Realität der Auferstehung?

 

 

 

Aude sapere!

Habe Mut, Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen!

 

Immanuel Kant

 

 

"Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines andern zu bedienen. Sapere aude! Habe Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.

 

Faulheit und Feigheit sind die Ursachen, warum ein so großer Theil der Menschen, nachdem sie die Natur längst von fremder Leitung frei gesprochen (naturaliter majorennes), dennoch gerne Zeitlebens unmündig bleiben; und warum es Anderen so leicht wird, sich zu deren Vormündern aufzuwerfen. Es ist so bequem, unmündig zu sein. Habe ich ein Buch, das für mich Verstand hat, einen Seelsorger, der für mich Gewissen hat, einen Arzt der für mich die Diät beurtheilt, u.s.w. so brauche ich mich ja nicht selbst zu bemühen." Kant, Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung? (1783)

 

Dem dominierenden Zeitgeist zufolge meinen die meisten zeitgenössischen Skeptiker der Auferstehung Jesu, dass sie selbst natürlich aufgeklärte Selbstdenker seien und deswegen halten sie von vorne herein bekennende und überzeugte Christen, die an die Auferstehung Jesu glauben, für naiv oder ängstlich oder beides. Auf jeden Fall fühlen sie sich auf eine seltsam hochmütige Art und Weise denjenigen überlegen, die den Glauben an die Auferstehung Jesu ernst nehmen und mutig bereit sind, ihn im historisch-kritischen Geiste der Aufklärung selbstständig und gewissenhaft zu prüfen.

 

Nun kann man kaum leugnen, dass viele und vielleicht sogar die meisten Christen in der Welt einfach deswegen an die Auferstehung Jesu glauben, weil sie es so schon früh gelernt haben, weil es zum Kerngehalt des christlichen Glaubens gehört, weil es für das Apostolische Glaubensbekenntnis zentral ist, weil sie zumindest vor Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher und erst recht vor Rudolf Bultmann von allen maßgebenden christlichen Theologen vertreten wurde oder ganz einfach, weil es nun einmal in der Bibel steht. Nicht jeder Mensch ist ein Philosoph oder Theologe.

 

Charismatische Christen pflegen meistens einen emotionalen Gottesdienst unter Ausschaltung des kritischen Verstandes: Auferstehung wird dabei zwar zelebriert, aber sicher nicht diskutiert. TV-Evangelisten verkaufen ihre (pseudo-) christlichen Lebenshilfe-Bücher und weltweit übertragenen Massenveranstaltungen an ihre begeisterten Besucher und vermitteln dabei sich selbst als angebliches Vorbild nicht nur im Glauben und in der Bibelauslegung, sondern auch mit ihrem beruflichen Erfolg, mit ihrer Fitness und Gesundheit, mit ihrem Ruhm und Wohlstand; das Thema der Auferstehung Jesu kann dem Health-and-Wealth-Gospel nur im Weg stehen, weil dann Jesus Christus und nicht die etwas allzu selbstherrlichen Prediger im Zentrum stehen würden.

 

Evangelikale Christen unterwerfen sich meistens konformistisch einem kollektiven Gruppendruck, an die Auferstehung Jesu zu glauben. Autoritätshörige und buchstabengläubige Bibelfundamentalisten versuchen alles für wahr zu halten, was in der Bibel steht, die für sie sakrosankt ist. Bekenntnistreue und konservative Protestanten neigen dazu, die Auferstehung als Kern des Apostolischen Glaubensbekenntnisse vor allem deswegen für wahr zu halten, weil sie anscheinend lieber an eine feste und sichtbare Tradition als an einen ungewissen und unsichtbaren Gott glauben.

Und last, but not least, traditionsgebundene Katholiken neigen dazu, sich an die korporative Glaubenstradition ihrer "heiligen Kirche" zu halten, der sie nun einmal mit Leib, Seele und Geist angehören.

 

Wie könnte jemand dann aber noch frei, fromm und fröhlich über die Realität der Auferstehung nachdenken? Wie könnte jemand dann noch mutig ein helles und lebendiges Licht in die dunkle und tödliche Finsternis bringen? Wer hatte wirklich schon einmal den Mut, seinen gewohnten Glauben einmal radikal auf die Probe zu stellen? Zwar kann niemand etwas glauben nur, weil er oder sie es so glauben will oder weil die eigene Gruppe es so glauben will. Hier drohen immer die Gefahren der Heuchelei und der Selbsttäuschung. Das Problem gibt es vermutlich nicht nur im Christentum, sondern auch im Judentum und im Islam sowie in anderen Religionen und Konfessionen.

 

Aber wer hat sich wirklich schon einmal selbst die Mühe gemacht, genau nachzulesen und gewissenhaft zu prüfen, was darüber eigentlich in den Evangelien steht? Und wer hat schon den Mut und die Zivilcourage gehabt, sich gegen heftige Widerstände und gegen unterschwelligen Gruppendruck vorbehaltlos seine eigene Meinung zu bilden? Das sind ehrlich gesagt doch immer die Wenigsten - und zwar nicht nur unter den bekennenden Christen, sondern auch unter den neunmalklugen Skeptikern und Atheisten.

