Corona-Politik und ihre berechtigte Kritik

Alles auf den Tisch!



 

Man tut so, als wäre alles eindeutig. Das ist es aber nicht. Das sind alles Abwägungen.

 

                                                                                                                                                                         Giovanni Maio, Medizinethiker

 

Wenn ich höre, alles andere habe vor dem Schutz von Leben zurückzutreten,

dann muss ich sagen: Das ist in dieser Absolutheit nicht richtig.

 

Wolfgang Schäuble, Bundestagspräsident

 

Ich wünsche mir hierzu einen offenen Diskurs. Hier muss endlich alles auf den Tisch.

Andernfalls verliere ich mein Restvertrauen in Autoritäten, in Behörden und in Medien.

 

Marcel Barz, Informatiker und Datenspezialist

 


 

Gespräch Corona-Politik: Medizinethiker Maio kritisiert "Tunnelblick"

 

Stand: 01. Mai 2021, 09:37 Uhr

 

Die dritte Welle bringt nicht nur die Intensivmedizin ans Limit. Nach einem Jahr Pandemie sind die Auswirkungen für die ganze Gesellschaft unübersehbar; für die Psyche des Einzelnen und das soziale Miteinander, für Bildung, Wirtschaft oder Kultur. Die Folgewirkungen politischer Maßnahmen endlich stärker in den Mittelpunkt zu rücken, fordert jetzt der Medizinethiker Giovanni Maio. Im Gespräch darüber kritisiert er, die seiner Meinung nach ständige Fixierung auf Infektions- und Todeszahlen.

 

MDR KULTUR: Sie sind Medizinethiker, beraten die Deutsche Bischofskonferenz wie auch die Bundesregierung und die Bundesärztekammer. Was sind aus Ihrer Sicht die Grenzen des medizinischen Systems, des medizinisch Machbaren – auch in Corona-Zeiten?

 

Aus meiner Sicht liegt eine Grenze darin, dass man nur auf die Zahlen schaut und nur die Virenabwehr als politischen Auftrag sieht. Wir müssen weiter schauen, um das Gesamtproblem zu erfassen. Das wurde bisher nicht geleistet.

 

Zwei Drittel der Menschen mit schweren Corona-Verläufen haben Vorerkrankungen: Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Adipositas ... Zeigt die Pandemie auch hier die Grenzen der Medizin?

 

Es zeigt sich, dass die Medizin auf ganz verschiedenen Ebenen unverzichtbar ist. Durch die Epidemie fehlt sie an vielen Orten. Derartig erkrankte Menschen brauchen eine Betreuung, wenn sie ausfällt, dann bauen sich Probleme auf, für die wir uns viel mehr interessieren müssen.

 

Wir sind alle nicht gefeit, an Corona zu erkranken. Dennoch dürfen wir nicht nur auf den Aspekt schauen, wie man die Infektion verhindern kann, sondern auch auf die gravierenden Folgen von Lockdowns. Wir dürfen uns nicht nur von Zahlen diktieren lassen. Politische Verantwortung bedeutet, nicht nur die Virologen zu hören. Die Soziologen, die Psychologen, die Pädagogen – die vermisse ich in den Debatten. Sie können nicht nur naturwissenschaftlich geführt werden, weil die Probleme gesamtgesellschaftliche sind.

 

Nur auf die Infektionszahlen zu schauen, das reduziert Politik im Grunde auf die Umsetzung von Programmen, ohne auch Verantwortung für die Folgewirkungen übernehmen zu wollen.

 

Die Prämisse, dass der Rettung von Menschenleben alles andere nachgeordnet wird, wird öffentlich bisher nicht so diskutiert. Darüber zu diskutieren würde allerdings auch das Selbstverständnis von Ärzten hart treffen ...

 

Der blinde Fleck liegt darin, dass wir nur auf die Zahlen schauen und zu wenig darauf, was diese politischen Entscheidungen für die gesamte Gesellschaft bedeuten. Wir müssen die Einseitigkeit dieser politischen Debatten demaskieren und eine Vielstimmigkeit zulassen. Momentan dürfen die Folgewirkungen nicht diskutiert werden.

 

Wir müssen unbedingt Triage-Entscheidungen vermeiden. Aber wir müssen dennoch die Folgewirkungen sehen, weil wir sonst (fixiert auf die Infektions- und Todeszahlen) einen Tunnelblick bekommen. Politik bedeutet ja gerade, das Gesamtgesellschaftliche zu sehen und nicht nur auf die Virologen zu hören.

 

Was heißt das aber für uns ganz praktisch hinsichtlich der Öffnung oder Lockerungen im Umgang mit der ganzen Pandemie?

 

Das heißt ganz praktisch, dass wir diskutieren müssen, was Social Distancing bedeutet. Was mir fehlt, ist beispielsweise die Reflexion auf das Postulat: Du darfst den anderen nicht berühren, du darfst ihm nicht zu nahe kommen.

