldige Kinder und Erwachsene trifft?
  • Warum lässt Gott so viele Menschen mit ihren bösen Absichten und fragwürdigen Machenschaften erfolgreich sein und über so manche Menschen guten Willens triumphieren?
  • Wenn Gott das Schlechte und Böse, das ganze Leid und Elend der Menschen zulässt, obwohl er allmächtig ist, wie kann er dann zugleich allwissend und allgütig sein?
  • Wenn Gott jedoch weder allwissend noch allgütig ist, wie kann Gott dann das höchste und vollkommenste Wesen sein und als solches verehrt und angebetet werden?
  • Wenn Gott das Schlechte und Böse, das ganze Leid und Elend der Menschen zulässt, obwohl er allmächtig und allwissend ist, wieso hilft er ihnen nicht, Gerechtigkeit herbeizuführen und die schlimmste Not der Menschen zu lindern?
  • Wenn Gott jedoch allmächtig und allwissend ist, wie kann er dann auch gerecht, wohlwollend und barmherzig sein?
  • Wenn Gott jedoch nicht gerecht, wohlwollend und barmherzig ist, wie kann Gott dann das höchste und vollkommenste Wesen sein und als solches verehrt und angebetet werden?

 

 

Bei diesen religionsphilosophischen Fragen handelt es sich um die wesentlichen und radikalen Fragen, die wir Menschen in Bezug auf das Dasein und Wesen Gottes stellen. Diese Fragen entstehen nicht nur aus dem bloßen Vorhandensein der Religionen und Konfessionen, sondern auch aus den Zweifeln, die auch in der Herzen der Gläubigen selbst auftauchen und nicht nur in den glaubensfernen oder glaubensfeindlichen Köpfen von Atheisten. Sie entstehen, weil wir Menschen es beim Glauben weder mit formalwissenschaftlichem Wissen, wie bei den simpleren Gewißheiten der Logik und Mathematik, noch mit einem naturwissenschaftlichem Wahrscheinlichkeitswissen auf der Grundlage von Erfahrung, Beobachtung und Experiment zu tun haben, wie in der Physik, Chemie und Biologie.

 

Oftmals enstehen diese skeptischen Fragen angesichts einer persönlichen Notlage, wie z.B. bei dem biblischen Hiob, der alle Güter verloren hatte, die sein Lebensglück ausgemacht hatten, sowie seine Gesundheit, und sich dann auch noch die allzu frommen Sprüche seiner Freunde anhören mußte. Oftmals entstehen solche Fragen aber auch angesichts eines schweren gemeinsamen Schicksals, das als hinreichender Grund für die metaphysische "Verborgenheit Gottes" (Martin Luther), als eine epochale "Gottesfinsternis" (Martin Buber) oder als geheimnisvolles Schweigen Gottes verstanden wird, wie z.B. beim Prediger Salomo im Buch Kohelet.

 

Juden, Christen und Muslime geben ihre religiösen Zweifel nicht gerne zu - vor allem nicht, wenn sie ernst, anhaltend und tiefgehend sind. Denn in frommen Gemeinschaften herrscht oftmals ein sozialer Konformitätsdruck, sodass es einem schwer fallen kann, aus der Reihe zu tanzen und sich mit solchen Äußerungen fromme Belehrungen und Rügen einzuhandeln. Deswegen braucht man zumindest in frommen Kreisen einen großen Mut, um persönliche Zweifel zu äußern und um solche religionsphilosophischen Fragen zu stellen. Diesen Mut braucht man zum einen wegen der weit verbreiteten religiösen Angst, es wäre eine Sünde, solche radikalen Fragen zu stellen. Diesen Mut braucht man aber auch zum anderen wegen des Unverständnisses und Unmutes, der einem von Seiten der (angeblich) Frommen entgegen schlagen kann, wenn man öffentlich seine Zweifel äußert und solche philosophischen Fragen stellt. Doch wer ist eigentlich fromm und wer nicht?

 

"Furcht gibt es in der Liebe nicht, sondern die vollkommene Liebe vertreibt die Furcht. Denn die Furcht rechnet mit Strafe, und wer sich fürchtet, dessen Liebe ist nicht vollendet." (1. Johannes, 4, 18)

 

Diesen Mut brauchten auch schon die Redakteure, die die beiden Bücher Iob (Hiob) und Kohelet (Prediger) in den Kanon der biblischen Schriften aufgenommen haben. Dieser Mut fehlte jedoch in späteren Zeiten oftmals, weil diese beiden biblischen Bücher nur allzu gerne in frommen Kreisen verdrängt werden. Die Tatsache der religiösen Konformität und der Verdrängung dieser beiden biblischen Schriften mag einen sozialen Zweck erfüllen, weil sie den gemeinsamen Glauben in einer religiösen Gemeinschaft stärkt. Manchmal hat das sicher auch einen guten die Gemeinschaft fördernden Zweck, seine persönlichen Zweifel und Anfechtungen im Glauben nicht immer öffentlich zu äußern: Die als "Mutter Teresa" bekannte Nonne und Ordensgründerin hat sich zu Lebzeiten mit ihren schweren seelischen Anfechtungen durch religiöse Zweifel an der Liebe und Gegenwart Gottes nur im Stillen an ihren Beichtvater gewandt.