 

In den folgenden Videos aus der Reihe 'After Life?' ('Nach dem Leben?'), erklären die zeitgenössischen amerikanischen Theologen Prof. William Lane Craig, Prof. Gary Habermas und Prof. Mike Licona sowie die beiden britischen Theologen Dr. Amy Orr-Ewing und Prof. Nicholas Thomas Wright, warum trotz starker und weit verbreiteter weltanschaulicher Vorurteile die unmittelbaren historischen Zeugnisse aus den kanonischen Evangelien nüchtern betrachtet und rational erörtert mit starker Evidenz dafür sprechen, dass Jesus (Yeschua) nach seinem grausamen Tod am Kreuz tatsächlich auferstanden ist und dann vielen seiner Jünger und Anhänger mehrfach leibhaftig erschienen ist. Kritisch abgewogene Argumente sprechen dafür, dass die zumindest in Europa weit verbreitete Skepsis gegen die Zuverlässigkeit dieser Zeugenaussagen unbegründet ist und wider Erwarten auf unhaltbaren pseudo-aufklärerischen Vorurteilen beruht.

 

Wer die biblischen Befunde wirklich mit einem offenen Herzen und mit einem kühlem Verstand liest und sich dabei nicht von seinen weltanschaulichen Vorurteilen leiten lässt, die heute den von mechanistischer Wissenschaft und kalter Technik dominierten Zeitgeist bestimmen, müsste eigentlich zu dem Ergebnis kommen, dass es sich dabei weder um bloßes Wunschdenken nach einer herben Enttäuschung noch um bloße pathologische Halluzinationen oder subjektive Visionen noch um kollektive Massensuggestionen noch um strategische Betrugsmanöver von Seiten der Jünger und Anhänger handeln kann. Vielmehr scheint es sich in der Tat um ein höchst erstaunliches, unerklärbares und einmaliges, aber historisches Ereignis zu handeln. Vieles spricht dafür und wenig spricht dagegen!

 

Zu Kants Zeiten brauchte es zumindest in Königsberg einigen Mut, sich gegen die Mehrheit der Christen zu stellen. Heute scheint es jedoch oft gerade umgekehrt zu sein - zumindest in den meisten deutschen Großstädten. Die meisten Deutschen neigen heute ängstlich dazu, diese Fragen als privat oder gar zu intim zu betrachten. Dahinter steht nicht nur die romantische Neigung zur mutlosen Innerlichkeit (cor in se ipse incurvatus), sondern leider auch eine versteckte Rechthaberei sowie ein geradezu pathologisches Bedürfnis nach Harmonie und eine neurotische Angst vor einer narzisstischen Kränkung. Amerikaner und Briten sind in diesen religiösen Angelegenheiten oft nicht nur offener und interessierter, sondern pflegen auch eine im besten Sinne bürgerschaftliche Bereitschaft zum offenen (inter)religiösen Gespräch und zur akademischen Kontroverse.

 

Deswegen mag es heute hierzulande sehr viele Menschen überraschen, dass sehr vieles dafür und nur wenig dagegen spricht, dass die überlieferten Zeugnisse in den Evangelien sehr zuverlässig sind. Aber überzeugen kann und muss sich jeder selbst! Am besten im Dialog mit Anderen, Andersdenkenden und Andersgläubigen! Wer aber hat wirklich den Mut, sich im Geist der echten Aufklärung einer solchen vorurteilslosen Prüfungt ernsthaft zu stellen?

 

In den folgenden elf vorbildlichen Videobeiträgen präsentieren die in dieser Angelegenheit führenden zeitgenössischen christlichen Theologen ihre spannenden Antworten auf die wichtigsten Fragen der Skeptiker: 

 

1 - Why it matters whether Jesus rose from the dead.

 

2 - Does science make it impossible that Jesus rose from the dead?

 

3 - Did Jesus rise from the dead? Can we know about history so long ago?

 

4 - Did Jesus really rise from the dead, or were these claims legends?

 

5 - Was the story of Jesus rising from the dead borrowed from pagan myths?

 

6 - Was Jesus raised from the dead? Did he really die, or only pass out?

 

7 - Did Jesus rise from the dead, or was it a deliberate deception by his followers -- a hoax?

 

8 - Did Jesus rise from the dead, or was it hallucinations by his followers?

 

9 - Was Jesus really raised from the dead? Did they find Jesus' empty tomb?

 

10 - Are there contradictions in the Bible's accounts of Jesus rising from the dead?

 

11 - What difference does believing Jesus rose from the dead make?

 













 

Prof. Dr. Peter Zöller-Greer, Physiker und Informatiker, Zur Historizität der Auferstehung von Jesus Christus

 

http://www.professorenforum.de/bibliothek/artikel/detailansicht/zur-historizitaet-der-auferstehung-von-jesus-christus/