Corona und Medizin

 

 

SARS-CoV-2: Kollateralschäden der Pandemie

 

Deutsches Ärzteblatt 2021; 118 (3): A-91 / B-78

 

Krüger, Carsten; Ellsäßer, Gabriele; Kitz, Christa; Kobbe, Robin; Langer, Thorsten; Schimana, Werner; Weigel, Ralf

 

Die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie reichen weit über die eigentlichen Krankheitsfolgen hinaus.

In vielen Ländern sind die Gesundheits- und Sozialsysteme überfordert. Das Leben der Menschen wird dadurch nachhaltig beeinträchtigt, gerade für Kinder in ärmeren Ländern.

 

Kinder, Jugendliche und Frauen leiden am stärksten unter den indirekten Auswirkungen der COVID-19-Pandemie. Ihnen droht weltweit eine massive Verschlechterung ihrer Lebenssituation, besonders in armen Ländern. Darin sind sich viele internationale, nicht staatliche Organisationen sowie Stellen der Vereinten Nationen (UN) einig. Das Erreichen der „Sustainable Development Goals“ (SDGs) bis zum Jahr 2030, mit denen sich die UN der Bekämpfung von Armut und Hunger und der Förderung der Gesundheit verschrieben hat, rückt damit in weite Ferne (1, 2).

 

Die direkten Folgen einer SARS-CoV-2-Infektion oder COVID-19-Erkrankung sind für Neugeborene, Säuglinge, Kinder, Jugendliche und Frauen im Reproduktionsalter nach übereinstimmenden Studienergebnissen aus allen Erdteilen gering (3, 4). Schwere Krankheitsverläufe wie das PIMS (Pediatric Inflammatory Multisystem Syndrome) oder MIS-C (Multi-system Inflammatory Syndrome in Children) und Todesfälle treten bei ihnen eher selten auf (5, 6). Selbst bei älteren Menschen in Afrika sind die Erkrankungszahlen und Todesfälle unerwartet niedrig (7). Ganz anders sieht es aber bei den indirekten Folgen durch die Pandemiemaßnahmen in Afrika sowie in Teilen Asiens und Südamerikas aus. Hierbei muss zwischen Folgen innerhalb und außerhalb der Gesundheitssysteme unterschieden werden.

 

Gesundheitsleistungen entfallen

 

Die fragilen staatlichen Gesundheitssysteme sind oft für eine zusätzliche Belastung wie die COVID-19-Pandemie nicht ausgerüstet. Es fehlt bereits an Sauerstoff, Desinfektionsmitteln und persönlicher Schutzausrüstung (8). Personal aus anderen Bereichen wird für die Pandemiebekämpfung abgezogen, sodass Schwangerenvorsorge, Geburtshilfe, Kinder-gesundheits- und nationale Impfprogramme, Letztere in über 70 Ländern, über Monate nicht funktionsfähig waren und sind (9, 10, 11, 12). Mehr als 80 Millionen Kinder werden ihre Impfungen nicht zeitgerecht oder überhaupt nicht erhalten. Die Fälle an Poliomyelitis nehmen bereits stark zu, eine ähnliche Entwicklung wird bei Masern prognostiziert (13, 14, 15). Mitarbeiter im Gesundheitswesen streiken aus Angst, sich selbst anzustecken (16).

 

Dies alles hat fatale Folgen, zum Beispiel im Bereich der Pädiatrie, Geburtshilfe und Versorgung von Neugeborenen: Innerhalb eines Jahres könnten zusätzlich bis zu 1,16 Millionen Kinder unter fünf Jahren und 56 700 Frauen in Schwangerschaft, unter der Geburt und im Wochenbett sterben, schätzt eine Studie (17). Die Zahl der Totgeburten, die bereits bei zwei Millionen Fällen/Jahr liegt, wird in den 117 am stärksten betroffenen Ländern um weitere 200 000 ansteigen (18). Malaria-, HIV/AIDS- und Tuberkulose-Programme werden unterbrochen oder sogar beendet. Dies bedeutet die Aussetzung präventiver Anstrengungen – wie der Verteilung von Moskitonetzen an Kinder und Schwangere oder der Unterbrechung der antiretroviralen und tuberkulostatischen Therapie – mit unabsehbaren Folgen für Millionen Patienten (19, 20, 21, 22). Nicht nur die Malariasterblichkeit wird stark ansteigen, auch die Erfolge der letzten Jahrzehnte in der Kontrolle der Malaria sind enorm bedroht (22). Der Stopp globaler Produktions- und Lieferketten führt ferner dazu, dass Medikamente, Impfstoffe, medizinische Geräte und Verbrauchsgüter nicht mehr in diese Länder gelangen (23).