 

Nicht nur Christen, sondern auch Juden und Muslime müssen solche Zweifel meistens "mit sich selbst ausmachen", wenn sie ein schwerer Schicksalsschlag getroffen hat oder wenn sie Naturkatastrophen, wie z.B. Erdbeben, Vulkanausbrüche oder Waldbrände, oder von Menschen gemachte Konflikte und Kriege zwischen den Völkern und Nationen erleben müssen. Aber zumindest seit dem Holocaust und dem Archipel Gulag, seit Hiroshima und Nagasaki, Tschernobyl und Fukushima können aufgeklärte und geschichtsbewusste Gläubige, die ihren Glauben um ihres eigenen Lebens willen, aber auch um des gefährdeten Wohlergehens ihrer Mitmenschen und ihrer Gesellschaft willen, nicht verlieren wollen, ihre nur allzu menschlichen Zweifel nicht mehr totschweigen. Die geschichtliche Erinnerung muss trotz des immer wieder auch zum Schweigen zwingenden Grauens irgendwie eine angemessene Sprache finden, die den abgrundtiefen Glaubenszweifel am Wirken einer mächtigen, wissenden und gütigen "Weltregierung" zulässt.

 

Religionsphilosophen, die solche radikalen Zweifel zulassen und integrieren müssen - während dies für Geistliche und Prediger aufgrund ihrer beruflichen Verantwortung für das seelische Wohlergehen der Gläubigen nicht immer angebracht ist - stellen solche Fragen nicht zuletzt auch im Namen von nachdenklichen und gutwilligen Menschen, die im Stillen an ihren religiösen Zweifeln und Ängsten leiden. Denn oftmals werden diese harten Fragen gerade auch von solchen Menschen gestellt, die in ihrem Leben viel Rechtes und Gutes getan haben, aber von gedankenlosen und böswilligen Menschen unterdrückt wurden. Das hat sowohl mit der Misologie, dem Hass auf das Licht der Vernunft zu tun, das Platon in seinem Dialog Phaidon beschrieben hat, als auch mit dem Existenzialneid auf den Charakter derjenigen Menschen, die das Licht des sittlichen Guten verkörpern, das Max Scheler so trefflich in seiner Genealogie der Moralen charakterisiert hat.

 

Zweifelsfragen und religionskritische Fragen werden in der Religionsphilosophie jedoch nicht bloß gestellt, um die Zweifel jener selbstzufriedenen Atheisten zu stärken, die sich nur allzu oft in einem besserwisserischen Hochmut und in einer wissenschaftsgläubigen Ignoranz gegenüber allen Gläubigen für überlegen halten. Wenn wahrhaftigen und mutigen Gläubigen, die zu ihren Glaubenszweifeln stehen, der blanke Zynismus und der dümmliche Hochmut solcher Atheisten entgegen schlägt, wird jeder echte Philosoph sofort für den Glauben der großen Weltreligionen Partei ergreifen und damit mutig dem platten Atheismus der Neunmalklugen entgegen treten. Denn seine harten und kritischen Fragen stellt er um eines authentischen Glaubens willen und nicht um des dummen Geredes selbstgefälliger Atheisten willen, die wie der nur halb gebildete Wagner in Goethes Faust meinen, es mit ihrem bisschen Wissen und ihren vielen Kenntnissen "ach so herrlich weit gebracht" zu haben.

 

Die Absicht vieler Atheisten, solche religionsphilosophischen Fragen als "nur noch historisch relevant" aufzufassen, sie aus der akademischen Philosophie zu verbannen und die Religionsphilosophie insgesamt ad acta legen zu wollen, ist aber gerade deswegen so fragwürdig, weil sie gerade von vielen nachdenklichen und gutwilligen Menschen, denen in ihrem Leben nicht zuletzt auch von anderen Menschen viel Schlechtes und Böses widerfährt, in ihrer seelischen Not gestellt werden. Damit werden diese Menschen aber auch noch ein weiteres Mal diskriminiert und die engagierten und militanten Atheisten werden nolens volens zu Helfern der Unterdrücker vieler nachdenklicher Menschen guten Willens.

Die Diskriminierung der Religionsphilosophie durch engagierte und militante Atheisten ist jedoch nichts anderes als das Armutszeugnis der missverstandenen Aufklärung des säkularistischen "Aufkläricht" (Kant), der religionsphilosophische Fragen loswerden will, um ungehindert sein geistloses Unwesen treiben zu können. In Wahrheit ist es jedoch gerade das säkularisierte Zeitalter der modernen Industriegesellschaften mit ihrer menschenfeindlichen Merkantilisierung aller Lebensverhältnisse und ihrer schleichenden Destruktion der natürlichen Lebensgrundlagen auf der Erde, die solche Fragen nötiger haben, als die meisten engagierten und militanten Atheisten meinen. Indem sie die Religionen und Konfessionen herausfordern, zeigen die intellektuellen Bemühungen der Atheisten jedoch gerade, dass die religionsphilosophischen immer noch Fragen zum wesentlichen Kernbestand der europäischen Philosophie und zur Struktur der reflektierenden Vernunft gehören.

