Katholizismus

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Carl Bloch, Die Bergpredigt (1877)

(Ausschnitt)

 

 

 

 

Diese aber sind geschrieben, daß ihr glaubet, Jesus sei Christus,

der Sohn Gottes, und daß ihr durch den Glauben das Leben habet in seinem Namen.

 

Johannes 20:31

 

Also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab,

auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.

 

Johannes 3:16

 

Wer den Sohn leugnet, der hat auch den Vater nicht;

wer den Sohn bekennt, der hat auch den Vater.

 

1. Johannes 2:23

 

Darum: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.

Aber das alles ist von Gott, der uns mit sich selber versöhnt hat durch Christus

und uns das Amt gegeben, das die Versöhnung predigt.

Denn Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit ihm selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu

und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung.

So sind wir nun Botschafter an Christi statt, denn Gott ermahnt durch uns;

so bitten wir nun an Christi statt: Lasst euch versöhnen mit Gott!

Denn er hat den, der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht,

auf dass wir in ihm die Gerechtigkeit würden, die vor Gott gilt.

 

2. Korinther, 5, 17 - 21

 


 

Das Verderbnis des Besten ist das Schlimmste. 

 

Ivan Illich, In den Flüssen nördlich der Zukunft

 

Macht korrumpiert. Absolute Macht korrumpiert absolut.

 


 

Bernhard Kaiser, Warum nicht römisch-katholisch?

 

Das Problem

 

Das Problem „Die Reformation ist die einzige Opposition, die der Katholizismus … nicht hat einverleiben können.“ Das sagte der frühere Erlanger Kirchenhistoriker Walther von Loewenich in seinem vielgelesenen Werk Die Geschichte der Kirche (1939). Er machte damit deutlich, daß der Katholizismus eine Vielzahl von Denkrichtungen, Glaubensformen und Lebensäußerungen in sich vereinigen kann, aber daß evangelisches Denken, evangelischer Glaube und evangelische Kirche nicht unter den Hut des Papsttums passen.

  • Was hat der Protestantismus, das nicht in das römisch-katholische System paßt?
  • Oder anders gefragt: Was hat er verloren, wenn er sich heute der römischen Kirche annähert?
  • Warum nicht römisch-katholisch?

Ich stelle diese Frage in einer Zeit, in der die protestantischen Landes- und Freikirchen in der Öffentlichkeit kaum noch wahrgenommen werden. In den Medien erscheint fast nur die römische Kirche als Repräsentantin des Christentums, sei es, daß positiv über sie berichtet wird, oder sei es, daß sie von antikirchlichen Kräften verspottet oder als unglaubwürdig dargestellt wird.

 

Ich stelle diese Frage auch in einer Zeit, in der der Protestant die theologischen Unterschiede zwischen römischem und evangelischem Glauben kaum noch benennen kann und deshalb in der Versuchung steht, beide Formen als gleicher-maßen christlich anzusehen. Ich stelle sie an den Protestanten, der angesichts seiner geistlich zerfallenden Kirche in der scheinbar jahrtausendealten römischen Kirche Geborgenheit, Ordnung, Autorität und Stetigkeit sucht.

 

Ein älterer Herr und aufmerksamer Protestant, der keinen sonntäglichen Gottesdienst an seinem Wohnort hat und dafür öfters den Gottesdienst im ZDF anschaut, sagte mir vor einiger Zeit: „Die katholischen Predigten sind oft gehaltvoller als die evangelischen.“ Offensichtlich erscheint nicht wenigen Protestanten die römische Kirche attraktiver als ihre eigene. Warum nicht römisch-katholisch?

 

Ich stelle diese Frage an die Protestanten, die angesichts der politischen Bedeutungslosigkeit ihrer Kirche zusammen mit den Katholiken christliche Anliegen in der Öffentlichkeit stärker zur Geltung bringen wollen. Darüber hinaus suchen nicht wenige Protestanten die Zusammenarbeit mit römischen Priestern, soweit diese dazu bereit sind.