 

Lockdowns verstärken Armut

 

Die Übernahme der Lockdown-Maßnahmen aus den reichen Ländern hat zum Beispiel in Indien, Bangladesch, Nigeria oder Südafrika dazu geführt, dass Millionen von Tagelöhnern und Slumbewohnern, die bereits zuvor zu den Ärmsten der Armen gehörten, von einem Tag auf den anderen kein Einkommen mehr hatten (24, 25, 26). Dies bedeutet, dass ihre Familien, insbesondere die Kinder und Frauen, noch stärker verarmen und an Hunger leiden. Auf dem Land können Felder nicht bestellt oder Ernten nicht eingebracht werden. Nationale und globale Absatzmärkte brechen ein, ebenso in vielen Ländern die Einnahmen durch Tourismus. Die Folgen spüren unterprivilegierte Menschen in den ärmeren Ländern als erste und am stärksten.

 

Da die meisten dieser Menschen keine soziale Absicherung wie in Deutschland haben und ihre Regierungen keine Staatshilfen leisten können, drohen ihnen Armut, Hunger und Tod. Der Friedensnobelpreisträger des Jahres 2020, das Welternährungsprogramm der UN, schätzt, dass sich die Zahl der akut vom Hungertod bedrohten Menschen durch die Pandemie von 130 auf 265 Millionen verdoppeln wird (27). Der Vorsitzende David Beasley spricht sogar von einer drohenden Hungersnot „biblischen Ausmaßes“ (27). Mittelfristig ist dadurch auch ein weiterer Anstieg der globalen Migrationsbewegungen zu erwarten (28).

 

Während eines ersten Höhepunktes der Pandemie im April 2020 konnten 84,5 Prozent aller Schüler (1,48 Milliarden) in 166 Ländern nicht die Schule besuchen (29). Erst langsam ist es wieder zu Schulöffnungen gekommen, aber immer noch halten 30 Länder, so beispielsweise Indonesien, die Schulen komplett geschlossen oder schließen sie in Anbetracht steigender Zahlen erneut (29). Ein Drittel aller Kinder in Bildungseinrichtungen sind davon betroffen.

 

Bildungswissenschaftler warnen vor einer verlorenen Generation, zumal viele Kinder gar nicht mehr in die Schulen zurückkehren werden, die Mehrheit (elf Millionen) davon Mädchen (30). Durch die Schulschließungen erhalten 370 Millionen Kinder kein Schulessen, oft ihre einzige nahrhafte Mahlzeit am Tag (31). Häusliche Gewalt in beengten Wohnungen, Gewalt unter Jugendlichen, psychische Belastungen und Drogenkonsum nehmen zu, ebenso Kinderheiraten, Teenagerschwangerschaften und Kinderarbeit (32, 33, 34, 35, 36).

 

Für globale Solidarität

 

Die wenigen Beispiele illustrieren, dass die indirekten Auswirkungen der Pandemie („Kollateralschäden“) auf die Gesundheits- und Sozialsysteme in weiten Teilen Afrikas und Teilen Asiens aller Wahrscheinlichkeit nach deutlich dramatischer sind als die direkten Auswirkungen. Diese indirekten Auswirkungen bedrohen das Überleben von Millionen Familien, Frauen und Kindern. Somit kann man unter Berücksichtigung des Gesamtbildes in Bezug auf die Pandemie kaum von einem glimpflichen Verlauf für Afrika und andere strukturschwache Länder sprechen (37, 38).

