Christlicher Glaube - evangelisch

 

 

 

Rembrandt, Jesus
Rembrandt, Jesus

 

 

Warum aber urteilt ihr nicht auch von euch aus darüber, was recht ist?

 

Lukas 12, 57 (Luther-Bibel)

 

 

Einer der Schriftgelehrten hatte diesem Streitgespräch zugehört und gesehen, wie gut Jesus den Sadduzäern geantwortet hatte. Nun trat er näher und fragte ihn: »Welches ist das wichtigste von allen Geboten?« Jesus antwortete: »Das wichtigste Gebot ist: ›Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der alleinige Herr. Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, mit ganzer Hingabe, mit deinem ganzen Verstand und mit aller deiner Kraft!‹ An zweiter Stelle steht das Gebot: ›Liebe deine Mitmenschen wie dich selbst!‹ Kein Gebot ist wichtiger als diese beiden.« »Sehr gut, Meister!«, meinte darauf der Schriftgelehrte. »Es ist wirklich so, wie du sagst: Gott allein ist der Herr, und es gibt keinen anderen außer ihm. Und ihn zu lieben von ganzem Herzen, mit ganzem Verstand und mit aller Kraft und seine Mitmenschen zu lieben wie sich selbst ist viel mehr wert als alle Brandopfer und alle übrigen Opfer.« Jesus sah, mit welcher Einsicht der Mann geantwortet hatte, und sagte zu ihm: »Du bist nicht weit vom Reich Gottes entfernt.«

 

Markus 12, 28-34 (Neue Genfer Übersetzung)

 

 

Ihr plagt euch mit den Geboten, die die Gesetzeslehrer euch auferlegt haben. Kommt alle zu mir; ich will euch die Last abnehmen! Ich quäle euch nicht und sehe auf niemand herab. Stellt euch unter meine Leitung und lernt bei mir; dann findet euer Leben Erfüllung. Was ich anordne, ist gut für euch, und was ich euch zu tragen gebe, ist keine Last.«

 

Matthäus 11, 25-30 (Gute Nachricht Bibel)

 

 

Wer an mich glaubt, glaubt nicht an mich, sondern an den, der mich gesandt hat, und wer mich sieht, sieht den, der mich gesandt hat. Ich bin als Licht in die Welt gekommen, damit jeder, der an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibe. Und wenn jemand meine Worte hört und sie nicht bewahrt, dann richte nicht ich ihn. Denn ich bin nicht gekommen, die Welt zu richten, sondern die Welt zu retten.

 

Johannes 12, 44-47 (Zürcher Bibel)

 

 

Aber es kommt die Zeit und ist schon jetzt, in der die wahren Anbeter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn auch der Vater will solche Anbeter haben. Gott ist Geist, und die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten.

 

Johannes 4, 23-24 (Elberfelder Bibel)

 

 

 

Paulus von Tarsus
Paulus von Tarsus

 

 

22 Da trat Paulus vor die Ratsmitglieder und alle anderen, die zusammen gekommen waren, und begann: »Bürger von Athen! Ich habe mich mit eigenen Augen davon überzeugen können, dass ihr außergewöhnlich religiöse Leute seid. 23 Als ich nämlich durch die Straßen eurer Stadt ging und mir eure Heiligtümer ansah, stieß ich auf einen Altar mit der Inschrift: ›Für einen unbekannten Gott‹. Ihr verehrt also ein göttliches Wesen, ohne es zu kennen. Nun, gerade diese euch unbekannte Gottheit verkünde ich euch. 24 Meine Botschaft handelt von dem Gott, der die ganze Welt mit allem, was darin ist, geschaffen hat. Er, der Herr über Himmel und Erde, wohnt nicht in Tempeln, die von Menschen erbaut wurden. 25 Er ist auch nicht darauf angewiesen, dass wir Menschen ihm dienen. Nicht er ist von uns abhängig, sondern wir von ihm. Er ist es, der uns allen das Leben und die Luft zum Atmen gibt und uns mit allem versorgt, was wir zum Leben brauchen. ... 27 Mit allem, was er tat, wollte er die Menschen dazu bringen, nach ihm zu fragen; er wollte, dass sie - wenn irgend möglich - in Kontakt mit ihm kommen und ihn finden. Er ist ja für keinen von uns in unerreichbarer Ferne. 28 Denn in ihm, dessen Gegenwart alles durchdringt, leben wir, bestehen wir und sind wir. Oder, wie es einige eurer eigenen Dichter ausgedrückt haben: ›Er ist es, von dem wir abstammen.‹

 

Apostelgeschichte 17, 22-28 (Neue Genfer Übersetzung)

 

 

Zur Freiheit hat Christus uns befreit! Bleibt daher standhaft und lasst euch nicht wieder unter das Joch der Sklaverei zwingen!

 

Galater 5, 1 (Neue Genfer Übersetzung) 

 

 

Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft,

und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht.

 

Hebr. 11, 1 (Luther-Bibel 1994)

 

 

Denn unser Wissen ist Stückwerk und unser prophetisches Reden ist Stückwerk. Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören ... Wir sehen jetzt durch einen Spiegel ein dunkles Bild; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise; dann aber werde ich erkennen, wie ich erkannt bin. Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.

 

1. Korinther 13 (Luther-Bibel)

 

  

Jordaens, Evangelisten
Jordaens, Evangelisten

 

 

 

Es wurde dir, Mensch, doch schon längst gesagt, was gut ist

und wie Gott möchte, dass du leben sollst.

Er fordert von euch nichts anderes,

als dass ihr euch an das Recht haltet,

liebevoll und barmherzig miteinander umgeht

und demütig vor Gott euer Leben führt.


Micha, Kapitel 6, Vers 8.

 

 

 Die Tradition bewahren,

heißt nicht die Asche aufheben,

sondern die Fackel weitertragen.

 

Jüdisches Sprichwort

 

 

 

 

Was ist evangelische Theologie? 25 Thesen
 

1. Evangelische Theologie ist die Lehre vom Ursprung, Wesen und Wandel des christlichen Glaubens, der in den biblischen Schriften des Neuen und Alten Testamentes (einschließlich der Apokryphen) überliefert ist, in wissenschaftlicher und geistiger Auseinandersetzung mit dem kulturgeschichtlichen Kontext ihrer Vorgeschichte und Entstehung, Kanonisierung und Tradierung während der ganzen christlichen Tradition sowie insbesondere mit der Vielfalt der lutherischen, reformierten, unierten und freikirchlichen Konfessionen. Als Lehre vom Ursprung, Wesen und Wandel des christlichen Glaubens ist sie im Glauben an die einmalige und unverwechselbare Person Jesu Christi als dem wesentlichen Kern des christlichen Glaubens mit der ganzen christlichen Tradition der Kirchen des Ostens und des Westens verbunden, obwohl sie sie zugleich auch reformiert und erneuert hat.