Wir müssen andere Signale setzen. Mit dieser Metaphorik des Krieges und der Hermeneutik der Furcht, wo man über Angst versucht, die Menschen zu disziplinieren, das rächt sich. Wir müssen die Menschen aufklären darüber, dass die Dinge komplex sind, dass man weiß, welche negativen Auswirkungen es hat, um dann tatsächlich ausbalancierte Entscheidungen zu treffen.

 

Dass wir den anderen nur noch als Gefahr betrachten, das hat Auswirkungen. Das kann zu einer Entsolidarisierung führen. Wir müssen Gemeinschaftliches stiften.

 

Das Gespräch führte Annett Mautner, MDR KULTUR.

 

Zur Person:

 

Giovanni Maio, Jahrgang 1964, studierte Medizin und Philosophie in Freiburg, Straßburg und Hagen. Seit 2005 ist er Professor für Bioethik, seit 2006 Direktor des Instituts für Ethik und Geschichte der Medizin an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, und Geschäftsführender Direktor des Instituts für Ethik und Geschichte der Medizin. Er berät die Deutsche Bischofskonferenz wie auch die Bundesregierung und die Bundesärztekammer.

 

 ***

 

April 2020: Schäuble startet Debatte um Corona, Grundrechte und den Schutz des Lebens:

 

Vor genau einem Jahr hatte  die Debatte angestoßen. Im April 2020 äußerter er sich Berliner "Tagesspiegel" zu den Maßnahmen, die Einschränkungen von Grundrechten nach sich zogen:

"Wenn ich höre, alles andere habe vor dem Schutz von Leben zurückzutreten, dann muss ich sagen: Das ist in dieser Absolutheit nicht richtig", warnte der CDU-Politiker. Wenn es überhaupt einen absoluten Wert im Grundgesetz gebe,

sei das die Würde des Menschen. Die ist unantastbar. Aber sie schließt nicht aus, dass wir sterben müssen", sagte der Bundestagspräsident. Der Staat müsse für alle die bestmögliche gesundheitliche Versorgung gewährleisten. Aber es werde weiter Menschen geben, die an Corona sterben.

 

https://www.mdr.de/religion/corona-politik-medizinethiker-maio-kritik100.html

 


Das Sars-Cov-2-Virus, die Datenlage und die politische Strategie gegen die Epidemie


 

Das folgende Video handelte von der Datenlage zur Sars-Cov-2-Epidemie, wurde jedoch von YouTube zensiert. UWD

 




Die Masken und die Schutzimpfungen





 

Prof. Dr. med. Peter A. Mc Cullough ist Kardiologe und stellvertretende Chefarzt für Medizin am Baylor University

Medical Center, Dallas, TX, USA

 

Abstract

 

There is negligible spread of SARS-CoV-2 in persons without symptoms and thus the broad use of masks and lockdowns have failed since they don't focus on those with the illness. SARS-CoV-2 PCR/antigen testing in asymptomatic persons is not approved by regulatory bodies nor is it endorsed by the WHO, and as a result, this practice generates large numbers of false positive results and should be stopped immediately in schools, travel, and the workplace.

 

After the respiratory illness with COVID-19, the resultant immunity is robust, complete, and durable with a negligible change of a second severe infection. High-risk (age over 50 with medical problems) persons with COVID-19 should be treated at home during quarantine with a multidrug oral regimen with oral/nasal anti infective rinses to reduce the risk of hospitalization and death by ~85%. Conversely, the majority of those hospitalized or dying of COVID-19, whether vaccinated or not, have not received adequate early ambulatory treatment.

 

The COVID-19 vaccines have lost efficacy against the predominant Delta variant and thus do not sufficiently prevent spread, disease, hospitalization or death due to COVID-19. None of the COVID-19 vaccines have a proven safety profile warranting general public use.

 

Übersetzung

 

Die Ausbreitung von SARS-CoV-2 durch Personen ohne Krankheitssymptome ist marginal, was bedeutet, dass der breite Einsatz von Masken und Lockdowns als nicht erfolgreich anzusehen ist, da sie sich nicht auf die Erkrankten konzentrie-ren. SARS-CoV-2-PCR/Antigen-Tests bei asymptomatischen Personen sind weder von den Aufsichtsbehörden genehmigt noch von der WHO befürwortet, weshalb diese Praxis zu einer großen Zahl falsch positiver Ergebnisse führt und in Schulen, auf Reisen und am Arbeitsplatz sofort eingestellt werden sollte.

