Ideologisierung

 

 

 

Panik lähmt und Angst macht dumm!

 

Greta Thunberg hat gesagt, dass sie will, dass wir alle wegen des Klimawandels in Panik geraten. Das ist nicht gerade besonders gescheit. Es gibt eben neuerdings auch einen ökologischen Populismus! Denn Panik lähmt und ermutigt nicht zu schnellem und besonnenem Handeln, um das Beste unter dem Erreichbaren zu tun. Anstatt sie mit Jesus zu vergleichen, wie der Römisch-Katholische Bischof von Berlin, oder sie zu einer zweiten Jeanne D'Arc zu erklären und für den Friedensnobelpreis zu nominieren, wäre es besser, sich davon nicht kirre machen zu lassen.

 

Ähnlich populistisch ist die Angst, die die Rechtspopulisten vor den Flüchtlingen, vor den ganz normalen Muslimen oder vor George Soros verbreiten. Der Wahnsinn hat Methode und das Ziel ist links wie rechts immer, durch demagogische Aktionen mehr Wähler zu errreichen, um an Macht und Einfluss zu gewinnen. Trotzdem: Angst macht zwar dumm, aber vor der Wahrheit sollte man sich niemals fürchten, auch wenn sie zu erst einmal beunruhigend ist. Etwas realisieren und sich einer Sache bewusst werden, ist nach Aristoteles immer etwas Gutes, auch, wenn es anfangs schmerzhaft ist, eine Illusion zu verlieren oder schwierige Umstände kennen zu lernen.

 

Deswegen ähneln sich links-liberale bzw. ökologische und rechte bzw. nationalistische Populisten mit ihren Botschaften der Panikmache und der Verbreitung von Angst und Schrecken. Hinzu kommt, dass sie den islamistischen Terror, der schon mehr als genug Furcht und Schrecken verbreitet, am Ende fortführen und verstärken. Statt ebenfalls noch lauter und schriller zu werden, um mehr Gehör zu finden, sollte man humorvoll, zuversichtlich und gelassen bleiben, um zügig mit Herz und Verstand an den bestmöglichen Lösungen der anstehenden Probleme arbeiten zu können.

 

Sowohl linksliberale Grüne als auch rechtspopulistische Nationalisten haben ein Problem mit dem gesunden Patrio-tismus. Linksliberale wollen zuerst Kosmopoliten und vielleicht auch noch Europäer sein, aber keinesfalls Deutsche, Franzosen, Italiener, Polen, Ungarn, etc. Rechtspopulisten wollen Deutsche, Franzosen, Italiener, Polen, Ungarn, etc. sein, aber keinesfalls Europäer oder Kosmopoliten. Beide verfehlen den ordo amoris, die Ordnungen der Liebe. Was soll denn daran verkehrt sein, dass jemand zuerst Berliner oder Bayer oder Schwabe, dann erst Deutscher, dann erst Euro-päer und dann erst Weltbürger ist? Die Liebe beginnt doch beim Nächsten und in der jeweiligen Lebenswelt und nicht beim Abstrakten und Fernen.

 

Patriotismus hingegen ist etwas anderes als Nationalismus. Patrioten lieben das Land, in dem sie leben, weil es ihnen nicht egal sein kann, in welcher Verfassung es sich befindet und wohin es sich zu entwickeln scheint. Sie werden durch eine Liebe motiviert, die sie ihren Nachbarn und Nachbarvölkern zu deren Land ebenso zugestehen und sich deswegen gegenseitig gut verstehen können. Nationalismus hingegen wird von kaltem oder heißem Hass angetrieben. Nationa-lismus braucht Feindbilder, Sündenböcke und macht andere zu Feinden. Darin liegt der Keim zu Konflikten gegen Aus-länder und Minderheiten bis hin zum Bürgerkrieg und auch zu Kriegen zwischen Regionen, Ländern und Nationen.

 

UWD

 


 

Politik im Schülerstreik - Dann geh doch zu Greta!