Evangelisch ist diese Theologie, weil für sie das Evangelium, d.h. die frohe Botschaft von Jesus Christus und nicht die christliche Tradition zentrales Anliegen des persönlichen christlichen Glaubens ist. Evangelisch ist sie auch, weil sie von daher christozentrisch und nicht theozentrisch ist, wie z.B. die rein monotheistischen Theologien von Judentum und Islam. Persönlich ist dieser Glaube, weil er sich im Laufe des Lebens eines jeden Menschen durch natürliche Lebensalter, existenzielle Krisen und Reifungsprozesse hindurch wandelt und weil er deswegen sowohl für den Glaubenden selbst als auch für andere Menschen unverfügbar ist. Unverfügbar ist dieser Glaube, weil er eine Sache des eigenen Herzens und Gewissen darstellt. Deswegen muss der persönliche Glaube an das Evangelium von Jesus Christus weder vor weltlichen noch vor kirchlichen Autoritäten, weder vor anderen Christen noch vor geistlichen Autoritäten der christlichen Tradition verantwortet werden, sondern vor dem eigenen Gewissen. Der persönliche Charakter des Glaubens schließt jedoch nicht aus, dass die Kirchen als christliche Formen der Vergemeinschaftung, der generativen Weitergabe, der gelehrten Verkündigung und der heilsamen Mission dem christlichen Glauben dienen.  

Theologie ist sie, weil das Evangelium von Jesus Christus nicht nur von der Nächstenliebe und von anderen ethischen Tugenden, sondern auch von der Liebe zu Gott und seiner Beziehung zum Menschen handelt. Theologie im Sinne einer vernünftigen Lehre und Wissenschaft ist sie, weil es sich sowohl bei dem persönlichen Glauben an die Person Jesu Christi als auch bei dem Ursprung, Wesen und Wandel des christlichen Glaubens in der Geschichte des Christentums um spezifisch religiöse Wahrheitsansprüche handelt, die ganz zurecht Gegenstand einer eigenständigen Disziplin sind, weil sie sich weder auf andere einzelwissenschaftliche Wahrheitsansprüche noch auf philosophische Wahrheitsansprüche reduzieren lassen.

2. Evangelische Theologie ist nicht nur Lehre vom Ursprung, Wesen und Wandel des christlichen Glaubens sowie geisteswissenschaftliche und kulturhistorische Erforschung der Geschichte des ganzen Christentums, sondern auch systematische Erforschung und Weiterentwicklung der biblisch begründeten und historisch tradierten Lehre vom christlichen Glauben, der christlichen Theologie, der christlichen Ethik und der christlichen Dogmatik, der kirchlichen Pragmatik von Predigt und Seelsorge, Mission und Diakonie, Musik und bildene Künste sowie von Kirchenrecht, Kirchenverwaltung und kirchlichen Institutionen der Erziehung, Lehre und Forschung.

3. Die Geschichte des Christentums ist zwar primär Missions- und Kirchengeschichte mit allen ihren vielfältigen Licht- und Schattenseiten. Schwerpunkte bilden dabei die Geschichte der christlichen Überlieferung, Übersetzung und Auslegung der biblischen Schriften, die Gemeinde, Kirche und Mission vom Urchristentum und der Spätantike, über frühes und spätes Mittelalter, über Renaissance und Reformation bis in die Neuzeit und Moderne hinein. Die Geschichte des Christentums ist jedoch nicht nur Missions- und Kirchengeschichte, sondern auch Geschichte der durch das Christentum geprägten Kultur, also auch Religions- und Konfessionsgeschichte, Literatur-, Kunst- und Musikgeschichte.

4. Zur Geschichte des Christentums gehören auch die zahlreichen Verstrickungen der christlichen Kirchen und ihrer Verantwortlichen und Mitglieder in politische Machtausübung. Dies führten zur gewaltsamen Bekämpfung, Unterwerfung und Unterdrückung von Häretikern und Heiden, Juden und Muslimen, Indios und Indianern, u.a. sowie zu schrecklichen Religionskriegen, Hexenverfolgungen und anderen Grausamkeiten. Zur wissenschaftlichen Erforschung der Geschichtes des Christentums gehört es auch, diese Schattenseiten des Christentums im Vertrauen darauf zu untersuchen, dass der christliche Glaube keine Aufklärung über seine eigenen nur allzu menschlichen Verirrungen und Verwirrungen in der Geschichte des Christentums zu fürchten hat. Zur Geschichte des Christentums gehört insbesondere auch sein besonderes Verhältnis zum Judentum und sein Anti-Judaismus und Anti-Semitismus, deren Überwindung eine dauerhafte Aufgabe evangelischer Theologie ist.

5. Die Geschichte des Christentums war von Anfang an auch eine geistliche Auseinandersetzung mit dem Judentum und Heidentum, die zur Herabsetzung und Verfolgung von Juden und Heiden führte, obwohl das Christentum ursprünglich selbst eine charismatische Reformbewegung innerhalb des Judentums gewesen ist. Zu diesen Konflikten mit den Heiden und Juden beigetragen hat vor allem die Tatsache, dass das Christentum zu einer staatstragenden Religion wurde. Auch die deutlich späteren Konflikte mit dem Islam sind in dieser historischen Entwicklung begründet. Das hat nicht zuletzt auch dem christlichen Glauben selbst geschadet. Die Entwicklung zu einer Religion der politischen Übernahme von Verantwortung und Ausübung von Macht steht in einem anhaltenden Spannungsverhältnis mit dem überlieferten Leben, Wirken und Lehren Jesu von Nazareth. Trotz dieser Jahrhunderte währenden Verirrungen war es jedoch nicht die religiöse Abgrenzung von den Heiden und Juden selbst, die zu der schrecklichen Duldung und Billigung des Holocaust, also des technokratisch geplanten und kaltblütig durchgeführten Massenmordes der Nationalsozialisten an den europäischen Juden geführt hat. Vielmehr war es der heidnische Führerkult Hitlers und die heidnische national-sozialistische Bewegung, die dies mit den politischen Machtmitteln einer diktatorischen Schreckensherrschaft bewirkten und dazu auch christliche Kirchen und Bewegungen vereinahmten und mißbrauchten. Der heidnische Führerkult des Nationalsozialismus richtete sich jedoch von Anfang nicht nur gegen das Judentum, sondern auch gegen das Christentum. Auch wollte der Nationalsozialismus von Anfang an beide Religionen überwinden, Judentum und Christentum.