 


Kants Vernunftkritik und die Religionsphilosophie

Nun hört man immer wieder, dass Immanuel Kant die Metaphysik kritisiert und unmöglich gemacht habe. Noch vor einigen Jahren war es Mode geworden, wie Jürgen Habermas in seiner Auseinandersetzung mit Dieter Henrich von einem "nach-metaphysischen Zeitalter" zu sprechen. Mit solchen fragwürdigen Epochendiagnosen wurden jedoch nur Themen und Probleme ausgegrenzt, denen man sich nicht stellen wollte. Im Anschluss an den Empirismus ud Naturalismus, Positivismus und Szientismus, Marxismus und Dekonstruktivismus sind "Metaphysik" und "metaphysisch" zu intellektuellen Schimpfworten geworden. Immanuel Kant jedenfalls kann man für eine solche Herabsetzung und Ausgrenzung der Metaphysik nicht mit gutem Recht in Anspruch nehmen.

Für Kant waren Philosophie und Metaphysik zwar nicht identisch, wohl aber unzertrennlich miteinander verbunden. Sein sog. "kritisches Geschäft" hielt er zwar für eine äußerst wichtige Aufgabe, aber auch nur für die Propädeutik zu einer zukünftigen Metaphysik, die endlich als eine respektable Wissenschaft auftreten können sollte. Insofern hat Kant fast sein ganzes Leben und sein kritisches Philosophieren der Metaphysik gewidmet. Für Kant waren "metaphysische Fragen" der Struktur der menschlichen Vernunft immanent und es gehört daher auch zur Natur des Menschen, metaphysische Fragen zu stellen. Wer metaphysische Fragen verwirft und gar nicht mehr ernst nehmen will, der verfehlt nicht nur die geistigen Grundbedürfnisse des Menschen und damit die geistige Orientierung des Menschen, sondern auch die impliziten Strukturen der menschlichen Vernunft.

Trotzdem geht immer noch das Gerücht um, Kant habe mit seiner kritischen Philosophie zwar nicht absichtlich, wohl aber gegen seinen eigenen Willen tragischerweise selbst das Ende der Metaphysik herbei geführt. Zu diesem Gerücht haben vor allem Moses Mendelssohn, Heinrich Heine und Arthur Schopenhauer beigetragen. Heine hat Kant in seiner Schrift "Über die Philosophie und Religion in Deutschland" im Anschluss an Mendelssohn dramatisch als den "Alleszermalmer der Metaphysik" bezeichnet. Auch Schopenhauer hat diese fragwürdige Charakterisierung Kants übernommen.

Aus heutiger Sicht handelt es sich dabei jedoch um einen folgenreichen Irrtum, der aus anfänglichen Mißverständnissen der eigentlichen Intentionen der kantischen Vernunftkritik resultiert, die jedoch in manchen Kreisen bis heute anhalten. Denn Kant hat zwar die damals vorherrschende traditionelle Metaphysik der Leibniz-Wolff'schen Schule angegriffen und in ihrer immanenten Unhaltbarkeit entlarvt, aber mit dem erklärten Ziel, eine neue und bessere Metaphysik zu schaffen, die der kritischen Untersuchung der Vernunft standhält. Auch Heinrich von Kleist soll angeblich durch Kants radikale Vernunftkritik in eine solche Verzweiflung an der Unerkennbarkeit der Wahrheit gestürzt worden sein, dass er sich deswegen sogar das Leben genommen habe. Dass Kleists mißverständliche Interpretation der kantischen Philosophie eine so starke psychische Auswirkung gehabt haben soll, scheint mir ziemlich fraglich zu sein. Man wird die eigentlichen Ursachen und Gründe für Kleists lange vorbereitete Lebensmüdigkeit und schließlichen Selbstmord vermutlich eher in seiner eigenen Persönlichkeit suchen müssen. Ernst Cassirer war der Auffassung, dass Kleist sich gar nicht auf Kant, sondern auf Fichte bezogen habe.

Der frühere Papst Benedikt XVI. hat in seiner sog. Regensburger Rede nicht nur die Reformation und den Humanismus als Erfinder der historisch-kritischen Exegese getadelt, sondern auch Kants kritische Philosophie dafür verantwortlich gemacht, dass sich in Deutschland und Europa ein "schwacher Begriff von Vernunft" ausgebreitet habe, dem zufolge wir Gott nicht mehr wie in einer langen europäischen Tradition der Philosophie als Gegenstand eines vernünftigen Denkens der Philosophen und Theologen begreifen, sondern meistens für einen fragwürdigen Inhalt irrationaler Vorstellungen halten. Dazu hat der Papst auch auf die Absichtserklärung Kants aus seiner Vorrede zur zweiten Auflage der Kritik der reinen Vernunft verwiesen: "Ich musste das Wissen aufheben, um zum Glauben Platz zu bekommen." (Allerdings hatte er das Zitat ursprünglich in einer leicht veränderten Form wiedergegeben.)