 

Matthias Heitmann - CICERO 17. März 2019

 

Nichts ist dagegen einzuwenden, wenn Schüler für eine bessere Welt demonstrieren. Das Problem ist, dass sich die Politik der Erwachsenen kaum von der anklagenden Jugend-Attitüde unterscheidet. Die politische Auseinandersetzung in der westlichen Welt wird im Schema von Kindermärchen geführt

 

Anfang Mai 1986, kurz nach meinem 15. Geburtstag, erwachte mein Interesse für „die Welt“. Soeben hatte sich der Atomunfall in Tschernobyl ereignet, und in meiner Klasse 9e gesellte sich zur allgegenwärtigen Pubertät eine neue,

mir bislang noch fremde Gefühlslage hinzu: der Weltschmerz, verbunden mit Angst vor dem sicheren Tod und einer Abscheu gegenüber den Politikern und Erwachsenen im Allgemeinen. Als Ende der achtziger Jahre mit den „Republi-kanern“ eine rechte Protestpartei bei Wahlen für Furore sorgte, trieb mich erneut die Angst um. Vervielfacht wurde diese Angst mit der ab Ende 1989 plötzlich über das Land hereinbrechenden Wiedervereinigung. Viertes Reich, Rechts-radikale in den Parlamenten, Radioaktivität allenthalben, und dazu stets schweigende und aus reiner Bequemlichkeit und Spießigkeit beschwichtigende Erwachsene: In diesem Denken wurde ich selbst erwachsen. Angst vor der Zukunft als Auslöser einer geistigen Entwicklung: Das funktionierte schon früher.

 

Ertrunken im Jungbrunnen

 

„Politisch sein“ bedeutete für mich damals, mit den Mitläufern aus der Welt der Erwachsenen gerade nicht zu disku-tieren. Man mied sie auf dem Schulhof: Sie waren die Karohosen- und Kofferträgerfraktion, die zielstrebig dem Abitur entgegeneilte, ohne sich von der sicheren Apokalypse vom geradlinigen Weg abbringen zu lassen. „Politisch sein“ hieß „richtig sein“, den einen, richtigen Blick haben für die Wirklichkeit. Irgendwann später hatte ich das Glück, mit Sicht-weisen konfrontiert zu werden, die mir die Naivität meiner bisherigen Haltung deutlich machten, von der ich mich dann zu lösen begann. Zu stark waren die Gegenargumente und zu groß meine Neugier, als dass ich hätte umkehren und wieder auf die alte Weise mein Unglück genießen können.

 

Meine durch Tschernobyl politisch sozialisierte Generation hat nun gut die Hälfte des Lebens hinter sich. Durch Greta Thunberg wird uns bewusst, wie lang die Anfänge der eigenen angstpolitischen Sozialisation schon zurückliegen. Wenn ich heute die streikenden Schüler sehe, erinnere ich mich an meine eigene damalige Weltsicht. Ihre Motivation ist weder neu, noch ist sie an sich ein Problem. Der Unterschied zur Situation von vor 30 Jahren besteht darin, dass sich die heutige Politik der Erwachsenen in ihrer intellektuellen Qualität von dieser sehr emotionalisierten, moralisierenden und anklagenden Jugend-Attitüde kaum mehr unterscheidet. Sie scheint immer weniger in der Lage zu sein, den Jugendelan in eigene politische Kanäle zu lenken. Lieber lässt sie sich selbst im Strom der Entrüsteten treiben in der Hoffnung, die Jugendlichkeit möge zumindest ein wenig auf sie abfärben – auch wenn sie droht, in diesem Jungbrunnen zu ertrinken.

 

Die Gretafrage nach der Mündigkeit

 