6. Die Lehre vom Ursprung, Wesen und Wandel des christlichen Glaubens basiert auf der im Alten und Neuen Testament erzählten Erfahrung von der Geschichte des Volkes Israel und seiner Erfahrung mit dem Gott, der es aus Ägypten befreit hat, sowie vom Leben, Lehren und Wirken Jesu von Nazareth und von dessen Selbstdeutung als einem von Gott gesandten Propheten, als dem Menschensohn und Sohn Gottes. Dabei handelt es sich um die Geschichte einer sittlichen und religiösen Transformation des parochialen jüdischen Glaubens von der lebendigen Beziehung Gottes zu seinem Volk Israel zum universalen christlichen Glauben von der sich in Jesus Christus offenbarenden lebendigen Beziehung Gottes zu allen Menschen und Völkern. Das Leben und die Lehre, das Wirken und Handeln des Jesus von Nazareth lässt sich nur auf dem sozialen und kulturellen, religiösen und geistigen Hintergrund der Geschichte Israels und des Judentums verstehen. Die Geschichte Israels ist eine Geschichte der Befreiung von religiösem Götzendienst und politischer Fremdherrschaft angestoßen durch eine Reihe von Propheten in ihrem unermüdlichen Kampf um eine für alle Menschen freundliche und heilsame Beziehung zu Gott mit dem Ziel und Zweck eines dauerhaften Wohlergehens (shalom) des ganzen Volkes Israel in Frieden, Freiheit, Gerechtigkeit und Wohlstand.
 
7. Die Lehre von Ursprung, Wesen und Wandel des christlichen Glaubens handelt von der einzigartigen, lebendigen und dramatischen Beziehung zwischen Jesus von Nazareth und seinem Gott, den er liebevoll und vertraulich "ABBA" nannte. Charakteristisch ist diese vertrauliche Anrede, weil sie nicht eine Ehrfurcht vor der erhabenen Majestät Gottes, sondern vielmehr eine liebevolle Nähe und innige Vertraulichkeit ausdrückt, die immer noch vielen Menschen fremd geblieben ist. Durch diese sittlich-religiöse Erneuerung und Verwandlung wird der aus dem Judentum seiner Zeit stammende und aramäisch sprechende Jesus von Nazareth entgegen der im Judentum überlieferten Messiaserwartung zum Christus eines neuen und universalen Glaubens mit dem Auftrag der weltweiten Verkündigung der frohen, tröstlichen und heilsamen Botschaft von der Menschenfreundlichkeit und Liebe Gottes zu allen Menschen mit dem Ziel und Zweck eines dauerhaften Wohlergehens (shalom) aller Menschen in Frieden, Freiheit, Gerechtigkeit und Wohlstand. Die christliche Verkündigung Jesu von Nazareth übertragen die ursprünglich nur dem Volke Israels geltende Erwählung auf die Menschen aller Völker, Kulturen und Sprachen.

8. Evangelische Theologie ist vor allem biblische Theologie, wie schon Kant in seiner Religionsphilosophie lehrte. Durch ihren Bezug auf die biblischen Quellen unterscheidet sie sich von allen Spielarten einer geschichtlosen philosophischen Theologie, sowohl der griechischen Antike (z.B. bei Sokrates, Platon und Aristoteles) als auch vom philosophischen Deismus der Aufklärung (z.B. bei Hume, Lessing oder Voltaire), sowohl vom Pantheismus des deutschen Idealismus (z.B. bei Hegel, Fichte und Schelling) als auch von der geschichtslosen Theosophie vom 18. bis zum 20. Jahrhundert (z.B. bei Swedenborg, Böhme, Oetinger, Saint-Martin und Rudolf Steiner). Als biblische Theologie und damit auch narrative Theologie ist sie der menschliche Versuch einer nicht nur möglichst rationalen und sinnvollen, sondern auch lebenspraktisch nützlichen, moralisch richtigen und psychosomatisch heilsamen Lehre von der Beispiel gebenden Beziehung von Jesus Christus zu seinem Gott sowie zu seinen Anhängern und Mitmenschen, wie sie in seinem Leben, Lehren und Wirken offenbar wurde und wie sie in den Evangelien sowie in den Schriften des Neuen Testamentes erzählt und verkündet wird.

9. Evangelische Theologie basiert auf der historisch-hermeneutischen Erforschung und geistlichen Durchdringung des Neuen Testamentes in einer spannungsvoller Kontinuität zum Alten Testament sowie im historischen Kontext der Lebenswelt des Jesus von Nazareth, der ursprünglichen Jesus-Bewegung und der frühen Christenheit. Sie basiert weiterhin auf der glaubenden und verstehenden Interpretation der Schriften des Alten und Neuen Testamentes mit dem Ziel und Zweck der sittlich-religiösen Orientierung für das Gelingen des eigenen Lebens sowie des Zusammenlebens einer christlichen Gemeinde in ihrem gemeinsamen Glauben an den Gott, der sich in der Person Jesu Christi offenbart hat. Der persönliche Glaube besteht in sittlich-religiösen Einstellungen und Überzeugungen, die sich jedoch weder als objektive und beweisbare Erkenntnis im Sinne der rationalistischen Religionsphilosophen (Anselm von Canterbury, Descartes, Wolff, u.a.) noch als bloß subjektiver Ausdruck von sinnlichen Erfahrungen, emotionalen Erlebnissen oder persönlichen Entscheidungen im Sinne der Romantiker (Schleiermacher, Novalis, Kierkegaard, u.a.) verstehen lassen. Da das Wesen des (christlichen) Glaubens den ganzen Menschen mit Leib, Seele und Geist angeht, umfasst der Glaube sowohl das Denken und Urteilen, das Erleben und Fühlen sowie das Wollen und Handeln des Menschen in seiner jeweiligen geschichtlichen Lebenswelt. Aufgrund seines Leib, Seele und Geist umfassenden Wesens lässt sich der christliche Glaube auch nicht vollständig säkularisieren und auf die Anerkennung, Wertschätzung und Vermittlung von sittlichen Idealen und Prinzipien, Normen und Werten reduzieren (Feuerbach, Ritschl, Schweizer, u.a.).