Damit hat er zwar insofern ins Schwarze getroffen, als er damit auch die weitgehende Verdrängung der Religionsphilosophie beklagt und dies als eine unzulässige Verkürzung in der Selbstverständigung über die Struktur der Vernunft diagnostiziert. Nun gibt es keinen Grund daran zu zweifeln, dass dieses Kant-Zitat eine der wichtigsten Intentionen seiner kritischen Philosophie zum Ausdruck bringt. Kant hat - wie auch schon Blaise Pascal - ganz ohne Zweifel die überschätzte Kraft und Reichweite der reinen Vernunft begrenzen wollen und wohl auch im Hinblick auf die rationale Theologie, Kosmologie und Psychologie begrenzen können. Nach Kant sind philosophische Beiträge zur Theologie, Kosmologie und Psychologie nicht mehr ohne eine angemessene Phänomenologie und Reflexion der menschlichen Welt- und Selbsterfahrung möglich. Dass reine Vernunft nicht mehr nur aus sich selbst über Gott, Welt und sich selbst als Subjekt des Denken reflektieren kann und dabei zu einem echtem gegenständlichen Erkennen und Wissen gelangen kann, das nicht bloß analytisches Begriffswissen darstellt, scheint zunächst einmal ein wesentliche Vertiefung des philosophischen Verständnisses der Grundprobleme der Metaphysik und damit eine wichtige Einsicht über die dialektische Struktur der menschlichen Vernunft darzustellen.

Handelt es sich jedoch nicht vielmehr um einen Steigerung von Vernunft, wenn die Menschen wie Kant, mit Kant und nach Kant versuchen, die Struktur und Reichweite der Vernunft auszuloten, um dadurch zu einer angemesseren und objektiveren Auffassung von ihren begrenzten Kräften sowohl im Hinblick auf die erfahrbare Innen- und Außenwelt - einschließlich der logischen, mathematischen und reflexiven Strukturen des Denken und Urteilens - als auch im Hinblick auf ihre eigene Struktur zu gelangen? Im Sinne Pascals wird die menschliche Vernunft durch diese Selbsterforschung überhaupt erst wahrhaft vernünftig und es gibt für sie gar nichts Vernünftigeres, als sich ihrer Grenzen bewusst zu werden und zu bleiben. Denn erst, wenn die Struktur und Reichweite der menschlichen Vernunft richtig verstanden und zutreffend eingeschätzt wird, wird sie sich zwar bescheiden müssen, aber sie wird sich dadurch auch des unüberbrückbaren Abstandes zu der absoluten "göttlichen Vernunft" wirklich bewusst.

Die von Kant intendierte Selbstbescheidung der Vernunft richtet sich im Übrigen auch nicht gegen die besten Intentionen des jüdischen, christlichen und islamischen Glaubens, sondern ist und bleibt ihnen ganz und gar gemäß. Dabei kann es natürlich sein, dass Kant bei seinen vernunftkritischen Untersuchungen en detail nicht immer zu Diagnosen gelangt ist, die einer weiteren kritischen Prüfung Stand halten. Das wussten aber auch schon seine ersten Kritiker wie Reinhold und Fichte, Schelling und Hegel. Papst Benedikt XVI. hat Kant jedoch vor allem deswegen angegrifffen, weil er sich eine Rückkehr zur traditionellen oder vorkantischen Seinsmetaphysik erhofft, die an Platon und Aristoteles, Augustinus und Bonaventura anknüpft. Auch hat er nicht etwa dafür gehalten, an den Deutschen Idealismus oder die nachkantische Metaphysik des 20. Jahrhunderts (Franz Brentano, Nicolai Hartmann, Martin Heidegger, Karl Jaspers, Alfred North Whitehead, u.a.) anzuknüpfen. In solchen Fällen würde er wie auch sein Vorgänger Johannes Paul II. in der Enzyklika Fides et Ratio eher auf bestimmte Neuthomisten und realistische Phänomenologen verweisen. Praktisch alle nachkantischen Ansätze zu einer neuen Metaphysik haben jedoch auch dort noch von Kants philosophischer Aufklärung der Bedingungen der Möglichkeit von Metaphysik profitiert, wo sie versucht haben, sie zu überwinden. Kants Kritik der traditionellen spekulativen Seinsmetaphysik intendierte nämlich eine Einheit der Metaphysik der Natur und der Sitten, der als Aufgabe auch keine der nachkantischen Metaphysikansätze jemals entrinnen konnte.

In seiner Kritik an der rationalen Kosmologie und Psychologie hat Kant sicherlich recht behalten. Philosophische Beiträge zur Kosmologie und Psychologie müssen sich heute zumindest mit den komplexen Methoden und elaborierten Theorien der naturwissenschaftlichen Kosmologie und der empirischen Psychologie - einschließlich der Neurowissenschaften - auseinandersetzen. Auf ähnliche Weise müssen sich philosophische Beiträge zur Philosophie des Lebendigen mit den verschiedenen Methoden und Theorien der naturwissenschaftlichen Biologie (Genetik, Molekularbiologie, Evolutionstheorie, Ökologie, etc.) befassen.