 

Es gibt weitere gute Gründe, warum Industriestaaten in der COVID-19-Pandemie die Situation in Entwicklungs- und Schwellenländern berücksichtigen sollten. Zum einen gelten die Rechte der Familien mit ihren Kindern universell (39, 40). Zum anderen dürfen Isolations- und Absonderungsmaßnahmen, die in Industrieländern wirksam sind, nicht ungeprüft auf Länder mit weniger Ressourcen und oft fehlender sozialer Sicherung übertragen werden. Für globale Gerechtigkeit und Solidarität (41, 42) benötigt es evidenzbasierte, an die lokalen epidemiologischen und sozioöko-nomischen Gegebenheiten angepasste Antworten auf die COVID-19-Pandemie (40, 43, 44). Alle Industrienationen sollten zudem für die gerechte Verteilung zukünftiger Impfstoffe gegen SARS-CoV-2 als „Global Public Good“ eintreten, entsprechend der Kriterien der COVAX-Initiative (45). Nur bei kontextspezifischer, koordinierter und solidarischer Antwort auf die Herausforderungen der COVID-19-Pandemie wird die Weltgemeinschaft sich den SDG-Zielen wieder nähern (46).

 

https://www.aerzteblatt.de/archiv/217426/SARS-CoV-2-Kollateralschaeden-der-Pandemie

 


 

 

So belastet die Corona-Quarantäne Körper und Geist

 

Innsbruck (Tirol) – Was es bei den aktuellen Quarantäne-Maßnahmen aus psychoneuroimmunologischer Sicht zu beachten gilt, erklärt Prof. Dr. Dr. Christian Schubert von der Klinik für Medizinische Psychologie an der Medizinischen Universität Innsbruck. „Gerade jetzt brauchen Menschen ein starkes Immunsystem. So gesehen, können die derzeitigen Quarantäne-Maßnahmen auch kontraproduktiv sein, etwa, wenn Menschen dabei depressiv werden oder eine Angst-erkrankung entwickeln und die antivirale Immunaktivität unterdrückt wird“, warnt der renommierte Arzt und Psycho-loge im Gespräch mit ALPENmag und sagt: „Es gilt jetzt dringend zu berücksichtigen, was schon Louis Pasteur, der Begründer der medizinischen Mikrobiologie, auf seinem Sterbebett sagte: Die Mikrobe ist nichts, der Wirt ist alles.

Wir sind der potenzielle Wirt des neuen Corona-Virus und von unserer Konstitution hängt es ab, ob und wie gefährlich das Virus für unsere Gesundheit ist.“

 

Der Mensch ist ein soziales Wesen

 

Grundvoraussetzungen für ein starkes Immunsystem sind, so der Psychoneuroimmunologe, eine positive psychische Befindlichkeit und gute zwischenmenschliche Beziehungen (auch auf Distanz). „Der Mensch ist ein soziales Wesen. Ein-samkeit und Ängste sorgen für negativen Stress, belasten das Immunsystem und fördern die Anfälligkeit gegenüber Atemwegsinfekten – das ist empirisch klar bewiesen.“

 

Es birgt also durchaus auch Gefahren in sich, wenn die Restriktionen zur Bekämpfung des neuen Corona-Virus zu extrem sind, erklärt der Professor mit Blick auf Tirol, wo mittlerweile sogar Bergwanderungen und Skitouren verboten sind und die eigene Gemeinde nicht mehr verlassen werden darf.

 

„Es ist auf jeden Fall richtig, den unmittelbaren Kontakt zu anderen Menschen einzuschränken und Veranstaltungen abzusagen, aber es gilt auch zu beachten, dass es aus medizinisch-psychologischer Sicht gefährlich werden kann, wenn ältere oder alleinlebende Menschen isoliert und in Einsamkeit leben müssen oder Familien über Wochen hinweg auf engstem Raum in Quarantäne verharren.“

 

Bewegung, frische Luft, Sonne und Natur stärken das Immunsystem

 

Ein Rat des Experten: „Bewegung, frische Luft, Sonne und Natur – am besten gemeinsam mit Vertrauten, das alles kurbelt den Stoffwechsel an und stärkt das Immunsystem.“ Da man beim Spaziergehen anderen Menschen in der Regel auch nicht zu nahekomme, sei eine Ansteckungsgefahr praktisch ausgeschlossen.