 

Nach einer Atemwegserkrankung mit COVID-19 ist die daraus resultierende Immunität robust, vollständig und dauerhaft, und das Risiko einer zweiten schweren Infektion ist vernachlässigbar. Personen mit hohem Risiko (Alter über 50 mit medizinischen Problemen), die an COVID-19 erkrankt sind, sollten während der Quarantäne zu Hause mit einer oralen Multimedikation mit oralen/nasalen Antiinfektionsspülungen behandelt werden, um das Risiko einer Krankenhauseinweisung und des Todes um ~85 % zu senken. Umgekehrt hat die Mehrheit der an COVID-19 Erkrankten, die ins Krankenhaus eingeliefert werden oder daran sterben, unabhängig davon, ob sie geimpft sind oder nicht, keine angemessene frühe ambulante Behandlung erhalten.

 

Die COVID-19-Impfstoffe haben ihre Wirksamkeit gegen die vorherrschende Delta-Variante verloren und verhindern daher nicht in ausreichendem Maße die Ausbreitung, Erkrankung, Krankenhauseinweisung oder den Tod aufgrund

von COVID-19. Keiner der COVID-19-Impfstoffe hat ein erwiesenes Sicherheitsprofil, das eine allgemeine öffentliche Verwendung rechtfertigt.

 


Gesellschaft, Grundrechte und Rechtsstaat





Schweden als politische Alternative?



 

Dr. Sebastian Rushworth ist ein schwedischer Arzt, der in einem Krankenhaus in Stockholm arbeitet. Der sogenannte "schwedische Weg" wird immer noch als Scheitern gesehen, von den Leitmedien wird so entsprechend berichtet. Statistiken, die auf offiziellen Zahlen und Fakten basieren, zeigen jedoch das Gegenteil. In diesem Interview berichtet

Dr. Rushworth über ein Land, das nie abgeriegelt wurde, nie eine Maskenpflicht hatte und in dem das gesellschaftliche Leben nie pausierte. Und in dem die Zahl der Todesfälle immer noch viel niedriger ist als in Ländern, die einen harten Lockdown gingen.

 


 

Wurde der Kurs in der Corona-Politik ausreichend ausgehandelt?

 

Die Corona-Debatten verlaufen teils hitzig. Teilweise erfolgten die Weichenstellungen aber wiederum

erstaunlich einmütig – obwohl Umfragen zeigten, dass es auch viel Kritik gab am Kurs der Politik.

Hat unsere Demokratie versagt? Müsste nicht öffentlich mehr um einen Konsens gerungen werden?

 

https://www.deutschlandfunk.de/pandemie-und-demokratie-wurde-der-kurs-in-der-corona.1148.de.html?dram:article_id=502558

 


 

Wurde der Kurs in der Corona-Politik ausreichend ausgehandelt?

 

Nein, der Kurs der Coronapolitik wurde durch eine Ad-Hoc-Gesetzgebung der Bundesregierung (aus Mitgliedern der CDU-CSU und SPD) von der Bundesregierung und dem Bundesrat der Ministerpräsidenten der Länder zu sehr am Deutschen Parlament vorbei und ohne hinreichende parlamentarische Debatten und Abstimmungen recht autoritär entschieden. Das gilt sowohl für den generellen Lockdown und die epidemische Strategie des Flatten-the-Curve als auch für die Verordnungen von Masken in der Öffentlichkeit und die Empfehlung der Impfungen.

 

Aber es kann sein, dass die Bundesregierung durch diese für die freiheitlich-rechstaatliche Demokratie und die Grund-rechte außergewöhnlichen Maßnahmen verhindern wollte, dass die teils rechtspopulistische und teils rechtsradikale AfD als stärkste Oppositionspartei eine öffentliche Bühne zur Selbstdarstellung und Selbstprofilierung durch Angriffe auf die Corona-Politik bis zur Bundestagswahl 2021 erhalten kann. Sie hätte sich noch stärker mit den exzentrischen Quer-denkern, verschwörungsgläubigen Coronaleugnern und radikalen Impfgegnern verbünden können, um die große Koalition zu verunglimpfen und auch die anderen Parteien zu diskreditieren. Dadurch hätte die AfD bei der bevorstehen-den Bundestagswahl 2021 massiv gewinnen können und zwei andere Parteien rechts der Mitte (CDU und FDP) zu einer mißliebigen Koalitionsbildung zwingen können. Diese Verteidigung der wehrhaften Demokratie war gerechtfertigt.

 

Fragwürdig war aber auch die Verschiebung der parlamentarischen Debatten auf die politischen Talkshows in den öffentlich-rechtlichen und privaten Medien von TV und Radio und deren weitgehend unkritische und regierungs-konforme Berichterstattung und auf wenige regierungstreue Experten beschränkte Diskussion bei gleichzeitiger Diffarmierung und Diskriminierung von kritischen Experten aus den Bereichen von Virologie und Epidemiologie, Medizinethik und Medizinrecht, Philosophie und Theologie, aber auch aus den verschiedenen Religions- und Weltan-schauungsgemeinschaften bis hin zur Überwachung der sog. Querdenker durch den Verfassungsschutz in BW. Aber auch diese vorübergehenden Maßnahmen können durch die Ausnahmesituationen gerechtfertigt werden. UWD