Der gesellschaftliche Prozess der politischen Entwicklung und Reifung von Jugendlichen hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert. Oder besser gesagt: Er ist ins Stocken geraten. Verwundern sollte dies nicht, da sich nicht nur die Themen verändert haben, sondern auch die Art und Weise der Auseinandersetzung. Da kontroverse und auch harte politische Debatten heute kaum noch geführt werden, schwindet auch der Stimulus, der Menschen aller Alters-gruppen dazu bringt, die eigene Haltung zu hinterfragen und sich zu verändern. Ohne in Debatten und Kontroversen entwickelte, geschulte und entsprechend robuste Haltungen schmilzt ein weiterer gewichtiger Aspekt der modernen politischen Kultur dahin: der Unterschied zwischen Jugendlichen und Erwachsenen. Dies führt dazu, dass Kinder und Jugendliche heute nicht mehr als das wahrgenommen werden, was sie sind – kindliche Mahner mit einem sich gerade entfaltenden politischen Bewusstsein –, sondern als bereits fertige und vor allem unverfälschte Visionäre. Nur so ist zu erklären, dass einerseits über desinteressierte Jugendliche lamentiert wird, man ihnen aber andererseits in immer jüngeren Jahren das Wahlrecht aufdrücken möchte.

 

Der unterbrochene Reifungsprozess führt dazu, dass viele Erwachsene der komplexen Welt heute so hilflos und passiv gegenüberstehen, dass sie die naive Einfachheit der jugendlichen Weltsicht nur allzu gerne übernehmen, beziehungs-weise einfach beibehalten. „Politik nervt“, sagen viele heute, weil sie keine klaren Richtungen mehr zu definieren imstande sind, von der Entwicklung klarer Lösungen ganz zu schweigen. Aus diesem Morast der Komplexität heraus entsteht die Sehnsucht nach einer „Basta“-Politik, nicht mehr im Schröder‘schen Duktus, sondern eher in einer kindlich-bockigen Variante, die man in Anlehnung an einen derzeit populären Werbeslogan so formulieren kann: „Dann geh doch zu Greta!“

 

Ohne Reibung keine Reifung

 

Die Infantilisierung der Politik hat eine zentrale Ursache: Die kindliche-naive emotionale Weltsicht kann dann in der Welt der Erwachsenen überleben, wenn Erwachsene politisch nicht mehr integriert oder ernsthaft in die Verantwortung genommen werden. Genau dies ist in der modernen Gesellschaft der Fall. Da Erwachsene zunehmend wie Kinder behandelt werden, kann es nicht verwundern, dass Kinder heute teilweise als authentischer und echter gelten als die Erwachsenen mit ihrem verzweifelten Ringen um Autorität und Durchblick. Diesen jugendlichen Hang zur Emotio-nalisierung von Politik kennt man aus den späten sechziger Jahren, in denen es zur Maxime erhoben wurde, „keinem über 30“ zu trauen. Doch damals wurden diese Strömungen noch konterkariert durch den gleichzeitigen Trend zur Theoretisierung von Politik sowie durch einen institutionellen Riegel, der diese Weltsicht von der Welt der offiziellen Politik fernhielt. Diese beiden Gegengewichte führten zu einer gewissen Abnutzung, aber auch zu einer gewissen Reifung.

 

Doch diese Reibung und Reifung erzeugenden Barrieren existieren heute nicht mehr. Die Politik operiert heute ganz offen im kindlichen Politikmodus – und das nicht mehr nur alljährlich anlässlich der Klimakonferenz, in deren Nachgang Greta Thunberg Weltberühmtheit erlangte. Der Aufstieg der Opfer- und Identitätspolitik, in der es hauptsächlich um narzisstische Betroffenheiten geht, ist ein weiterer Beleg für den zunehmend unerwachsenen Umgang mit der kom-plexen Wirklichkeit und mit Widersprüchen. Einen letzten Beleg für die rasende Verkindlichung von Politik lieferte der französische Staatspräsident Emmanuel Macron mit seinem jammervoll-drohenden Brief an die EU-Öffentlichkeit.

 

Politik im Märchenmodus von Gut gegen Böse

 

Die politische Auseinandersetzung in der westlichen Welt ist mittlerweile auf dem Niveau von Kindermärchen angelangt: Alles reduziert sich auf einen Kampf von Gut gegen Böse. Unschuldige und angstgetriebene Teenager aus wohl-situierten Mittelklassefamilien – oder so wirken wollende Erwachsene – lehnen sich gegen böse und untergangs-verliebte Trumpeltiere oder Brexiteers auf und beschwören die Apokalypse. Jeder, der nicht in das Klagelied einstimmt, wird der dunklen Seite der Macht zugewiesen. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann warnen sie noch heute.