10. Evangelische Theologie basiert zwar auf der mit sittlichem und religiösem Interesse wissenschaftlich erforschten und im persönlichen Glauben interpretierten Bibel, aber sie setzt die Bibel gerade nicht absolut, wie der zeitgenössische Bibelfundamentalismus. Die Bibel ist eine von Menschen zusammen gestellte Sammlung geschichtlich überlieferter Schriften, die Erzählungen und Berichte, Psalmen und Weisheiten über das Verhältnis von Menschen zu ihrem Gott enthalten. Der zeitgenössische Bibelfundamentalismus, der eine aus Verzweiflung und Angst geborene emotionale Abwehrreaktion gegen persönliche Autonomie, rationale Theologie und unausweichliche Historizität darstellt, basiert hingegen auf einer fragwürdigen Verabsolutierung der biblischen Schriften als vermeintlich einziger Quelle der Offenbarung unter rigidem Ausschluss der freien und unverfügbaren Selbstoffenbarung Gottes in seiner Schöpfung, in der Person Jesu Christi sowie in der persönlichen Begegnung mit dem Heiligen. Aus Angst und Verzweiflung und damit eher aus einem tief empfundenen Mangel an Glaube, Liebe und Hoffnung versuchen die Bibelfundamentalisten gerade die freie und unverfügbare Selbstoffenbarung Gottes zu kontrollieren und damit für sich verfügbar zu machen. Anders als im heutigen Bibelfundamentalismus wurde das Sola Scriptura-Prinzip der Reformation schon durch das dreifache Bekenntnis zum rechten Glauben (sola fide), zur Person Jesu Christi (solus Christus) und zu Gott (solus Deus) ausgeglichen. Insofern ist der zeitgenössische Bibelfundamentalismus wohl eher eine Folge der radikalen Angriffe und tiefen Erschütterungen des christlichen Glaubens durch die modernen Wissenschaften und die anti-christliche Propaganda in der säkularisierten Moderne. Evangelische Theologie unterscheidet jedoch mit Paulus zwischen Geist und Buchstabe, zwischen der Mitte der Schrift und ihren eher randständigen Aussagen, indem sie sich bei der Auslegung fragt, "was Christum treibet" (Martin Luther).

11. Der zeitgenössische Bibelfundamentalismus, der nicht nur in den USA, sondern auch in Europa und anderen Regionen der Welt vor allem in christlichen Freikirchen und Sekten vorherrscht, kann nur durch eine historisch-hermeneutische Forschung und theologisch gebildete Exegese sowie durch eine Wiedererinnerung an die freie, unverfügbare und geschichtliche Selbstoffenbarung Gottes in der Schöpfung, in der Person Jesu Christi, in der persönlichen Begegnung und in der gelassenen und verständigen Lektüre der Heiligen Schrift überwunden werden. Deswegen muss Evangelische Theologie als eine eigenständige, kulturhistorische und geisteswissenschaftliche Disziplin an Universitäten und Hochschulen gelehrt werden. Denn dort steht sie nicht nur in einer spannungsvollen Auseinandersetzung mit der Philosophie, die sie zugleich herausfordert und ergänzt, sondern auch in fruchtbarer Auseinandersetzung mit der universitären Vielfalt anderer Wissenschaften, wie z.B. mit den Naturwissenschaften, den Sozial- und Kulturwissenschaften, den Geisteswissenschaften und den praktischen Wissenschaften (Medizin, Ökonomie und Jurisprudenz).

12. Manche Atheisten und Szientisten haben aus laizistischen und säkularistischen Motiven für eine Abschaffung nicht nur christlicher, sondern auch jüdischer und islamischer Theologie an staatlichen Universitäten plädiert. Meistens sind sie der naturalistischen Auffassung, eine weitere Säkularisierung und Szientifizierung des Welt- und Menschenbildes diente dem Fortschritt und dem friedlichen und gedeihlichen Zusammenleben der Menschen. Dabei handelt es sich jedoch um einen schwerwiegenden Irrtum, denn auf diese Weise überlässt man die historisch aufgeklärte und hermeneutisch gebildete Auslegung der Grundschriften dieser großen Weltreligionen nur einer gefährlichen Schar von unaufgeklärten und ungebildeten Fundamentalisten in abgelegenen Hinterhöfen und isolierten Industriegebieten. Außerdem kann man auch mit dem modernen Wissen und Können, das Logik und Mathematik, Naturwissenschaft und Technik ermöglichen, durchaus zweckrationale Organisationen aufbauen und inhumane Massenmorde begehen und Weltkriege führen, wie es im 20. Jahrhundert mehrfach geschehen ist. Wissenschaft und Technik sind in sitllicher Hinsicht immer hochgradig ambivalent und schützen die Menschen nicht vor einer möglichen Wiederkehr dieser Barbarei. Alle totalitären Massenbewegungen des 20. Jahrhunderts (Nationalsozialismus, Stalinismus, Maoismus, u.a.) beruhten auf pseudo-wissenschaftlichen, materialistischen und atheistischen Ideologien sowie auf einem pseudo-religiösen Personenkult. Diese neuen Ersatzreligionen waren mit dem tradierten Ethos, Gottes- und Menschenbild von Judentum und Christentum nicht vereinbar und - mehr noch - sie richteten sich sogar explizit gegen sie. Sich immer noch oder auch wieder zum intellektuellen Handlanger dieser fragwürdiger Weltanschauungen zu machen, kann aber kaum einem zivilisatorischen Fortschritt dienen. Das ist nicht zuletzt auch die Lehre aus der "Dialektik der Aufklärung" im Sinne von Theodor W. Adorno und Max Horkheimer.

13. Evangelische Theologie intendiert zwar die Verkündigung des christlichen Glaubens an Jesus Christus als dem wundertätigen Menschensohn und heilsamen Befreier der Menschen von schädlichen Götzen und krank machenden Götzenbildern. Sie setzt jedoch nicht einmal Jesus Christus absolut, denn Gott hat sich nicht ausschließlich und vollständig in der Person Jesu Christi geoffenbart. Auf Gott als "Schöpfer des Himmels und der Erde", also des ganzen Universums, aus dem Raum und Zeit, Materie und Natur, Leben und Bewusstsein, Sprache und Geist hervorgegangen sind, berufen sich nämlich auch Juden und Muslime. Aber für Christen erfüllt sich die ganz Offenbarung Gottes erst vollständig in der Person Jesu Christi. Jesus von Nazareth, der für die Christen der Christus, Heiland und Erlöser ist, war zwar ein besonderer Prophet, erfolgreicher Wunderheiler und einflussreicher Wanderprediger, ist aber trotz seines schrecklichen Todes am Kreuz von Golgatha, seiner Gottverlassenheit in der Todesstunde und seiner von einigen Jüngern bezeugten Auferstehung keine inkarnierte Gottheit (wie Krishna und andere Avatare in den mythischen Religionen der Inder) oder gar ein in menschlicher Gestalt verhüllter Gott (wie die Götter der griechischen und römischen Mythologie), sondern ein geschichtlicher Mensch aus Fleisch und Blut. Zwar war sich Jesus seiner Sendung so sicher, dass er sich mit dem Gott Israels einig wusste, d.h. er dachte, fühlte und handelte nach jüdischer Lehre in Übereinstimmung mit dem Willen Gottes. Jesus Christus wollte den Evangelien zufolge jedoch nicht selbst als eine Gottheit angebetet werden, sondern den Menschen dienen, die Menschen zum Glauben erwecken und zur Nachfolge aufrufen.