 

Wie steht es jedoch um die rationale Theologie, die bei Christian Wolff noch zum philosophischen Kanon der Metaphysik gehörte? Müssen sich Religionsphilosophen und rationale philosophische Theologen, insofern es sie überhaupt noch gibt, nicht auch mit den Begriffen und Thesen, Methoden und Theorien der biblischen Theologen vor allem von Judentum, Christentum und Islam auseinander setzen? Dies scheint aufgrund der kulturellen und historischen Kontextualität aller religiösen Begriffe unumgänglich zu sein, wenn man sich nicht dem berechtigten Vorwurf aussetzen möchte, nur noch die selbst konstruierten Begriffe eines sterilen Buchstaben-Glaubens zu traktieren, für den die formale Korrektheit der logischen Schlüsse in modallogisch aufbereiteten Gottesbeweisen wichtiger zu werden scheint als der lebendige Gottesbegriff im Herzen der Menschen, der sich in ihrem Denken und Fühlen, Sprechen und Handeln zeigt.


Atheismus - Theismus - Agnostizismus

Nun könnten die Verteidiger der traditionellen Metaphysik und Religionsphilosophie einwenden: Aber hat Kants Epoche machende Metaphysik- und Vernunftkritik nicht nolens volens selbst zu dieser bis heute anhaltenden Entwicklung der Religionsphilosophie beigetragen? Und hat Kant damit nicht, ohne es wirklich zu wollen oder gar vorhersehen zu können, nicht bloß den moderaten Atheisten, sondern auch den engagierten und bekennenden Atheisten einen gewissen Vorschub geleistet? Denn es lässt sich kaum bestreiten, dass sich beide Arten von Atheisten mit ihren naturalistischen und szientistischen Überzeugungen, die die unglaubliche Fülle der ontologischen Voraussetzungen der Formal-, Natur-, Sozial- und Humanwissenschaften verkennen, nur allzu gerne auf Kant und Hume berufen, wenn sie darauf hinweisen, dass gerade diese beiden neuzeitlichen Aufklärer doch "gezeigt" hätten, dass man das Dasein Gottes aber gar nicht beweisen könne.

Was diese Atheisten jedoch meistens weder wissen noch wahrhaben wollen, ist die Tatsache, dass Kant den Atheismus nicht nur in theoretischer Hinsicht ablehnt, sondern ihn auch in praktischer Hinsicht für gefährlich hält. Man kann sich also zwar ganz zurecht auf Kant beziehen und berufen, wenn man als Gläubiger eine agnostische oder fideistische Position verteidigen möchte, aber kaum, wenn man den Unglauben oder ganz offen den Atheismus verteidigen möchte. Kant wollte sicher nicht für den Unglauben oder den Atheismus, sondern für den Glauben an Gott, die Freiheit des Willens und die Unsterblichkeit der menschlichen Seele als unverzichtbaren Voraussetzungen und Stützen der Humanität in Moral, Recht und Politik "Platz bekommen", wenn er die eigentlichen philosophischen Intentionen seiner Metaphysikkritik auf den Punkt gebracht hatte: "Ich musste das Wissen aufheben, um zum Glauben Platz zu bekommen."

Anders als die Atheisten können sich jedoch Juden, Christen und Muslime zurecht auf Kant berufen, insofern sie sich zwar als Glaubende, aber zugleich als Agnostiker verstehen. Dies gilt jedoch nicht für heimliche Atheisten, die sich nur vornehm als Agnostiker ausgeben, um sich nicht offen für den Atheismus auszusprechen. Während der Atheismus sicherlich nicht mit dem Glauben der Juden, Christen und Muslime vereinbar ist, können sich Juden, Christen und Muslime jedoch durchaus als Agnostiker oder Fideisten verstehen. Juden, Christen und Muslime können vor allem deswegen Agnostiker oder Fideisten sein, weil nicht nur die Evangelien der Christen, sondern auch die Torah der Juden und der Koran einen Glauben an Gott verkündigen. Sie lehren jedoch ausdrücklich keine bestimmte Philosophie und keine Wissenschaft und sie begründen weder eine bestimmte philosophische Erkenntnis noch ein vermeintliches Wissen vom Dasein und Wesen Gottes.