 

Das klingt alles nicht besonders hoffnungsvoll. Und dennoch kommen die Dinge in Bewegung, denn Menschen sind von Natur aus neugierig. Und immer mehr neugierige Menschen erkennen, dass es einer ganz anderen Art von Politik und politischer Auseinandersetzung bedarf, einer, in der jeder durch Gegendruck und Gegenargumente zur schrittweisen politischen Reifung der Öffentlichkeit beitragen kann. Jedes einzelne Hinterfragen des konformistischen Zeitgeists ist ein Schritt in diese Richtung. Dieser Prozess trägt bereits Früchte, denn an immer mehr Stellen opponieren Menschen gegen die politische Untergangsrhetorik und gegen kindisch-moralische Erpressungsversuche. Das ist das Positive: So gerne wir vielleicht manchmal Kinder sein oder bleiben wollen, selbst die überzeugtesten Kinder werden erwachsen. Auch Greta.

 

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Volksparteien in Österreich

 

„Wille zur Macht“ anstatt Gesinnung

 

Gastbeitrag von Mathias Brodkorb am 3. Februar 2020 - CICERO ONLINE

 

Ausgerechnet das vermeintlich beschauliche Österreich zeigt Deutschland dieser Tage, wie eigentlich Politik funktioniert. Während hierzulande die ehemaligen Volksparteien zerbröseln, feiern SPÖ und ehemalige ÖVP beachtliche Wahlerfolge. Und das hat seinen guten Grund

 

Hans Peter Doskozil, Landeshauptmann des Burgenlandes, ehemals Polizist und Verteidigungsminister, kann dieser Tage vor Kraft kaum laufen. Vor wenigen Tagen hat er für seine SPÖ ein traumhaftes Wahlergebnis von fast 50 Prozent eingefahren. Das bedeutet die absolute Mehrheit im Landtag. Schenkt man den hippen soziologischen Analysen über die „Gesellschaft der Singularitäten“ (Andreas Reckwitz) allzu große Aufmerksamkeit, dürfte es so etwas eigentlich gar nicht mehr geben. Zu kompliziert und zu individualisiert sei die Welt inzwischen, als dass sich hinter Volksparteien noch echte Wählermassen versammeln könnten. „Dosko“ hat nun allen bewiesen, dass es auch anders geht. Die Grundlagen dafür allerdings legten zwei andere österreichische Politiker: Hans Niessl und Sebastian Kurz.

 

Es kam – für die liberale Elite – einem Tabubruch gleich, als der damalige Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ) im Jahr 2015 für das Burgenland eine Liaison zwischen SPÖ und rechtspopulistischer FPÖ einging. Über die Motive äußerte sich Niessl gegenüber dem Cicero freimütig. Die FPÖ vertrete schließlich aufgrund ihrer Wählerstruktur nicht „wie die ÖVP in erster Linie Kapitalinteressen“, mit ihr könne man eher sozialdemokratische Politik für die kleinen Leute durchsetzen. Die Einbindung in die Regierungsverantwortung sollte außerdem dazu beitragen, den Populismus der FPÖ zu entzaubern und die Blauen gesund zu schrumpfen. Mission accomplished – möchte man da sagen. Während die Sozialdemokraten fulminant zulegten, stürzte die FPÖ in die Einstelligkeit ab.

 

Ein und dieselbe Strategie, zwei Gewinner

 

Aber auch das wäre kaum möglich gewesen ohne den österreichischen Kanzler Kurz. Der hatte bekanntermaßen im Jahr 2017 die schwarz-rote Koalition platzen lassen, Neuwahlen provoziert und anschließend auf Bundesebene ein Bündnis mit der FPÖ gesucht. Das scheiterte zwar mit großem Getöse an der Ibiza-Affäre – aber der Gewinner hieß Sebastian Kurz. Innerhalb von nur zwei Wahlen katapultierte er seine schwächelnde ÖVP von rund 24 auf fast 38 Prozent Wählerzustimmung. In Sachen politischer Fortune allerdings steht „Dosko“ dem Kanzler in nichts nach. Auch er sprang auf den Zug auf, nutzte die erodierende Vertrauensbasis der FPÖ, beendete die Koalition mit der FPÖ und erzwang ebenfalls vorgezogene Neuwahlen. Ein und dieselbe Strategie, zwei Gewinner.