 

14. Christliche Theologie war ursprünglich monotheistische Theologie. Für Christen und christliche Theologen ist der christliche Glaube schon immer Glaube an einen Gott, also Ein-Gott-Glaube gewesen. Aber der christliche Glaube und die christliche Theologie bezieht sich wesentlich auf den Willen Gottes, wie er sich in Jesus Christus offenbart hat und nicht auf alles, was auch immer in der Lebensgeschichte der Menschen und der Weltgeschichte geschieht. Denn, wenn alles, was geschieht, Gottes Willen entsprochen hätte, dann würde dies auch für die unzähligen Ungerechtigkeiten und Grausamkeiten der Menschen gelten: sowohl die ungerechte Verurteilung des Sokrates durch die Athener als auch die ungerechte Kreuzigung Jesu durch die Römer, sowohl die frühen Christenverfolgungen als auch die Kreuzzüge der christlichen Herrscher gegen die Muslime sowie die frühen Pogrome gegen die Juden im alten Rom bis hin zu dem Holocaust der Nationalsozialisten. Einem solchen fatalistischen Gottesbild widerspricht jedoch der Glaube Jesu an einen liebenden und menschenfreundlichen Gott. Dadurch unterscheidet sich dann aber auch der christliche Glaube (nach evangelischem Verständnis) vom Glauben der Juden an den alten Bund Jehovas mit dem Volk der Juden als auch vom Glauben der Muslime an Allah und seinen Propheten Mohammed. Juden und Muslime lehren einen reinen Monotheismus, da sie die einzigartige Offenbarung Gottes in Jesus Christus ablehnen. Juden glauben nicht, dass Jesus von Nazareth der erwartete und angekündigte Messias gewesen ist. Muslime glauben nicht, dass Jesus von Nazareth nicht nur ein herausragender Prophet, sondern "der eingeborene Sohn Gottes" gewesen ist, der gekreuzigt wurde und auferstanden ist. Gleichwohl wird er von ihnen als ein großer Prophet verehrt. Evangelische Theologie kann weder der rein monotheistischen Glaubenslehre der Juden und Muslime noch der rein monotheistischen Theologie der neuzeitlichen Pantheisten und Deisten zustimmen.  

 

 15. Die Trinitätslehre, die den Glauben an Gott in drei verschiedenen Substanzen, Hypostasen oder Personen: Vater, Sohn und Heiligen Geist beinhaltet und um 250 n. Chr. zur kanonischen kirchlichen Glaubenslehre erklärt wurde, ist eine von christlichen Theologen und Kirchenlehrern geprägte Glaubensformel mit einer biblischen Rechtfertigung in dem Missionsauftrag an die Jünger: „Darum geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes" (Matth. 28,19). Aus diesem Grund wurde sie auch zu einer liturgischen Glaubensformel. Sie drückt nicht nur aus, dass Jesus Christus dem christlichen Glauben zufolge in einer ganz besonderen Beziehung zu Gott steht, die anders beschaffen ist als die Beziehung anderer Propheten in der Reihe von Abraham und Moses bis zu Mohammed und Baha Ullah; sie drückt auch aus, dass Jesus Christus in einer ganz besonderen Beziehung zur Seele des Menschen steht, die sich nach der unmittelbaren Wahrheit Gottes und der Erlösung aus ihrer teils schicksalhaften, teils selbst gewählten Gottesferne sehnt. Die Trinitätslehre formuliert damit in Abgrenzung zum reinen Monotheismus der Juden und Muslime, Parsen und Stoiker, Pantheisten und Deisten ein neues Gottesbild und zugleich den Ausdruck eines Bekenntnisses zu Jesus als dem Christus in seiner einzigartigen Rolle und Befähigung, Mittler zwischen Gott und den Menschen zu sein. Diese Mittlerrolle kommt ihm jedoch nicht erst seit dem Osterereignis von Tod und Auferstehung zu, sondern zeigt sich dem christöichen Glauben zufolge schon in seiner Geburt, in seiner besonderen Beziehung zu Johannes dem Täufer und in seinem segensreichen Lehren und heilsamen Wirken an den Menschen seiner Zeit.

16. Die Trinitätsformel wird auch heute noch in den meisten christlichen Kirchen liturgisch verwendet. Als Glaubensformel ist sie zwar nicht selbst heilsnotwendig. Heilsnotwendig sind nach christlichem Verständnis nur der Glaube an Gott, an Jesus Christus als dem Mittler zwischen Gott und den Menschen und an den Heiligen Geist. Gleichwohl drückt die trinitarische Glaubensformel auf eine einfache Art und Weise aus, dass der Glaube der Christen nicht nur ein Glaube an den einen Gott ist, sondern immer auch schon der Glaube an Jesus Christus als den einen Sohn Gottes und Heiland sowie an die lebendige Macht des Heiligen Geistes. Damit wird verhindert, dass Gott nicht nur als ein höchstes Wesen verstanden wird, das alles transzendiert, was der Mensch mit Worten und Begriffen erfassen und erkennen, verstehen und erklären kann. Gleichwohl ist der christliche Glaube auch kein Tri-Theismus, wie ihm das vor allem von islamischen Theologen vorgeworfen wurde, denn die tradierte Lehre von der Trinität hebt weder die ontologische Differenz zwischen Vater, Sohn und Heiligem Geist auf noch den christlichen Ein-Gott-Glauben, sondern bestätigt sie. Was sie aufhebt ist jedoch das apersonale Verständnis von dem Verhältnis zwischen Vater, Sohn und Heiligen Geist als beziehungslosen Substanzen. Denn sowohl der Vater als auch der Sohn sowie der Heilige Geist stehen in einer göttlichen Beziehung der Liebe zueinander, die eine personale und dynamische Beziehung ist: "Pater non est filius. Filius non est spiritus sanctus. Spiritus sanctus non est pater. - Pater est Deus. Filius est Deus. Spiritus Sanctus est Deus." Die Trinitätslehre verweist demzufolge in metaphorischer Redeweise auf eine lebendige personale Beziehung zwischen Vater, Sohn und Heiligem Geist und ersetzt damit die verdinglichende Substanzontologie, die für die menschliche Rede von einem nahen, persönlichen und lebendigen Gott, der sich in Jesus von Nazareth sowie in seiner Kommunikation und Interaktion mit seinen Mitmenschen offenbart hat, nicht geeignet ist.