 

Insbesondere Spaziergänge im Wald würden sich positiv auf Körper und Geist auswirken, hätten Studien in Japan gezeigt. Beim Spazieren im Wald soll unter anderem die Bildung von natürlichen Killerzellen angeregt werden, die nachweislich vor Atemwegsinfektionen, wie sie Covid-19 darstellt, schützen. Dabei scheinen vor allem drei Mikrostoffe

in Pflanzen gesundheitsförderlich zu sein, die Phytonzide, Terpene und Terpenoide.

 

„Die Sonne ist wichtig für uns, da unser Körper über das Sonnenlicht das lebenswichtige Vitamin D herstellt, das wiederum für ein gut funktionierendes Immunsystem unabdingbar ist. So können bei Vitamin-D-Mangel vermehrt Abwehrschwächen und Infektanfälligkeiten auftreten. Außerdem ist Vitamin D gerade bei Kindern essentiell für die Knochenbildung“, warnt Prof. Schubert davor, nicht ins Freie zu gehen.

 

Geben Sie Ihrem Alltag Struktur

 

Ein weiteres Problemfeld, das die Psyche betrifft, sei derzeit die Arbeitswelt. Viele haben zum Beispiel existentielle Ängste, stehen vielleicht vor der Schließung des eigenen Familienbetriebs. Andere wiederum leisten für wenig Lohn und unter großer Infektionsgefahr Knochenarbeit. All das kann enormen Stress bedeuten, das Immunsystem schwächen und die Infektionsgefahr erhöhen. Aber auch für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, Selbstständige und Unter-nehmerinnen und Unternehmer, die jetzt Home-Office machen müssen, sei die Lage schwierig. „Wer dann auch noch kleine Kinder daheim hat, stößt schnell an seine nervlichen Grenzen“, erklärt Prof. Schubert. Sein Tipp: „Es kann helfen, für die ganze Familie Routinen zu vereinbaren und dem Tag Struktur zu geben. Also zu einer bestimmten Zeit aufzu-stehen, sich anzuziehen und feste Zeiten am Schreibtisch zu verbringen und eben nicht den ganzen Tag im Schlafanzug zu bleiben. Dazu gehören aber auch Pausen und der Feierabend, den man dann hoffentlich entspannt mit der Familie genießt.“

 

Menschen, die jetzt unter irrationalen Ängsten leiden, rät Prof. Schubert, sich aus seriösen Quellen zu informieren. „Richtig informiert zu sein, baut Angst ab“, so der Experte. Wer alleine keinen Ausweg findet, der solle sich nicht scheuen, professionelle Hilfe anzunehmen. Dieser Ratschlag gelte übrigens auch beim Thema Gewalt in der Familie. „Auch diese Ausnahmesituation rechtfertigt keine Übergriffe und deshalb sollte unter keinen Umständen Gewalt toleriert werden.“ Alle Hilfsangebote, wie zum Beispiel die Universitätsklinik für Medizinische Psychologie in Innsbruck, aber auch diverse soziale Einrichtungen wie Frauenhäuser und Männerberatungsstellen, seien weiterhin erreichbar.

 

Die eigene Sichtweise ist entscheidend

 

Prof. Schubert: „Ob eine Situation gut oder schlecht ist, hängt auch immer von der eigenen Sichtweise ab. Für die aller-meisten Menschen ist das Virus aus medizinischer Sicht keine Gefahr. Die Welt hat zwar gerade eine Vollbremsung hin-gelegt, aber das hat nicht nur negative Seiten. Die Situation birgt für viele Menschen auch die Chance, zur Ruhe zu kom-men, wieder das zu tun, was Freude macht, mehr Zeit mit der Familie zu verbringen und den sonst stressbehafteten Alltag einmal kritisch zu überdenken. Es wird auch eine Zeit nach Corona geben, die möglicherweise besser ist, wenn wir aus der derzeitigen Krise die richtigen Schlüsse ziehen.“

 

Prof. Dr. Dr. Christian Schubert lehrt und forscht an der Medizinischen Universität Innsbruck

 

Internetseite:  www.christian-schubert.at





 

Univ.-Prof. Dr. Dr. Christian Schubert

 

http://www.christian-schubert.at/

 


 