Der frühere Papst Benedikt XVI. hat sich trotz seiner berechtigten Kritik an der Verkürzung der Vernunft durch den gänzlichen Verlust der Religionsphilosophie und Metaphysik jedoch geirrt, als er Immanuel Kant für den modernen Atheismus und den Verfall des Vertrauens auf die menschliche Vernunft verantwortlich gemacht hat. Er hätte sich auf ihn vielmehr als einen wichtigen philosophischen Zeugen des Glaubens an Gott gegen den modernen Atheismus und als einen ebenso wichtigen Verteidiger der menschlichen Vernunft gegen den destruktiven Irrationalismus berufen können. Denn genau darum ist es Kant schließlich gegangen: um eine Philosophie, die sowohl das Anrecht als auch die Grenzen der Vernunft auslotet, sowie um eine "zukünftige Metaphysik, die als Wissenschaft wird auftreten können". Kant war damit nämlich ein besonders zuverlässiger Verteidiger der Vereinbarkeit von Glauben und Vernunft, wie es ihn seit Thomas von Aquin (Summa theologiae) nicht mehr gegeben hat. Dass die Kirche und Welt bewegenden Reformatoren Martin Luther und Philipp Melanchthon, Jean Calvin und Ulrich Zwingli sowie der skeptische Humanist Erasmus von Rotterdam das Vertrauen in die menschliche Vernunft jenseits des auf empirische Tatsachen und Zwecke bezogenen Verstandes des Alltagslebens nicht gerade stärkten, muss man jedoch zugeben.


Glaube und Vernunft ohne Wissen

Juden, Christen und Muslime "wandeln im Glauben und nicht im Schauen" (2. Kor. 5, 7). Eine vermeintlich rein philosophische Gotteserkenntnis bzw. ein angebliches Wissen von Gott haben seit den Anfängen der europäischen Philosophie nicht nur Platon und Aristoteles, sondern vor allem die Gnostiker und Esoteriker, neuplatonische Mystiker und  platonisierende Christen für sich in Anspruch genommen. Die christlichen Kirchen des Ostens und des Westens waren jedoch in ihrer Bekämpfung der Gnosis nicht immer konsequent, sonst hätte sie die biblische Glaubenslehre der reformatorischen Theologen Calvin, Luther, Melanchthon, Zwingli u.a. als gut begründet anerkennen müssen und zwar sowohl durch die natürliche Vernunft als auch durch die Heilige Schrift. Die offene oder heimliche Gnosis ihrer platonisierenden oder aristotelisierenden Theologen hätte sie hingegen verwerfen müssen.

Die Frage nach dem Dasein, Wesen und Willen Gottes bezieht sich in Judentum, Christentum und Islam in der Regel auf den einen unsichtbaren Gott, der sich durch einem verkündenden Propheten als Vermittler oder in einem gerechten Heiligen (zaddik) geschichtlich offenbart hat, und nicht etwa auf eine Vielzahl von sichtbaren und darstellbaren Göttern oder Gottheiten der polytheistischen Religionen, wie z.B. der verschiedenen Kulte der Hindus oder Buddhisten. Diese Götter und Gottheiten gibt es nämlich zumindest insofern, als sie gewisse Aspekte der Wirklichkeit verkörpern, die man wahrnehmen und beschreiben kann. Dies ist eben genau der Grund, warum Parsen und Juden, Christen und Muslime von jeher behauptet haben, dass diese Götter oder Gottheiten bloß Götzenbilder oder Idole sind, aber nicht der wahre und wirkliche Gott, der immer nur der eine, aber unsichtbare Gott sein kann, der anders als die mannigfaltigen Gegenstände und Ereignisse in der Welt unwandelbar und ewig ist. Aber auch die Religionen und Glaubensweisen der Inder kennen anders als der Buddhismus zumindest in der alten vedischen Tradition der Brahmanen die Vorstellung von dem einen Gott, der jedoch mit dem kosmischen Sein identisch ist und dort meistens nicht als eine Person (purusha) vorgestellt wird.


Ganz gleich, ob Atheisten behaupten, dass es gar keinen Gott gibt, oder nur wie agnostische Juden, Christen und Muslime bezweifeln, dass man mit den bloßen Mitteln des philosophischen Denkens alleine nicht zweifelsfrei erkennen oder wissen kann, ob es Gott gibt, müssen jedenfalls beide von Gott sprechen und über Gott gewisse Aussagen machen. Das gilt für Atheisten ganz genau so wie für agnostische Juden, Christen und Muslime, die zwar glauben, dass es Gott gibt, aber nicht meinen, dass sie es zweifelsfrei erkennen, beweisen oder wissen können, so wie man im Alltag, vor Gericht oder in den Wissenschaften etwas erkennen, beweisen oder wissen kann. Das gilt auch für Theisten, die nicht nur glauben, dass es Gott gibt, sondern auch noch meinen, dass sie für das Dasein Gottes auch allgemein verständliche und überzeugende Gründe vorweisen können, die hinreichend sind, um ihre eigene Überzeugung als Erkenntnis oder Wissen auszuweisen.