17. Die trinitarische Beziehung zwischen Vater, Sohn und Heiligen Geist bezeichnet nicht nur eine wirkliche und lebendige Beziehung zwischen den Menschen, die an die einmalige und besondere Offenbarung Gottes in der Person Jesu Christi glauben, sondern stiftet auch eine besondere Beziehung untereinander, die sich nach und nach auf die ganze Geschichte der Menschheit auswirkt. Die christliche Trinitätslehre kann davon bloß in abstrakter Weise handeln und die Trinitätsformel kann daran nur erinnern. Wo und wie diese trinitarische Beziehung zum lebendigen Ausdruck kommt, wo und wie sie sich in dieser von lebens- und menschenfeindlichen Mächten durchzogenen Welt ereignet, wo und wie sie diese Feinde des Lebens, des Menschen und des heiligen Geistes überwindet, kann man nicht von vorneherein festlegen, sondern nur nachträglich verstehen. Die trinitarische Beziehung selbst kann jedoch nicht mit abstrakten Begriffen, dogmatischen Lehren oder liturgischen Formeln verstanden werden, wenn jemandem diese spirituelle Erfahrung fehlt. Gleichwohl heben weder die Trinitätsformel noch die Trinitätslehre den Glauben an nur einen Gott auf, wohl aber bestimmen sie diesen einen Gott als eben denjenigen Gott, der sich in der Person Jesu Christi geschichtlich offenbart hat. Die Sehnsucht nach Wahrheit, Gerechtigkeit, Freiheit und Frieden unter allen Menschen guten Willens schlummert zwar in den Herzen aller Menschen von Kindheit an und diese Sehnsucht kennen nicht nur Christen, sondern auch die Menschen in anderen Religionen der Menschheit. Dabei handelt es sich ursprünglich um eine anthropologische Konstante und kein Proprium des Christentums. Anima naturaliter christiana. Aber nach christlichem Verständnis erfüllt sich diese menschliche Sehnsucht erst vollständig in der Offenbarung Gottes in Jesus Christus.


18. Das Apostolische Glaubensbekenntnis enthält zwar einige wichtige Inhalte des christlichen Glaubens auf biblischer Grundlage, kann jedoch auch nicht als das Wesentliche des christlichen Glaubens gelten, das nach Jesus Christus die sittlich-religiöse Lehre vom Doppelgebot der Liebe und die Goldenen Regel ist. Gleichwohl erfüllt das Glaubensbekenntnis als überlieferte Glaubensformel eine identitätsstiftende und den tradierten Glauben bewahrende Funktion für die christlichen Kirchen und die ökumenische Einheit der (westlichen) Christenheit. Deswegen wird es von den meisten Kirchen der Reformation allgemein anerkannt und als überlieferte Form des gemeinschaftlichen Betens und Bekennens verwendet. In den östlichen Kirchen der russischen oder griechischen Orthodoxie wird hingegen das Nizäanische Glaubensbekenntnis verwendet, obwohl die Aussagen des Glaubensbekenntnisses dort ebenfalls anerkannt werden. Viele nachdenkliche und gewissenhafte Christen zweifeln jedoch auch an einigen Artikeln des Apostolischen Glaubensbekenntnisses, die aufgrund ihres archaischen und mythischen Gehaltes kaum noch ganz verständlich und zustimmungsfähig sind, wie z.B. an den Artikeln von der übernatürlichen Empfängnis Mariens oder der Höllenfahrt Jesu. Deswegen besinnen sich die Kirchen der Reformation erneut auf den wichtigen Unterschied zwischen dem persönlichen Glauben als Einstellung des ganzen Menschen und dem tradierten Glaubensbekenntnis als Zustimmung zu bestimmten Formeln und Dogmen, die nicht von Jesus Christus selbst stammen, sondern erst später von christlichen Theologen formuliert wurden.

19. Die Erbsündenlehre des Augustinus von Hippo ist immer noch fragwürdig und kaum noch überzeugend. Denn anders als die Schöpfungsgeschichte vom Sündenfall und der Vertreibung aus dem Paradies hat sie eigentlich keine biblische Grundlage. Denn das Buch Genesis (1. Mose) erzählt zwar den Schöpfungsmythos von der Bewußtwerdung des Menschen als einem von Gott und der Welt verschiedenen Geschöpf Gottes durch die Selbsterkenntnis seiner Freiheit zum Guten und Bösen, d.h. im Wesentlichen dessen, was das menschliche Leben entweder befördert oder ihm schadet. Aber diese eigentlich Menschwerdung durch das Erwachen zum sittlichen Selbstbewusstsein führt zum irreversiblen Heraustreten aus der ursprünglichen harmonischen Einheit mit der Natur, die den Menschen zunächst wie der bergende Schoß einer Urmutter umfangen hat. In diesem ursprünglichen Naturzustand, war der Mensch jedoch noch gar nicht fähig gewesen, selbstverantwortlich zu denken, zu entscheiden und zu handeln - also auch nicht zu irren, zu fehlen und schuldig zu werden. Richtig an der augustinischen Erbsündenlehre ist jedoch die Auffassung, dass alle Menschen immer schon in einen schuldhaften Zusammenhang hineingeboren werden, den sie zwar nicht zu verantworten haben, dem sie jedoch auch nicht entrinnen können. Falsch an der augustinischen Erbsündenlehre ist die Vorstellung von einer sexuell übertragbaren Schuld, wodurch die menschliche Sexualität überhaupt verunglimpft wurde, obwohl sie nach dem Willen des Schöpfers zur Leiblichkeit des Menschen gehört. Die Lehre von einer allgemeinen und nachwirkenden Erbsünde widerspricht schließlich auch der Botschaft des Evangeliums von Jesus Christus, der an die Stelle des alten, naturhaften Adam getreten ist. Denn Jesus Christus verkündet, dass Gott trotz seines gerechten Zornes im Grunde freundlich und barmherzig ist und von den Menschen keine lebensfeindlichen Opfer erwartet, um die allen Menschen gemeinsame Erbsünde aufzuheben. Nach den Psalmen und nach Jesu Gleichnis vom verlorenen Sohn ist Gott langmütig, freundlich und barmherzig. Menschen dürfen also durchaus darauf vertrauen, dass ihre nur allzu menschlichen Verfehlungen und Unzulänglichkeiten von Gott vergeben werden. Dies ist jedoch kein Freibrief für ein gewissenloses Leben, das vor Gottes Augen keinen Gefallen findet. Es gibt vor Gott kein verbürgtes Recht und keinen moralischen Anspruch auf Vergebung und Gnade, denn beide sind ein freies Geschenk aus Gottes Hand.