Was Christian Schubert etwas modisch als "neue Medizin" bezeichnet, scheint mir eher eine Anknüpfung an die ältere Psychosomatik (Viktor von Weizsäcker und Thure von Üexküll) zu sein, die ihre Vorläufer in der noch älteren Tradition der romantischen Medizin hat. Daher die Verknüpfung von Glaube und Medizin, der Primat des Idiopathischen vor dem Nomothetischen, der Ausgang beim Verstehen der Erkrankung des Einzelnen aus der Lebensgeschichte und Persönlich-keit statt bei der Diagnose und Erklärung des Einzelfalls anhand von allgemeinen Krankheitsbildern und kausalen Erklärungsmustern, die größere Akzeptanz von Placeboeffekten und heilkundlicher Pragmatik statt der methodischen Skepsis hinsichtlich der Frage nach den wissenschaftlich nachweisbaren bzw. wahrscheinlichen kausalen Effekten von wiederholbaren Behandlungsweisen oder Typen und Dosen von kausal wirksamen Medikamenten.

 

Doch die sog. Schulmedizin hat aber auch ihre Vorteile in der leichteren Lehrbarkeit und Erlernbarkeit unabhängig von besonderen Begabungen für ärztliche Gesprächsführung und Intuition, Einfühlung und Empathie. Wenn man in einem größeren Land den durschnittlichen Bedarf der medizinischen Versorgung möglichst vieler Regionen mit Praxen und Kliniken abdecken will und eine möglichst kostengünstige Grundversorgung der Bevölkerung erreichen will, muss man dafür sorgen, dass auch durchschnittlich gute Ärzte und Ärztinnen ein möglichst zuverlässige Medizin praktizieren können, bei der sie sich im ärztlichen und klinischen Alltag auf evidenzbasierte Studien und bewährte und empfohlene Behandlungsschemata verlassen können. Das kann und konnte die romantische Medizin jedoch noch nie leisten, wes-wegen auch die Psychosomatik kein Paradigma für die ganze Humanmedizin, sondern vielmehr ein Fachgebiet unter anderen für bestimmte Krankheiten mit relativ bekannten und starken psychogenen Faktoren geblieben ist.

 

Außerdem läuft die Psychosomatische Medizin in ihrer verallgemeinerten Form der romantischen Tradition immer Gefahr, menschliches Kranksein zu psychologisieren oder gar zu spiritualisieren und damit schuldhaft nicht nur auf den ungesunden, sondern auch den unsittlichen Lebenswandel der Patienten zurückzuführen. Das mag in vielen alten heidnischen und schamanistischen Heilkundekulturen sowie auch noch in der alttestamentarischen Tradition noch das übliche Vorverständnis gewesen sein, wurde jedoch schon lange vor der Entstehung der modernen wissenschaftlichen Schulmedizin gerade durch die christliche Medizintradition in der Orientierung am Beispiel des Heilungshandelns Jesu überwunden. Das ärztliche Ethos wurzelt im neuzeitlichen Christentum und in der Moderne gerade in einem humanen Ethos der ärztlichen Hilfestellung und der ärztlichen Behandlung, das sich von ethisch-moralischen oder gar religiösen Schuldfragen und Schuldzuweisungen losgelöst hat.

 


 

Gesundheit und Krankheit aus evangelischer Sicht:

 

https://www.ulrich-walter-diehl.de/evangelische-theologie/krankheit-und-gesundheit/

 


Download
Beate Jakob, Christus Medicus. Ein Arzt ist uns gegeben.
Difäm e.V., Deutsches Institut für Ärztliche Mission e.V.
Jakob, Christus Medicus 2008.pdf
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Download
Ulrich Diehl, Gesundheit – hohes oder höchstes Gut? Über den Wert und Stellenwert der Gesundheit
in: H. A. Kick, (Hg.) Gesundheitswesen zwischen Wirtschaftlichkeit und Menschlichkeit. Münster: LIT Verlag 2005, S. 113-135
Diehl, U., Gesundheit.pdf
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Dr. med. Gunter Franck, Heidelberg - Patienten oder Kunden? Wie schlechte Wissenschaft und die Prinzipien eines freien Gesundheitsmarktes zu einer schlechten Medizin führen. Vortrag in Sielnica, Slowakei 2012