 

In der Praxis findet geschieht das eher punktuell und lokal, aber wenn man schon nicht zur römischen Kirche übertreten will, was hindert einen daran, den Priester bei Kirchentagen, bei ProChrist, in der Allianzgebetswoche, auf Allianztagen und bei ökumenischen Gottesdiensten und Amtshandlungen einzubeziehen? Ist angesichts funktionierender öku-menischer Beziehungen eine Trennung überhaupt noch gerechtfertigt?

 

Ich erlaube mir, diese Frage auch an den Katholiken zu stellen.

  • Ist seine Kirche wirklich so bibelgemäß, daß man in ihr sein Christsein problemlos leben kann?
  • Oder gibt es Gründe, die das römische System in Frage stellen?

Noch ein letzter, wichtiger Aspekt zur Problemanzeige: Klaus Berger, ein verhinderter römischer Priester und evange

lischer Theologe, der in seinem Herzen nach wie vor römisch denkt, bietet in seinem neuesten Buch unter dem Titel Glaubensspaltung ist Gottesverrat. Wege aus der zerrissenen Christenheit (München: Pattloch, 2006, S. 72) die Problem-anzeige im Bild von Christus, der nicht nur eine Braut habe, sondern einen ganzen Harem von Frauen in Gestalt der Vielzahl der getrennten Kirchen. Das sei, so sagt er an sich mit Recht, ein Skandal und nicht der Wille Gottes. Also liegt die Frage nahe, warum man nicht um der Einheit willen römisch-katholisch werden solle.

 

Im folgenden schreibe ich meist „römisch“ anstelle von „römisch-katholisch“. Wirklich „katholisch“, d.h. weltum-spannend, ist die Kirche Jesu Christi, in der das Evangelium rein gelehrt und die Sakramente recht verwaltet werden.  Einheit soll doch sein, Jesus hat sie gewollt – also dann positiv gewendet:

  • Warum nicht römisch-katholisch der Einheit wegen?

Ich gehe an diese Frage heran, indem ich im ersten Teil meiner Schrift über das spreche, womit die römische Kirche bei den Menschen Sympathien findet. Im zweiten Teil, der deutlich ausführlicher ist, gehe ich auf die Problemstellen im römischen System ein. Im dritten Teil meiner Schrift stelle ich heraus, was wir als Protestanten haben, was zu unserer Identität gehört, was wir wieder gewinnen müssen, wenn wir es verloren haben, und was wir brauchen, wenn wir als Protestanten überleben wollen. Ich zögere nicht, alle wesentlichen Positionen, die die Reformation vertreten hat, als schriftgemäß zu bezeichnen, denn das läßt sich problemlos anhand der Bibel zeigen. 

 


 

Bernhard Kaiser, Warum nicht römisch-katholisch?

 

Inhaltsverzeichnis

 

1. Das Problem

 

2. Die römische Kirche – Vielgestaltigkeit, Macht, Ansehen und Einfluß

 

1 Sinnenfälligkeit

2 Einheit

3 Vielgestaltigkeit

4 Konservative Ethik

 

3. Die problematischen Seiten der römischen Kirche

 

1 Das optimistische Menschenbild

2 Die Relativierung der Heiligen Schrift

3 Der Sakramentalismus

4 Die Rechtfertigung aus Werken

5 Die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit

6 Das Papsttum

7 Die Marienverehrung

8 Sonstige schriftwidrige Elemente

   8.1 Die Verehrung und Anrufung der Heiligen

   8.2 Der Ablaß

   8.3 Sakramentalien, heilige Zeichen, Feste

9 Zusammenfassung

 

4. Was haben wir Protestanten?

 

1 Christus allein

2 Die Gnade allein

3 Die Schrift allein

4 Der Glaube allein

 

Zum Schluß: Warum evangelisch?

 


 

Bernhard Kaiser, Institut für Reformatorische Theologie

 

http://www.bernhard-kaiser.homepage.t-online.de/das-institut/index.php

 


 

Die römisch-katholische Kirche als sakramentale Institution ...

 





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Bernhard Kaiser, Warum nicht römisch-katholisch?
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