20. Die Satisfaktionslehre des Anselm von Canterbury taucht leider auch noch in einigen wichtigen Bekenntnisschriften der Reformation auf. Trotzdem ist es bei aufmerksamer Lektüre und Interpretation der biblischen Schriften des Alten und Neuen Testamentes fraglich, dass diese Lehre tatsächlich biblisch begründet werden kann. Vielmehr müssen wir uns fragen: Was wäre das für ein grausamer Gott, der ein solches Opfer nötig hätte? Und was wäre das für ein grausamer Gott, der ein solches Opfer verlangen würde? Anselms Satisfaktionslehre und Opfertheologie ist ein tragischer Rückfall in ein grausames und archaisches Gottesbild, dessen Überwindung sich bereits in der Isaaksgeschichte des Alten Testamentes ankündigt und mit dem liebenden ABBA Jesu wenig zu tun hat. Wenn sich Jesus Christus hätte opfern müssen, um die Menschen von ihren Sünden zu erlösen, dann würden er und die ganze Menschheit dem höheren Gesetz eines apersonalen Schicksals unterliegen. Und wenn Gott seinen Sohn hätte opfern müssen, um die Menschheit aus ihren Sünden zu erlösen, dann müsste Gott selbst einem höheren Gesetz folgen. Jesus Christus und Gott selbst wären dann selbst nicht frei gewesen. Jesus wäre dann nicht freiwillig an das Kreuz gegangen, sondern er wäre an eine höhere anonyme Schicksalsmacht gebunden gewesen, die über ihm und Gott steht und mit einer noch größeren Macht waltet. Dagegen steht: „Der Mensch Jesus Christus hat sich selbst hingegeben zu einem Lösegeld für alle.“ (1. Tim. 2, 6). Dies geschah aus Liebe zu den Menschen und als sittliches Vorbild und nicht, um der schicksalhaften Erwartung an ein ausgleichendes Selbstopfer zu entsprechen.

 

21. Die tradierte Opfertheologie ist deswegen ebenfalls fragwürdig und aufzugeben. Nach der Erzählung von Abraham und Isaak verzichtet Gott auf Abrahams Opfer seines geliebten Sohnes Isaak. Ein grausames Opfer des eigenen Sohnes ist nicht notwendig, um mit Gott versöhnt zu werden. Es war nicht heilsnotwendig, dass Abraham seinen eigenen geliebten Sohn opferte, um den angeblich zornigen Gott gut zu stimmen. Im Alten Testament prüft Gott zwar den Gehorsam Abrahams, indem er ihm auf härteste Weise befiehlt, seinen geliebten Sohn zu opfern, aber Gott lässt es nicht so weit kommen, sondern schickt Abraham rechtzeitig einen Widder als Schlachtopfer, nachdem er Abrahams Wille zum Gehorsam erkannt hatte. Gott wollte also gar nicht, dass Abraham seinen Sohn wirklich selbst schlachten und opfern würde. Trotzdem glauben viele Christen immer noch, dass Jesus Christus von Gott selbst geopfert wurde, um dadurch die Menschen mit Gott zu versöhnen. Einige alte Kirchenlieder enthalten noch Hinweise auf die alte Opfertheologie, die dem menschenfreundlichen Gottesbild Jesu widerspricht und ein archaischer Rückfall hinter die Geschichte von Abraham und Isaak darstellt.


22. Die Zwei-Naturen-Lehre, der zufolge Jesus Christus wahrer Gott und wahrer Mensch gewesen ist, bewahrt hingegen den christlichen Glauben einerseits davor, Jesus zu spiritualisieren und ganz zu vergöttlichen, sodass er kein wirklicher und geschichtlicher Mensch gewesen wäre, der als Jude aus dem Stamme Davids gezeugt und geboren sowie gekreuzigt und gestorben wäre; sie bewahrt den christlichen Glauben andererseits auch davor, Jesus Christus als einen ganz gewöhnlichen Menschen zu verharmlosen, indem er nur ein redlicher Tugendlehrer, eloquenter Wanderprediger und erfolgreicher Wunderheiler gewesen sei, der für ein paar Jahre in Israel öffentlich gewirkt habe und dann wie viele andere Juden seiner Zeit von den Römern gekreuzigt und gestorben sei. Sowohl eine spiritualistische Vergöttlichung in gnostischer, neu-platonischer oder theosophischer Manier (wie z.B. auch in der Anthroposophie oder in der Bahai-Religion) als auch eine naturalistische und historistische Vermenschlichung Jesu Christi (wie z.B. in der naturalistischen Religionskritik der Aufklärung) sind aus biblischer Sicht angemessen. Zweifelsohne wird Jesus von Nazareth in den Evangelien vor allem im Hinblick auf die jüdische Messiaserwartung nicht nur als Sohn Gottes bezeichnet, sondern auch als Menschensohn, als Christos und Kyrios, als Lamm Gottes und als Gerechter Gottes (in Anspielung auf den leidenden Gottesknecht bei Jesaja) sowie als Inkarnation des göttlichen Logos. Außerdem wird er durch viele allegorische Bezeichnungen beschrieben, wie z.B. als Weg, Wahrheit und Leben, oder als der gute Hirte, die Tür oder das Licht. Mehr noch als die säkularisierende Leben-Jesu-Forschung der Aufklärung bestätigt die historisch-hermeneutische Exegese die ursprünglichen Intentionen der Zwei-Naturen-Lehre und bewahren damit sowohl vor einer divinatorischen Spiritualisierung als auch vor einer säkularisierenden Historisierung Jesu Christi.

23. Die Lehre von der übernatürlichen Empfängnis Mariens ist zwar biblisch fundiert, bleibt jedoch ebenfalls umstritten, da sie von einem wunderbaren Wirken des Heiligen Geistes ausgeht. Die Lehre von der Jungfrauengeburt ist der neutestamentlichen Briefliteratur fremd und spielt neben den beiden Evangelien Matthäus und Lukas erst wieder in der Offenbarung des Johannes eine gewisse Rolle. Klar scheint nach der Erzählung bei Matthäus und Lukas nur, dass Maria eine zwar verlobte, aber noch unverheiratete Frau war, die Joseph noch nicht als seine Frau zu sich in sein Haus genommen hatte. Erzählt wird, dass Maria ein Engel erscheint, der ihr die Geburt eines Sohnes ankündigt, den sie Jesus nennen soll. Zu diesem Zeitpunkt scheint Maria jedenfalls nach ihrer eigenen Kennntnis und Erwiderung noch nicht schwanger zu sein. Der Engel erklärt ihr deswegen, dass der Heilige Geist "über sie kommen" wird. Als seine Verlobte Maria dann schwanger geworden war, versteht Joseph nicht, wie das zugegangen sein soll und fürchtet sich um seinen guten Ruf als frommer Mann. Da erscheint auch Joseph ein Engel, der ihn beschwichtigt, dass er sich nicht zu fürchten brauche. Die Lehre von der Empfängnis Mariens durch den Heiligen Geist, die bis heute in der römisch-katholischen Spiritualität noch sehr lebendig ist, scheint der frommen Absicht zu entspringen, die himmlische Abstammung des "Gottessohnes" zu sichern und mit der irdischen Herkunft Jesu aus dem Geschlechte Davids zu vereinbaren. Die besonders innige Nähe zwischen Gott, dem Vater, und Jesus, seinem Sohn, wird jedoch nirgendwo naturalistisch oder konkretistisch als Zeugung verstanden. Alles spielt sich vielmehr im Narrativen, Wunderbaren und Symbolischen ab, wie auch bei der späteren Erzählung der Gottesnähe des zwölfjährigen Jesus im Tempel oder bei der Erzählung seiner Segung Jesu durch den Heiligen Geist bei der Taufe durch Johannes, den Täufer. Da es sich um ein geistliches, für die Menschen in der Welt nicht sichtbares spirituelles Geschehen handelte, wurde es in Form einer lebendigen Taube und durch ein Sich-Öffnen-des-Himmels symbolisiert.