Atheisten und Theisten müssen zumindest von Gott sprechen und gewisse Behauptungen über Gott aufstellen, wenn sie ihre Meinungen, Überzeugungen und Gründe darlegen. Alle Menschen, Gläubige wie Ungläubige, Theisten wie Atheisten haben bestimmte Vorstellungen und Begriffe von Gott, glauben und denken auf eine bestimmte Art und Weise über das Dasein und Wesen Gottes und haben bestimmte positive oder negative Gottesbilder, ganz gleich, ob und wie deutlich sie sich dessen bewusst sind. Religionsphilosophie kann und muss diese religiösen Vorstellungen, Begriffe und Gottesbilder auch dann diskutieren, wenn die Atheisten am Ende darin recht hätten, dass es keinen Gott gibt. Selbst wenn es keinen Gott gäbe, gibt es auf jeden Fall menschliche Gottesbilder und Gottesgedanken, die eine mächtige Wirkung entfalten können, nicht alle in sittlicher Hinsicht gleichwertig sind und nicht zuletzt auch von ihrer sittlichen Wirkung in der Welt her zu beurteilen sind.


Religionsphilosophie ohne Apologetik

 
Religionsphilosophie hat - im Unterschied zur Psychologie, Soziologie und Geschichte der Religionen - vor allem die Aufgabe, auf eine möglichst rationale und philosophische Art und Weise die wichtigsten religiösen Vorstellungen und Begriffe, Überzeugungen und Gründe vom Dasein und Wesen Gottes, vom Verhältnis des Menschen zu Gott, von der Existenz der bedingten Freiheit des menschlichen Willens in ihrer Fähigkeit zum Guten und Bösen, zu Recht und Unrecht, zu Humanität und Bestialität philosophisch zu untersuchen, zu verdeutlichen und auf ihre größtmögliche Plausibilität hin zu prüfen. Deswegen ist Religionsphilosophie anders als die Theologie einer bestimmten Religion oder Konfession keine apologetische Angelegenheit, d.h. sie hat nicht die Aufgabe, eine bestimmte Religion oder Konfession zu verteidigen, sondern die philosophischen Thesen und Argumente für oder gegen das Dasein Gottes, die Natur oder das Wesen Gottes, etc. abzuwägen und zu prüfen. Dabei kann sie z.B. feststellen, dass zwei Denker verschiedener Religionen oder Konfessionen beide Fideisten oder Agnostiker sind und darin übereinstimmen. Ihre Aufgabe ist von daher eher diejenige eines neutralen Schiedsrichters, der für begriffliche Klarheit sorgen muss, der darauf achten muss, dass die Regeln der rationalen und fairen Argumentation eingehalten werden und der am Ende entscheiden muss, wer die stärksten Positionen und plausiblesten Argumente vorgetragen hat.

Religionsphilosophie kann deswegen sowohl Gläubige als auch Ungläubige in ihrer jeweiligen religiösen Identität verunsichern. Das ist ein unvermeidbarer psychologischer Nebeneffekt, aber nicht ihre eigentliche Aufgabe. Ihre eigentliche Aufgabe ist vielmehr, den Menschen zu einer größeren Klarheit über ihre eigenen religiösen Überzeugungen und Gründe zu verhelfen. In diesem Sinne dient sie nicht nur der persönlichen Selbsterkenntnis, sondern auch der persönlichen Aufklärung über eigene existenzielle Überzeugungen, wesentliche Motive und oberste Lebensziele. Dass aber ein jeder erwachsene Mensch sich in seinem Leben über diese Fragen einen gewisse Klarheit verschaffen muss und sich mit den verschiedenen Antworten der Weltanschauungen und Philosophien, Religionen und Konfessionen auseinandersetzen muss, das zumindest wird jeder aufgeklärte Bürger und gebildete Mensch zugeben. Die Religionsphilosophie kann also einen gewissen Beitrag zur Ökumene der Weltreligionen sowie zum rechtlichen und politischen Frieden unter den Religionen leisten.

Religionsphilosophie kann den Menschen jedoch nicht zu dieser oder jener Religion oder Konfession hinführen, auch nicht an die Tür eines Tempels, einer Synagoge, einer Moschee oder einer Kirche, etc. Sie geht von der Achtung aller Menschen und Bürger, Religionen und Konfessionen aus, aber sie kann natürlich auch nicht alle beliebigen Weltanschauungen gutheißen und schon gar nicht irgend welche fragwürdigen Ideologien unangetastet lassen. Denn die Entlarvung von Ideologien (z.B. des modernen Atheismus) und die Kritik fragwürdiger Weltanschauungen (z.B. des modernen religiösen Fundamentalismus) gehört ebenfalls seit Sokrates zur eigentlichen aufklärerischen Aufgabe der Philosophen. In Platons Dialog Eutyphron zeigt sich, wie Sokrates mit seinen bohrenden Fragen nach dem Wesen der Frömmigkeit und Gerechtigkeit die unangemessene Selbstgewissheit des athenischen Priesters Eutyphron erschüttert. Eutyphron weiß nicht schon alleine deswegen, was Frömmigkeit und Gerechtigkeit sind und wie sich zueinander verhalten, weil er ein anerkannter Priester Athens ist und angeblich sogar über seherische Fähigkeiten verfügen soll.