 

Die Basis dieses Erfolges ist dabei nicht einmal sonderlich schwer zu ermitteln: neben einer auf Massenwählerschaften abzielenden programmatischen Grundausrichtung sind es vor allem taktisches wie strategisches Geschick und der „Wille zur Macht“. Der deutschen Politik ist diese Trias bereits seit geraumer Zeit abhanden gekommen – und damit die Politik im eigentlichen Sinne. In Deutschlands Parteien werden nicht mehr Beitragsmarken in Mitgliedsbücher geklebt, sondern eifrig Karmapunkte für die Zeit nach der Wiedergeburt gesammelt.

 

Thüringen steuert auf Unregierbarkeit zu

 

Die historischen Wurzeln dieser ganz eigenen Art der Politik sieht Josef Joffe bereits in Adenauers Westpolitik schlummern. Dem blieb tatsächlich gar nichts anderes übrig, als aus dem deutschen „Machtstaat“ den „Moralstaat“ zu machen, um auf dem internationalen Parkett wieder reputationsfähig zu werden. Willy Brandt setzte mit seiner Ostpolitik diese Strategie fort und verfolgte seinerseits deutsche „Interessenpolitik im Gewande der Idealpolitik“. Mit Angela Merkel kam diese spezifisch deutsche Form der Politik schließlich zu ihrer Vollendung. Ursprünglich ersonnen als außenpolitische Taktik, hat sich der überbordende Moralismus des „guten Deutschen“ in die Innenpolitik gewendet und ist mit ihm charakterlich längst verwachsen. Der identitätspolitische Hokuspokus dieser Tage findet darin seinen Humus.

 

Die Folgen hiervon sind aller Orten mit Händen zu greifen. Es handelt sich um nicht weniger als den „Triumph der Gesinnung über die Urteilskraft“ (Hermann Lübbe). Was einem dabei abhanden kommt, ist echte politische Handlungsfähigkeit. Am hilflosen Umgang mit der AfD kann man dieses Schauspiel idealtypisch studieren. Stets verbietet es der der politischen Klasse inhärente Moralismus, das sachlich Gebotene zu tun. Einen ersten Vorgeschmack liefert das Land Thüringen: Man steuert auf die Unregierbarkeit zu.

 

„Wille zur Macht“

 

Sagen wir frank und frei heraus, wie es ist: Adolf Hitler gehört noch immer zu den einflussreichsten deutschen Politikern – und er wäre deshalb wohl sehr stolz auf sich. Nein, ich meine gar nicht AfD oder NPD, sondern all die anderen – vielleicht mit Ausnahme der FDP. Gewiss, es handelt sich um eine ablehnende Besessenheit. Aber auch Besessenheit ist eine Besessenheit und macht am Ende blind.

 

Österreichs Volksparteien haben sich hiervon gelöst – und feiern damit Erfolge. Gewiss, dieser Prozess dauerte Jahrzehnte und setzte Anpassungsprozesse auf allen Seiten voraus. Ohne Preisgabe eines übersteigerten politischen Moralismus, der den politischen Gegner stets zum Wiederauferstandenen macht und damit nicht nur zum Gegner, sondern gleich zum Feind erklärt, kann man sich aus diesem selbst gebauten Gefängnis jedoch nicht befreien. Und genau dies wäre erforderlich, um aus Politik wieder das zu machen, was sie eigentlich ist: die Trias aus Inhalt, Taktik und Strategie sowie dem „Willen zur Macht“.

 

https://www.cicero.de/innenpolitik/oesterreich-spoe-oevp-spd-cdu-volksparteien-hans-peter-doskozil

 




 

Douglas Murray: Sie brauchen Faschisten, damit sie selbst die Guten sind

 

https://www.tichyseinblick.de/feuilleton/buecher/douglas-murray-sie-brauchen-faschisten-damit-sie-selbst-die-guten-sind/