24. Evangelische Christen glauben als "freie Christenmenschen" und mündige Christen, was sie persönlich glauben wollen und können, und nicht, was sie von Seiten einer Lehrautorität, ihrer Kirche und deren Tradition glauben sollen oder müssen. Aber sie glauben auch in der Gemeinschaft der Gemeinde als einer Versammlug der Gläubigen. Im persönlichen Glauben eines evangelischen Christen kommt es vor allem auf Wahrhaftigkeit an, um fromme Selbsttäuschungen und religiöse Heuchelei zu vermeiden. Eine christliche Gemeinde ist eine konkrete Gemeinschaft von Gläubigen mit allen ihren allzu menschlichen Zweifeln und keine Bekenntnisgemeinschaft. Sie verabsolutiert weder sich selbst als Gemeinschaft der Heiligen noch die Kirche, der immer auch unvollkommene und fehlbare Menschen angehören. Um herauszufinden, was man persönlich glauben kann und glauben will, bedarf es jedoch neben der persönlichen Auseinandersetzung mit den biblischen Schriften, den kirchlichen Sakramenten und den tradierten Bekenntnissen auch gelehrter Theologen und studierter Prediger, die das überlieferte Wort Gottes für ihre jeweiligen Zeitgenossen biblisch angemessen auslegen können. Deswegen bedürfen evangelische Kirchen auch der Theologie als einer gebildeten Form der geistigen Auseinandersetzung mit den biblischen Schriften und dem christlichen Glauben. Denn nur auf diese Weise kann die Spreu vom Weizen getrennt werden, können geschichtliche Überlieferung und zeitgemäße Deutung, archaische Legendenbildung und zeitlose Symbolisierung, schädliche Mythologeme und fruchtbarer Wahrheitsgehalt unterschieden werden, um die feurige Glut der heilsamen Wahrheit aus der toten Asche der Tradition zu bewahren. Zu diesem Prozess der Deutung und des Verstehens, der Unterscheidung und der Bewahrung, der Vermittlung und der Verkündigung gehören dann auch die Fragen danach, was von dem, was man glauben kann und will, auch wahr und glaubwürdig, richtig und wichtig, nützlich und gut, tröstlich und heilsam ist.

25. Der eine Gott, der in der anthropomorphen und mythologischen Sprache des Alten Testamentes als der "Schöpfer des Himmels und der Erde" bezeichnet wird, ist nach Auffassung des Neuen Testamentes nicht nur der Ursprung allen Lebens auf der Erde, sondern auch der "Vater aller Menschen" - sowohl der Menschen, die vor Jesus von Nazareth gelebt haben und noch nichts von ihm wissen konnten, als auch der Menschen, die zwar nach ihm leben, ohne jedoch von Jesus Christus gehört zu haben. Dies ist der Gott Jesu Christi, den er vertraulich "ABBA" nannte. Zwei der wichtigsten Gleichnisse Jesu, das Gleichnis vom verlorenen Sohn und das Gleichnis vom barmherzigen Samariter verweisen auf einen solchen Gott und lehren eine solche Einstellung des Menschen zu den Menschen - auch wenn sie einer anderen und fremden sozialen oder religiösen Gemeinschaft angehören. Der Heilsanspruch des Evangeliums besteht wesentlich im Geist der Liebe, den Jesus Christus gelebt und gelehrt hat und der im Doppelgebot der Liebe seinen vollständigen und unüberbietbaren Ausdruck gefunden hat. Um den Geist der Liebe leben zu können, braucht man jedoch nicht nur ein wohlwollendes Herz, sondern auch einen gesunden Menschenverstand!


ecclesia reformata et semper reformanda!



© Ulrich W. Diehl, Heidelberg 2014

 

 



 

 

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Albert Schweitzer
Albert Schweitzer

 

 

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Herausgegeben von der Evangelischen Kirche in Deutschland,

Durchgesehene Ausgabe in neuer Rechtsschreibung von 1999,

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Evangelische Bekenntnisschriften

 

Das Augsburger Bekenntnis (Deutsch) - Confessio Augustana (1530)

Hg. von Günther Gassmann; Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 1988

 

Unser Glaube. Die Bekenntnisschriften der evangelisch-lutherischen Kirche,

Ausgabe für die Gemeinde, Im Auftrag der Kirchenleitung der Vereinigten

Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) herausgegeben vom Lutherischen Kirchenamt. Bearbeitet von Hans Georg Pöhlmann, Gütersloh: Gütersloher Verlagshaus 2004

 

 


 

 

Evangelische Kirche  Deutschlands (EKD)

 

Kirche der Freiheit im 21. Jahrhundert. Zukunftskongress der Evangelischen Kirche in Deutschland vom 25.-27. Januar 2007 in der Lutherstadt Wittenberg, Frankfurt am Main: Hansisches Druck- und Verlagshaus 2007

 

 


 

 

Zeitgenössische Beiträge zur evangelischen Theologie

 

 


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Friedrich Wilhelm Graf, Es gibt keine christliche Politik
Gespräch mit dem Münchner Theologen Friedrich Wilhelm Graf über Glaube, Kirche und Politik. Zeitzeichen - Januar 2014
Graf, Es gibt keine christliche Politik.
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Wilfried Härle, Ökumenische Enttäuschungen und Fortschritte
aus evangelischer Sicht
Härle, Ökumenische Enttäuschungen und Fo
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Wolfgang Huber, Unsterblichkeit und Würde. Kant zu Ehren
Vortrag am 200. Todestag Immanuel Kants, dem 12. Februar 2004
Huber Kant zu Ehren 2004.pdf
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