Gläubige wissen nicht schon alleine aufgrund ihres Glaubens besser über philosophische und ethische, rechtliche und politische Angelegenheiten Bescheid, auch wenn sie das manchmal meinen. Religionen und Konfessionen sind auch nicht per se gut, wie manche fromme und gläubige Menschen meinen, sondern sie können durchaus auch gefährlich und schlecht sein. Insbesondere dann, wenn sie die im Namen Gottes die Menschen zu inhumanen Einstellungen und ungerechten Verhaltensweisen verleiten, können sie auch nicht gegenüber einer philosophischen Prüfung ihrer Rationalität, Moralität und Legitimität immun sein. Gleichwohl sind es dabei meistens eher die Menschen und ihre religiösen Überzeugungen und Einstellungen als die religiösen Offenbarungen, Stifterpersönlichkeiten und Grundschriften, die dabei auf dem "Prüfstand der Philosophen" stehen. Gläubige meinen manchmal auch, dass die Religionsphilosophie die spezifischen Glaubensinhalte von Judentum, Christentum und Islam verteidigen oder fundieren sollte. Religionsphilosophie, die sich nur auf Erfahrung und Vernunft stützen kann, kann jedoch nicht aus sich heraus die wesentlichen Glaubensinhalte der Offenbarungsreligionen beweisen oder begründen. Offenbarte Wahrheiten kann man nur vernehmen und verstehen, aber nicht beweisen oder begründen. Offenbarte Wahrheiten zu verkündigen, ist Sache der Theologie und nicht der Philosophie.

Der Anspruch der Religionsphilosophie, zur Aufklärung und Toleranz sowie zum Frieden unter den Religionen und Konfessionen beizutragen, führt jedoch auch nicht von vorneherein an allen Türen der Religionsgemeinschaften vorbei zum modernen Atheismus, wie wohl die meisten Atheisten meinen. Es ist ein weit verbreitetes Mißverständnis der wesentlichen Anliegen vor allem der deutschen Aufklärung des 18. Jahrhunderts, dass sie zum Atheismus führen müsste. Religionsphilosophie, die sich der wirklichen Geschichte und des eigentlichen Erbes der Aufklärung bewusst ist und nicht diesem gängigen säkularistischen Vorurteil erliegt, plädiert also weder für den Weg einer bestimmten Religion oder Konfession noch für den Weg der Atheisten. Sie stellt jedoch religionsphilosophische Fragen und hört die Antworten, ganz gleich von welchen Anhängern einer Religion oder Konfession sie gegeben werden. Sie versucht, diese Antworten zu verstehen, prüft sie auf ihre logische Konsistenz und philosophische Plausibilität hin und stellt neue Fragen. Sie führt zwar an bestimmte geistige Scheidewege und erklärt, was mit dem einen oder anderen Weg verbunden ist. Aber sie kann nicht diesen oder jenen Weg selbst einschlagen, weil sie sich sonst in eine verkappte Theologie und in eine Apologie dieser oder jener Religion verwandeln würde.

Religionsphilosophie ist und bleibt ein wesentlicher Bestandteil der Philosophie als Aufklärung und Erforschung des menschlichen Daseins in der Welt. Auch wenn es in einem objektiven Sinne keinen Gott geben sollte (und die Atheisten recht hätten), so gibt es doch Gottesbilder sowie Gottesgedanken. Menschen sprechen nun einmal über Gott und auch Atheisten tun dies, wenn sie das Dasein Gottes leugnen. Die meisten Menschen haben also irgendwelche Gedanken, Meinungen, Überlegungen und Auffassungen über Gott. Deswegen kommt die Philosophie nicht umhin, sich mit der menschlichen Rede von Gott und mit dem menschlichen Denken über Gott auseinander zu setzen. Religionsphilosophie ist deswegen im Wesentlichen logische, epistemologische und ontologische Untersuchung der Rede von Gott und des Denkens über Gott sowie über die damit verbundenen Themen und Probleme.


© Ulrich W. Diehl, Halle an der Saale im August 2010

 


Sehitlik-Moschee in Berlin 2015
Sehitlik-Moschee in Berlin 2015

 

 

Literatur zur Religionsphilosophie

 

 

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Gedächtniskirche Berlin
Gedächtniskirche Berlin

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Ulrich Diehl, Was ist das eigentlich - das Fromme?
Zu Platons Dialog 'Eutyphron', in: Gregor Fitzi (Hg.),
Platon im Diskurs, Heidelberg: Universitätsverlag Winter 2006
Diehl, U., Platons Eutyphron.pdf
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Ulrich Diehl, Besessenheit und Ergriffenheit aus philosophischer Sicht
in: H.A.Kick (Hg.), Besessenheit, Trance und Exorzismus,
Münster: LIT Verlag 2005
Diehl, U., Besessenheit und Ergriffenhei
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Volker Gerhardt, Glaube als Einstellung zum Wissen
CHRIST IN DER GEGENWART - 69. JAHRGANG 2017 - Freiburg, 19. Februar 2017
http://www.christ-in-der-gegenwart.de/aktuell/artikel_angebote_detail?k_beitrag=2489606
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Volker Gerhardt, Glaube und Wissen. Ein notwendiger Zusammenhang
Stuttgart: Reclam 2016
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